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München - Die Anzeichen verdichten sich, dass die Bayern den Vertrag mit Franck Ribery nicht verlängern werden. Erstmals klingen auch dessen Worte nach Abschied.

Gehen Franck Ribery und der FC Bayern im kommenden Sommer nach zwölf Jahren tatsächlich getrennte Wege?

"Wir müssen warten und schauen, was sich ergibt. Aber wir müssen wegen der Situation nicht so viel Stress machen", sagte Ribery im Gespräch mit SPORT1 und Goal nach dem 3:3 der Münchner in der Champions League gegen Ajax Amsterdam.

Was dann folgte, unterschied sich aber davon, was Ribery zuvor geantwortet hatte, als er ebenfalls auf seine noch unklare Bayern-Zukunft angesprochen wurde: Die Worte des 35-jährigen Franzosen klangen erstmals nach Abschied.

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Ribery: "Werde nie vergessen was Bayern für mich getan hat"

"Ich habe immer 100 Prozent, Kraft und Leistung gegeben. Ich habe dieses Trikot immer respektiert. Ich kann und werde nie vergessen, was der Klub und die Fans für mich gemacht haben. Das ist schwer, aber so ist das Leben im Fußball. Wir müssen warten", meinte Ribery.

Auch ihm dürfte nicht entgangen sein, dass Präsident Uli Hoeneß, Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic zuletzt erkennen ließen, den Vertrag mit dem Routinier wohl nicht noch ein weiteres Mal zu verlängern - anders als im Frühjahr dieses Jahres. 

Im kommenden Sommer läuft der Kontrakt des Publikumslieblings aus. Ebenso wie der von Arjen Robben. Der Niederländer jedoch kam den Bayern-Bossen zuvor und verkündete bereits, dass er den Rekordmeister im Sommer verlassen werde. Robben hielt sich offen, ob er seine erfolgreiche Laufbahn möglicherweise in seinem Heimatland ausklingen lässt oder seine Karriere beenden wird.

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Ribery will weiterspielen

Daran, die Schuhe komplett an den Nagel zu hängen, denkt Ribery derweil nicht. "Ich möchte noch Fußball spielen bis mein Körper sagt: Es ist gut. Es ist nicht die Frage, ob ich Lust habe, wenn man so eine lange Karriere wie ich hatte, man fast 16 Jahre Profi war, davon zwölf Jahre bei Bayern", betonte der Flügelspieler.

Was aber könnten die Optionen sein? Ein lukrativer letzter Vertrag in China, Katar oder Japan dürfte wahrscheinlicher sein, als eine Rückkehr in sein Heimatland Frankreich. Dort hat Ribery einen schweren Stand, er erfährt nicht die Anerkennung, die er aus Deutschland, insbesondere in München, gewohnt ist.

Bekommt Ribery einen Posten bei Bayern?

Die Bayern-Bosse haben Ribery auch in schweren Phasen immer gestützt, gaben ihm trotz zahlreicher Eskapaden (zuletzt seine körperliche Auseinandersetzung mit einem französischen Journalisten) immer wieder Rückendeckung. Den Verantwortlichen war stets wichtiger, was Ribery in all den Jahren für den Verein geleistet hat.

Nicht ausgeschlossen scheint aber, dass Ribery dem Rekordmeister in anderer Funktion erhalten bleibt. Salihamidzic kündigte bereits an, einen solch "verdienten" Spieler gerne auch zukünftig einbinden zu wollen. Man könne über alles reden, versicherte der Sportdirektor.

Welches Amt ihm nach der Karriere gefallen könnte, erklärte Ribery, davon habe er "noch keine Ahnung". Über seine Zukunft wolle er derzeit "nicht so viel nachdenken". Stattdessen betonte er: "Ich fühle mich gut und bin in fast drei Monaten 36 Jahre alt. Ich spiele gut, fühle mich bei 100 Prozent und habe Spaß auf dem Platz. Gott sei Dank hatte ich in dieser Saison auch kaum Verletzungen und habe fast alles gespielt. Das ist schön."

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Alaba traut Ribery noch viel zu

Einer, der ihm zutraut, auch mit 36 Jahren noch Leistung zu bringen, ist David Alaba. Erklärtermaßen ein guter Freund von Ribery, mit dem der Franzose seit nunmehr acht Jahren die linke Seite der Bayern beackert.

"Man sieht ja, wie er noch immer topfit ist, hart an sich arbeitet, und nach wie vor ein sehr wichtiger Spieler für uns ist", schwärmt Alaba bei SPORT1 und fügt hinzu: "Bis zum Sommer ist es noch sehr weit. Das muss Bayern entscheiden und auch Franck, je nachdem, wie er sich fühlt."

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