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Augsburg und München - Der FC Augsburg trennt sich von Coach Manuel Baum und Co-Trainer Jens Lehmann. Stefan Reuter erklärt den "klaren Schnitt" und seinen Plan mit Martin Schmidt.

Als eine Panikreaktion wollte Stefan Reuter die Entlassung von Cheftrainer Manuel Baum nicht verstanden wissen.

"Wir haben in den letzten Wochen und Monaten wirklich alles probiert, dass wir in der Konstellation mit Manuel Baum als Cheftrainer die Wende schaffen, die Weichen auf Erfolg stellen. Das ist uns leider nicht gelungen", musste der Geschäftsführer Sport des FC Augsburg am frühen Dienstagabend auf einer außerordentlichen Pressekonferenz dennoch eingestehen.

Nach den klaren Niederlagen in Nürnberg (0:3) und am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim (0:4) habe die Überzeugung gefehlt, "dass wir das noch mal dauerhaft hinkriegen", ergänzte Reuter. "Die Leistungen waren einfach zu schwankend. Das hat uns dazu bewogen, einen klaren Schnitt zu machen, um mit einer Neuausrichtung in die nächsten Wochen zu gehen, den Saisonendspurt optimistisch anzugehen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen."

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Sechs Spieltage vor Schluss fiel dieser Schnitt besonders radikal aus: Neben Trainer Baum musste auch der erst Ende Januar ins Boot geholte Co-Trainer Jens Lehmann gehen. Und der Technische Direktor Stephan Schwarz wurde ebenfalls freigestellt.

Vertrag von Reuter langfristig verlängert

Gleichzeitig will Reuter selbst den Neuanfang weiter aktiv mitgestalten. Wie Klub-Präsident Klaus Hofmann am Dienstag verkündete, wurde der bis 2020 laufende Vertrag Reuters vorzeitig bis 2023 verlängert.

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Kurzfristig geht es zunächst darum, das verunsicherte Team wieder in die Erfolgsspur zu führen. Als Baums Nachfolger soll der ehemalige Wolfsburger Trainer Martin Schmidt der Mannschaft "neue Energie verleihen", wie es Reuter formulierte. In erster Linie geht es aber einzig und allein darum, den Abstieg zu verhindern.

Schmidt stellt sich am Mittwoch vor

Am Mittwoch um 11 Uhr wird der Schweizer seine neue Mannschaft erstmals zum Training bitten, anschließend stellt sich der 51-Jährige der Presse vor. Schmidt bringt Stefan Sartori als Co-Trainer mit, mit dem 44-Jährigen hatte er zuletzt bereits in Wolfsburg zusammengearbeitet.

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"Schmidt ist ein sehr Bundesliga-erfahrener Trainer, der die Werte des FCA verkörpert. Wir sind sicher, dass er die richtige Ansprache findet", sagte Reuter und erklärte, dass Schmidts Vertrag bis 2020 laufe, "wenn wir die Klasse halten bis 2021".

Die Vorstellungen zuletzt, die den FCA mit nur vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz in Richtung 2. Bundesliga taumeln ließ, vergrößerten zunehmend die Sorgen. Sogar bei den Spielern machte sich Ratlosigkeit breit. Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw kritisierte nach der Pleite gegen Hoffenheim öffentlich die Taktik des Trainers. Zu Rückrundenstart hatte auch schon der mittlerweile an Frankfurt ausgeliehene Martin Hinteregger mit einer Verbalattacke Baum angegriffen.

Reuter stellt Baum Rückkehr in Aussicht

Reuter legte allerdings Wert darauf, dass er sich davon in seiner Entscheidung nicht habe beeinflussen lassen. "Uns war wichtig, eine Nacht drüber zu schlafen", sagte Reuter und würdigte Baums Verdienste als Chef- sowie Nachwuchscoach in den vergangenen Jahren.

Offiziell wurde Baum nur freigestellt, eine Rückkehr in den Nachwuchsbereich stellte Reuter Baum explizit in Aussicht. "Wenn Zeit ins Land zieht und er es sich vorstellen kann, sind wir absolut gesprächsbereit", sagte Reuter. "Wir haben eine sehr hohe Meinung von Manuel und können uns auch vorstellen, in der Zukunft noch mal mit ihm zusammenzuarbeiten."

Allerdings sei jetzt nicht der Zeitpunkt, diese Dinge zu besprechen. Schließlich beginnt am Mittwoch mit dem Amtsantritt von Martin Schmidt erstmal ein anderes Kapitel.

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