Das ist der Erfolgstrainer von Eintracht Frankfurt
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München - Adi Hütter begeistert als Trainer von Eintracht Frankfurt Fans und Experten. Bei SPORT1 freuen sich ein ehemaliger Weggefährte und ein Trainer über dessen Erfolg.

Adi Hütter hatten im Sommer die wenigsten auf dem Zettel, als bei Eintracht Frankfurt ein Nachfolger für den zum FC Bayern abgewanderten Niko Kovac gesucht wurde.

Doch der Österreicher, der gerade mit seinem Klub Young Boys Bern zum ersten Mal seit 32 Jahren Schweizer Meister geworden war, wurde schließlich neuer Coach der Hessen. Fredi Bobic hatte Hütter als echte Überraschungslösung präsentiert. Ähnlich wie Heribert Bruchhagen im März 2016 Kovac. 

Nun staunen Experten und Fans nicht schlecht, denn Hütter belegt mit der Eintracht nach elf Spielen Platz vier. Den Frankfurtern ist also wieder ein Trainercoup gelungen. Doch wie tickt der 48-Jährige?

"Er ist ein toller Typ, ehrlich und bodenständig. Als Trainer ist er sehr fordernd, konsequent und gradlinig und weiß, was er von seiner Mannschaft auf dem Platz sehen will", sagt Stephane Chapuisat zu SPORT1. Von 1991 bis 1999 war er Stürmer bei Borussia Dortmund, aktuell ist er Chefscout bei den Young Boys und kennt Hütter daher noch gut.

"Adi hat bereits bei Red Bull Salzburg deutliche Spuren als Trainer hinterlassen und dann auch in Bern hervorragende Arbeit geleistet", erklärt Weggefährte Chapuisat: "Wir waren bei den Young Boys überzeugt, dass er auch den Sprung zu Eintracht Frankfurt erfolgreich schaffen wird."

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Koller lobt Trainer-Kollegen Hütter

Einer, der als Hütters Nachfolger in Bern gehandelt wurde, dann aber beim FC Basel unterschrieb, ist Marcel Koller. 

Auch er findet bei SPORT1 nur positive Worte für seinen Kollegen. "Ich habe ihn zu meiner Zeit als österreichischer Nationaltrainer (2011 bis 2017, d. Red.) kennengelernt. Er war ein angenehmer Kollege mit guten Ideen im Fußball", berichtet Basels Coach.

"Diese hat er seinerzeit bei Salzburg und bei den Berner Young Boys auch bereits gezeigt. Und jetzt bestätigt er sein Können auch in Deutschland." (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine Bundesliga)

Und das sehr eindrucksvoll. Die Eintracht überzeugt nicht nur in der Liga, sondern auch in der Europa League. Und man hat vor dem Spiel beim FC Augsburg (Bundesliga: FC Augsburg - Eintracht Frankfurt, Sa., 15.30 Uhr im LIVETICKER) die zweitbeste Offensive der Liga.

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Fehlstart bei Eintracht Frankfurt

Doch am Anfang lief es nicht für Hütter. In den ersten fünf Spielen gab es drei Niederlagen, ein Remis und nur einen Sieg. Von Anlaufschwierigkeiten will Koller trotzdem nicht sprechen: "Es braucht einfach Zeit und Geduld, bis ein Team die Ideen eines neuen Trainers auf den Platz bringen kann. Das funktioniert nicht innerhalb von einem oder zwei Monaten."

Hütter habe seine Ideen und könne diese zusammen mit seinem Trainerteam der Mannschaft auch "sehr gut" vermitteln. (DATENCENTER: Tabelle Bundesliga)

Koller ergänzt: "Als Trainer bist du auch immer von der Qualität deiner Spieler abhängig. Was für Spieler hast du zur Verfügung und was bringen sie mit. Dazu kommt das ganze Drumherum, die Bedingungen, welche der Klub bietet." Entscheidend sei, "was du als Trainer daraus machst. Adi Hütter konnte bei Frankfurt eine gute Basis mitnehmen und das Ganze weiterführen."

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Euphorie fasziniert Chapuisat

Für Chapuisat ist es "faszinierend, welche Euphorie die Eintracht in Frankfurt entfacht hat". Auf dieser Basis ließe sich "eine sehr gute Saison spielen". Bedingung sei aber, "dass man nicht nachlässt".

Die gute Platzierung der Hessen nach elf Spielen sei kein Zufall, meint auch Koller.

"Ich traue den Frankfurtern durchaus einen Platz im oberen Drittel zu. Siege bringen Vertrauen und Selbstbewusstsein. Schlussendlich hängt aber alles von der Konstanz ab - kannst du die Leistungen bis zum Schluss durchziehen oder nicht."

So funktioniert das System Hütter

Hütter hat in all seinen Vereinen ein System mit einer starken Defensive und schnellem Umschaltspiel spielen lassen. Für Koller der Grund für den Erfolg. "Dieses Erfolgsrezept funktioniert, wenn du hinten eine starke Defensive hast und vorne technisch starke und schnelle Spieler, welche das Umschaltspiel umsetzen und dann auch die Tore schießen können. Diese Voraussetzungen hat er."

Für Chapuisat sind dies "zwei Eckpfeiler seiner Mannschaften. Aber Adi ist taktisch flexibel und kann sich anpassen, wenn es nötig ist." Von daher sei es "keine Überraschung, dass er sich auch in der Bundesliga sehr rasch zurechtgefunden hat".

Hütter sei es "sowohl bei den Young Boys in Bern, als auch mit Frankfurt gelungen, die Spieler von seiner Philosophie zu überzeugen und einen mitreißenden Fußball spielen zu lassen".

Chapuisat ist sich daher sicher, dass der Eintracht-Trainer mit seiner menschlichen Art "bereits einen guten Draht aufgebaut hat. Und den Spielern gefällt es, wenn sie offensiv ausgerichtet agieren können. Man sieht den Frankfurtern den Spaß am Spiel an. Das gefällt natürlich auch den Fans".

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