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München - Bayern bringt sich durch ein Remis gegen Freiburg im Meisterkampf der Bundesliga erneut ins Hintertreffen. Kovac ärgert das, er nimmt seine Mannschaft in die Pflicht.

Niko Kovac war bedient.

Das 1:1 des FC Bayern beim SC Freiburg wurmte den Trainer des Rekordmeisters. Erneut patzten die Bayern gegen einen vermeintlich kleinen Gegner. "Wir haben sehr viele Punkte gegen Mannschaften auf dem Niveau der Freiburger liegengelassen", erklärte ein angefressener Kovac nach dem Spiel der Bayern bei Sky.

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Weil die Bayern in der Schlussphase Riesenchancen vergaben – im Gegensatz zum BVB, der einen Last-Minute-Sieg gegen den VfL Wolfsburg feierte – ist die Tabellenführung wieder weg. Allein Robert Lewandowski vergab zwei große Möglichkeiten, zudem traf Leon Goretzka in der Nachspielzeit noch den Pfosten. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

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Kovac hadert mit Abwehrleistung und Chancenverwertung

Doch der Chancenwucher war nicht der einzige Grund für Kovac‘ Ärgernis. "Wir müssen uns zwei Sachen vorwerfen lassen: In der ersten Halbzeit haben wir nicht so agiert, wie ich mir das vorstellt habe. Da war es ein offener Schlagabtausch." Seine Mannschaft hätte defensiv nicht so gut gestanden, wie er es erwarte.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic legte den Finger ebenfalls in die Wunde. "Die ersten Minuten haben wir verschlafen. Klar haben wir am Ende gedrückt und uns drei hundertprozentige Chancen herausgespielt, aber wir hatten nicht die richtige Einstellung. Man saß draußen auf der Bank und dachte nicht, dass wir glauben, dass wir das Spiel noch drehen wollen."

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In der zweiten Halbzeit hätten die Spieler die Vielzahl ihrer Chancen nicht genutzt. "Das sind die entscheidenden Punkte. Wenn du mit einem 1:1 in die Halbzeit gehst, ist das noch okay, aber dann müssen wir die Vielzahl unserer Chancen einfach nutzen, dann gewinnen wir das Spiel locker", erklärte Kovac. "So wie die zweite Halbzeit heute lief, war ich sehr zufrieden, mit der ersten jedoch nicht. Das haben wir uns wieder selbst eingebrockt. Ich bin sehr verärgert darüber, aber wir müssen weitermachen."

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Mit sechs Punkten Rückstand auf die Dortmunder waren die Bayern in die Rückrunde gestartet, erst am 25. Spieltag zogen die Münchner auch nach Toren am BVB vorbei. Vor der Partie im Breisgau gewann die Kovac-Elf 13 der vergangenen 14 Bundesliga-Spiele und zog so das Momentum im Titelkampf auf seine Seite.

Salihamidzic fordert "andere Einstellung"

Doch das ist jetzt wieder weg. Der BVB grüßt mit zwei Punkten Vorsprung – ausgerechnet vor dem direkten Duell am kommenden Spieltag. (Bundesliga: FC Bayern München – Borussia Dortmund, Samstag 18.30 Uhr im LIVETICKER). "Es ist ärgerlich, weil wir eine sehr gute Aufholjagd hingelegt hatten. Jetzt geht es wieder von vorne los", sagte Kovac.

Durch den Punkteverlust der Bayern haben sich die Vorzeichen vor dem Spitzenspiel geändert. Die Bayern müssen gewinnen, wollen sie die Tabellenführung zurückerobern. Kovac will das. Er fordert nichts anderes als einen Sieg im Heimspiel gegen die Elf von Lucien Favre. "Ich gehe davon aus, dass meine Spieler genau wissen, worum es geht und dass wir das Spiel gewinnen müssen. Das werden wir auch zeigen müssen", erhöhte er den Druck auf seine Spieler. (SERVICE: Spielplan der Bundesliga)

Salihamidzic sieht das genauso: "Wir erwarten eine richtige Reaktion gegen Dortmund. Das ist die Chance, die wir nutzen müssen. Sonst wird es schwer, Meister zu werden. Wir haben noch ungemütliche Spiele, gegen Dortmund müssen wir mit einer anderen Einstellung auf den Platz gehen", erklärte er bei Sky.

Die Niederlage ließ Kovac brodeln. "Innerlich ist das alles noch bei mir drin, aber ich kann mich kontrollieren". Auf ein Donnerwetter wolle er nach dem Freiburg-Spiel aber verzichten. "Wir werden das sachlich ansprechen aber natürlich auch in einer deutlichen Form." Man müsse nicht aus der Haut fahren und alles in Grund und Boden stampfen. Ein Sieg am kommenden Wochenende gegen Dortmund, und das Kovac-Brodeln wäre vorerst wieder gestoppt.

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