Goretzka und Gnabry im Bairisch-Sprachkurs
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München - Nach seinem Wechsel kehrt Leon Goretzka mit den Bayern erstmals nach Gelsenkirchen zurück und erwartet "zwei Lager". Niko Kovac gibt ihm eine Einsatzgarantie.

Der nächste Bayern-Star steht vor einer Heimkehr!

Dieses Mal ist es Leon Goretzka, der mit dem Rekordmeister an alter Wirkungsstätte aufläuft, genauer gesagt auf Schalke. Seinen Ex-Verein, für den er von 2013 bis 2017 spielte und den er in diesem Sommer ablösefrei in Richtung München verließ. (Bundesliga: FC Schalke 04 - FC Bayern am Samstag, 19.30 Uhr im LIVETICKER)

Wie atemberaubend es sein kann, wenn man zurückkehrt, hat Renato Sanches am Mittwochabend erlebt. Zum Champions-League-Auftakt durfte er bei seinem früheren Verein Benfica Lissabon starten und wurde nach seinem Tor zum 2:0 vom portugiesischen Publikum mit Standing Ovations bedacht.

Wie fällt die Reaktion der Anhänger von Königsblau aus, wenn ihr Ex-Schützling zurückkehrt? "Ich vermute, nicht ganz so wie bei Renato", sagt Goretzka humorvoll.

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"Aber ich glaube, dass es so ähnlich wird wie bei meinem Abschied. Es gibt zwei Lager: Die, die mir alles Gute wünschen, es auch ein Stück weit verstanden und mich schön verabschiedet haben und andere, die eben ihren Unmut äußern", beschreibt der Ex-Schalker die Ausgangssituation. Heißt: Goretzka rechnet mit Pfiffen.

Pfiffe für Goretzka nichts Neues

Als sein Wechsel Ende Januar verkündet wurde, hagelte es im darauffolgenden Heimspiel gegen Hannover Pfiffe für ihn, auch im Training wurde er von Teilen der S04-Fans beleidigt.

Zuspruch und Unterstützung für seinen Wechsel nach München gab es jedoch auch. "Ähnlich wird es auch am Samstag werden", vermutet der 23-Jährige. Jedoch macht er auch deutlich: "Ich persönlich freue mich darauf, nach Gelsenkirchen zurückzukommen, die alten Jungs wiederzusehen und darauf, mich mit ihnen zu messen. Für mich ist es ein besonderes Spiel."

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Sicher scheint, dass der Rechtsfuß in der Veltins-Arena zum Einsatz kommen wird. Das ließ Niko Kovac bereits durchblicken. Der zentrale Mittelfeldspieler macht in Bezug auf die Trainer-Entscheidung jedoch klar, dass es "schade" wäre, würde ihm sein Trainer mit einem Startelfeinsatz lediglich "ein Geschenk machen" wollen. "Ich glaube, dass ich mir sowas auch verdienen kann", gibt sich Goretzka selbstbewusst.

Mitfiebern bei Schalkes CL-Auftakt

Mit seinen Ex-Kollegen steht der gebürtige Bochumer indes immer noch in Kontakt. Anfang dieser Woche erst habe er seinen früheren Mitspielern noch ein paar Worte zukommen lassen, ihnen unmittelbar vor deren Auftakt in der Champions League "alles Gute und viel Erfolg" gewünscht. Schließlich sei die Schalker Teilnahme an der Königsklasse, so Goretzka, ein "Verdienst gewesen, zu dem ich auch beigetragen habe".

Klar, dass er das Spiel gegen Porto (1:1) auch im TV verfolgt hat, während er mit den Bayern in Lissabon weilte. Er habe sich sogar über die Schiri-Entscheidungen gegen Königsblau aufgeregt, verriet er.

Auffällig: Während Goretzka mit den Bayern furios in die Saison startete (sechs Pflichtspiel-Siege in Folge) und auch selbst gute Leistungen zeigte, läuft auf Schalke noch nicht viel zusammen. Nach drei Spieltagen hat sein Ex-Verein noch keine Punkte auf dem Konto. Zumindest holte man am Dienstag in der Königsklasse einen Punkt gegen Porto.

Kovac holte sich noch keine Tipps

"Sie sind ergebnistechnisch schlecht gestartet, aber ich weiß auch, dass es auf Schalke immer sehr schnell in beide Extreme gehen kann. So schnell wie man dort in einen Negativtrend reinrutschen kann, kann man sich aber auch wieder rauskämpfen", macht Goretzka den Schalkern Hoffnung auf Besserung.

Doch er hofft, dass die Schalker Trendwende vorerst auf sich warten lässt und "nach Möglichkeit noch nicht am Samstag" geschehe. Danach, so Goretzka, dürfen die Schalker gerne mit dem Punkten anfangen.

Sonderlob und Applaus für Sanches bei Bayern-Bankettrede

Um zu verhindern, dass die Schalker den Bayern am 4. Spieltag aber doch lästig werden, schließt er auch nicht aus, dass sich Kovac noch den ein oder anderen Tipp von seinem Schützling holt – schließlich kennt der 17-fache deutsche Nationalspieler den Arbeiterverein aus dem Effeff. Zwar habe noch kein Gespräch zwischen den beiden stattgefunden, jedoch sei er sich "relativ sicher, dass wir uns nochmal zusammensetzen."

Vielleicht nutzt Kovac das Gespräch aber auch dafür, um Goretzka ähnlich anzustacheln wie Sanches: Der Portugiese leitete in Lissabon das 1:0 ein und erzielte das 2:0 selbst. Gegen eine ähnliche Leistung auf Schalke hätte Goretzka sicher nichts einzuwenden.

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