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München - Jose Mourinho bringt sich selbst in der Bundesliga ins Gespräch. Doch einem Engagement des exzentrischen Portugiesen beim FC Bayern stehen diverse Hürden im Weg.

Einst verpasste sich Jose Mourinho selbst den Spitznamen "The Special One". Besondere Erfolge, aber auch sein eigenwilliges Auftreten untermauerten gleichermaßen seinen Ruf.

Da aber vor allem ersteres während seiner Zeit bei Manchester United ausblieb, ist "The Special One" seit Dezember ohne Job. Aber Mourinho wäre nicht Mourinho, wenn er sich für seine neue Aufgabe - wo auch immer - nicht schon ambitionierte Ziele gesteckt hätte.

"Ich möchte versuchen, die Champions League ein drittes Mal mit einem dritten Verein und eine fünfte Meisterschaft in einem anderen Land zu gewinnen", sagte der 56-Jährige laut der portugiesischen Zeitung Record auf einer Trainertagung in seiner Heimat.

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Mourinho offen für Bundesliga-Job

Titelgewinne in Portugal, England, Italien und Spanien prangen schon auf Mourinhos persönlichem Briefkopf - bleiben noch die Topligen Frankreichs oder Deutschlands, um seine Sammlung zu komplettieren.

Angesprochen auf ein mögliches Engagement in der Bundesliga antwortete Mourinho: "Es ist ein Land, in dem ich noch nie trainiert habe. Warum nicht? Mal schauen ..."

Gemessen an Mourinhos Ansprüchen käme hierzulande mutmaßlich nur der FC Bayern ein potenzieller Arbeitgeber infrage.

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"Wenn ihn morgen Karl-Heinz Rummenigge anruft und ihm anbietet, den FC Bayern zu trainieren, würde Mourinho garantiert zusagen", sagte sein Biograph Manuel Pereira Mitte Januar in einem Spox-Interview.

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Wird Mourinho "The Spezl One"?

Wird aus "The Special One" also in naher Zukunft "The Spezl One"?

Aufgrund der vorbelasteten Beziehung zwischen Mourinho und den Bayern ist es nur schwer vorstellbar, dass die Münchner und der portugiesische Startrainer irgendwann einmal beste Freunde werden.

Dabei soll es in der Vergangenheit durchaus schon Kontakt gegeben haben. 2008 habe sich der Rekordmeister bei der Suche nach einem Nachfolger für Ottmar Hitzfeld mit Mourinho beschäftigt "und erste Gespräche geführt", wie der Journalist Raphael Honigstein im Dezember 2018 in einem Podcast der BBC erzählte.

Klinsmann statt Mourinho

Aber eine Zusammenarbeit kam nicht zustande, denn: "Sie wollten nie einen Trainer, der so überheblich ist", ergänzte Honigstein. Bayern habe nach einem Trainer gesucht, "der mit einer existierenden Struktur arbeiten kann". Die Wahl fiel damals auf Jürgen Klinsmann.

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Selbst wenn die Münchner rückblickend damit kein glückliches Händchen bewiesen, drängt sich aber aktuell die Frage auf, warum sie ausgerechnet jetzt, elf Jahre später, ihren vermeintlichen Fehler korrigieren sollten.

Zumal sich in der Zwischenzeit an der Säbener Straße die eher negative Meinung zu Mourinho nur noch verfestigt hat.

Hoeneß stichelt gegen Mourinho

"Man muss darauf achten, dass man nicht den Superstar als Trainer hat, sondern jemanden, der sich in die Gruppe integriert", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Mai vergangenen Jahres der Süddeutschen Zeitung - und nannte den damaligen ManUnited-Coach als Negativbeispiel: "Jose Mourinho bei Manchester United ist ein Superstar. Aber er hat den Verein kein Stück weiter gebracht. Alles konzentriert sich immer nur auf ihn."

Mit Mourinhos Erzfeind Pep Guardiola saß beim Rekordmeister bereits ein Coach mit vergleichbarem Superstar-Faktor auf der Bayern-Bank, von seiner Arbeit im taktischen Bereich und der Entwicklung von Spielern wie beispielsweise Joshua Kimmich profitiert der Rekordchampion aber noch heute.

Die von Guardiola in die Wege geleitete Dominanz in der Bundesliga nötigte Mourinho allerdings keinen großen Respekt ab. "Nehmen Sie doch den FC Bayern in Deutschland als Beispiel. Wissen Sie, wann der Gewinn des Titels für sie in jedem Jahr anfängt? Wenn sie im vorherigen Sommer den besten Spieler von Borussia Dortmund kaufen", stichelte er 2017.

Zu Guardiola pflegt Hoeneß nach wie vor noch ein freundschaftliches Verhältnis, die Meinung des Katalanen wird in München gerne gehört.

Sollte sich die Trainerfrage bei den Münchnern wieder einmal stellen - derzeit sitzt Niko Kovac nach überstandener Herbstkrise und erfolgreicher Bundesliga-Aufholjagd ja noch fest im Sattel - wird Guardiola dem FC Bayern wohl eher nicht zu Mourinho raten.

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