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München - In den nächsten 37 Tagen warten auf den FC Bayern acht wegweisende Spiele - auch für Niko Kovac. SPORT1 erklärt, wer für den Trainer besonders wichtig wird.

Vor dem FC Bayern liegen bereits zu Jahresbeginn die Wochen der Wahrheit - vor allem für Trainer Niko Kovac. Zum Rückrundenstart müssen die Münchner am Freitag in Hoffenheim ran (Bundesliga: TSG Hoffenheim - FC Bayern München, Fr., ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).

In den darauffolgenden 36 Tagen trifft der Rekordmeister in der Bundesliga auf Stuttgart, Leverkusen, Schalke, Augsburg und Berlin.

Im DFB-Pokal wartet ebenfalls die Hertha. Im Achtelfinale der Champions League steht das Auswärtsspiel in Liverpool auf dem Programm. Meistert Kovac diese Hürden oder schlittern die Bayern wieder in eine Krise? 

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SPORT1 erklärt, wer für Kovac jetzt besonders wichtig wird. 

Manuel Neuer

Der 32 Jahre alte Kapitän gilt intern als Unterstützer von Kovac - auch schon während der Bayern-Krise war das der Fall. Neuer selbst erlebte eine wechselhafte Hinrunde, stabilisierte sich zum Jahresende hin aber zunehmend. Im Wintertrainingslager in Doha zeigte er sich zudem in Topform, trainierte ohne Probleme.

Hält Neuer in der Rückrunde wieder auf Weltklasse-Niveau, wird das die Bayern-Defensive merklich stabilisieren. "Wir haben sehr erfahrene Spieler und sind hungrig. Wir sind die Jäger und haben noch alle Möglichkeiten", freut sich Neuer auf die kommenden Aufgaben.

Thomas Müller

Der Vize-Kapitän ist bei Kovac gesetzt. Müller kommt zugute, dass Kovac seit Wochen auf ein 4-2-3-1 setzt - und dieses System auch beibehalten will. Müller ist dadurch wieder im Zentrum anzufinden, kommt mit seiner unorthodoxen Spielweise auf der Position des Spielmachers wesentlich besser zur Geltung als auf dem Flügel.

Müller selbst stimmt für die Rückrunde vor allem optimistisch, dass die Zusammenarbeit zwischen Mannschaft und Trainer "sehr gut" sei, wie er im SPORT1-Interview versicherte. Dies habe auch mit einem Aufschwung in der Spielweise und den jüngsten Ergebnissen zu tun. "Auf dieser Welle des guten Gefühls wollen wir weitermachen", meint Müller. 

Robert Lewandowski

Im Vergleich zu Saisonbeginn, als Lewandowski unzufrieden und verschlossen wirkte und er mal wieder mit Wechselgedanken spielte, gibt sich der Pole dieser Tage wie ausgewechselt: Lewandowski lacht, wirkt nahbarer und vermittelt sogar glaubhaft, sich mit den Bayern auch in Zukunft identifizieren zu wollen. Der Stürmer darf sich nur nicht verletzen, denn für Kovac und die Bayern ist der 30-Jährige nicht zu ersetzen.

Seine eindrucksvolle Hinrunden-Bilanz: 24 Pflichtspiele, 22 Tore und fünf Assists. Was Lewandowski in den kommenden Knaller-Wochen besonders motivieren könnte: Seit jeher verfolgt ihn der Vorwurf, in den entscheidenden Spielen unterzutauchen. Den Gegenbeweis kann er nun erbringen. 

Thiago

Kovac teilte zu Beginn seiner Amtszeit in München mit, dass er seine Spieler besser machen wolle. Bei Thiago zumindest ist ihm dies gelungen. Der Spanier (seit 2013 im Verein) ist zum Herzstück im Münchner Mittelfeld geworden. Er drosselt das Spiel, kurbelt es an, sorgt für Überraschendes.

Der 27-Jährige macht zwar immer noch Übersteiger in gefährlichen Zonen und wirkt manchmal überheblich. Auf der anderen Seite ist er jedoch auch extrem zweikampfstark geworden und geht kaum einem Duell aus dem Weg. Thiago und Kovac verstehen sich zudem sehr gut, auch in Doha war das zu erkennen.

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Etwa, wenn sich die beiden nach Trainingsende noch Flugbälle zuspielten und miteinander flachsten. Thiago, hoch angesehen in der Mannschaft, ist für Kovac zudem das Sprachrohr zur durchaus kritischen Latino-Fraktion der Münchner um James Rodriguez, Javi Martinez, Rafinha und Renato Sanches.

Ein Thiago in Topform kann für die Münchner in der Rückrunde zum entscheidenden Puzzle-Teil werden. Aber auch der Edeltechniker muss zeigen, dass er seine Qualitäten gegen große Gegner gleichermaßen abrufen kann. 

Joshua Kimmich

Der 23-Jährige ist Kovac' Allzweckwaffe und Dauerbrenner. In der Hinrunde verpasste Kimmich in der Bundesliga nicht eine Minute Spielzeit. Mal spielte er im defensiven Mittelfeld, mal als Rechtsverteidiger, in Frankfurt gab er sogar den Spielmacher. Vorerst wird er aber weiterhin in der Viererkette agieren, da auf der Doppelsechs Thiago und Leon Goretzka gesetzt sind.

Kimmich, der perspektivisch im Mittelfeld spielen will, lässt sich davon aber nicht beirren. Sein Verhältnis zu Kovac ist gut, Kimmich scheut sich aber auch nicht, Missstände anzusprechen - intern wie extern. Ein Attribut, das Kovac schätzt: Ehrlichkeit. Mit seiner vorbildlichen Arbeitseinstellung ist er zudem Vorbild für die jüngere Generation im Bayern-Kader.

Die Bosse 

Was Kovac in Krisen-Zeiten gut tat, war das ausgesprochene Vertrauen der Führungsriege um Präsident Uli Hoeneß, Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Was dieses Vertrauensvotum auch zukünftig wert ist, werden die kommenden Wochen zeigen, sollten die Bayern patzen.

Kovac selbst (Vertrag bis 2021) kann indes einiges dafür tun, sein Standing bei den Bayern weiterhin zu verbessern. Gelänge ihm die Sechs-Punkte-Aufholjagd auf Spitzenreiter Borussia Dortmund oder kurzfristig sogar das Weiterkommen gegen Liverpool, wird ihn das stärken - vor allem mannschaftsintern.

Kovac wird wissen, welche Bedeutung die kommenden Hammer-Wochen auch für ihn persönlich haben werden.

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