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Berlin - Union Berlin schafft nach einer dramatischen Relegation den erstmaligen Bundesliga-Aufstieg - und stürzt den VfB Stuttgart in ein Tal der Tränen.

Um 22.27 Uhr brachen an der Alten Försterei alle Dämme.

Nach einem dramatischen Relegations-Krimi hat sich Union Berlin endlich den Traum vom ersten Bundesliga-Aufstieg erfüllt und den VfB Stuttgart in die zweite Liga gestürzt. Während Ersatzspieler, Betreuer und Fans den Platz stürmten, verließen Mario Gomez und Co. fluchtartig das Feld.

Den "Eisernen" reichte in einem hektischen und umkämpften Relegationsrückspiel vor eigenem Publikum mit reichlich Pyro-Nebel nach einer beherzten Abwehrleistung ein 0:0, um nach dem 2:2 im Hinspiel als 56. Verein in die Bundesliga einzuziehen.

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Parensen: "Ein Traum ist wahr geworden"

"Ich kann niemand mitnehmen in meine Gefühlswelt. Was wir in dieser Saison geleistet und heute reingehauen haben - mehr geht nicht. Es war unglaublich! Natürlich träumt man immer davon. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben. Aber man braucht viel Glück. Ein Traum ist wahr geworden", sagte Unions Michael Parensen bei Eurosport. (Die Stimmen zum Spiel)

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Und Präsident Dirk Zingler ergänzte: "Es ist irreal, ich fasse es gar nicht. Ich gehe seit 40 Jahren zu diesem Verein und habe auf dieses Spiel gewartet. Die Menschen haben es einfach verdient, deshalb bin ich so glücklich."

Stuttgart am Tiefpunkt einer Horrorsaison

Bei den Schwaben herrschte hingegen Fassungslosigkeit. "Das ist der Tiefpunkt, das ist eine Horrorsaison. Union ist verdient aufgestiegen, sie haben eine überragende Saison gespielt, wir eine katastrophale. Es tut mir leid für die Fans", sagte Interimstrainer Nico Willig.

Der VfB Stuttgart muss nach 1975 und 2016 zum dritten Mal in der Klubgeschichte aus dem Oberhaus absteigen und sieht schwierigen Zeiten entgegen. Bei Union war der Jubel nach dem Abpfiff groß, in den letzten acht Jahren landeten die Köpenicker in der zweiten Liga immer unter den Top-Ten, für den Sprung auf einen der ersten drei Plätze hatte es aber erstmals in dieser Saison gereicht. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei sorgten beide Fanlager mit dem Abbrennen von Pyrotechnik immer wieder für Aufregung und mahnende Stadiondurchsagen. Die Teams zeigten sich unbeeindruckt. Der VfB übernahm zunächst die Initiative und sorgte für den ersten Aufreger.

Freistoßtor von Aogo zählt nicht

Ex-Nationalspieler Dennis Aogo (8.) schlenzte den Ball per Freistoß ins Tor, doch Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) entschied nach Videobeweis auf Abseits. Nicolas Gonzales hatte sich zwischen Mauer und Union-Keeper Rafal Gikiewicz postiert. Die Routiniers Holger Badstuber (30) und Aogo (32) waren beim VfB überraschend in die Startelf gerückt. (Service: Spielplan der Relegation)

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In der 20. Minute mussten die Gäste eine Schrecksekunde überstehen. Ozan Kabak blutete und musste längere Zeit behandelt werden, nachdem er mit Nebenmann Badstuber zusammengeprallt war. Beide Innenverteidiger konnten schließlich weitermachen - allerdings nur mit Turban. Der unglückliche Zusammenprall wirkte sinnbildlich, Stuttgart agierte vorsichtiger, hatte Mühe im Spielaufbau und erlaubte sich viele Abspielfehler.

Badstuber und Kabak mit Turban

Union hatte Mitte der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, konnte aber keine zwingenden Torchancen herausspielen. Badstuber und Kabak hatten Unions Spitze Sebastian Andersson trotz ihres ungewollten Kopfschmucks gut im Griff, Unions Mittelfeldspieler trauten sich zu selten in den gegnerischen Strafraum.

Vom VfB war auch länger nichts zu sehen. Erst kurz vor der Halbzeit gab Steven Zuber wieder ein Lebenszeichen der Stuttgarter Offensive, seinen Weitschuss konnte Unions Keeper Gikiewicz noch abwehren. Das Spiel blieb aber intensiv, die Stimmung explosiv, Unions Anhänger feuerten ihre Mannschaft durchgehend mit Sprechchören an. Zur Halbzeit gab es Applaus.

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Abdullahi trifft doppelt Alu

Stuttgarts Interimstrainer Nico Willig musste zur zweiten Halbzeit ein Zeichen setzten und brachte Ex-Nationalspieler Mario Gomez. Kurz darauf kam auch Daniel Didavi, der wegen muskulärer Probleme zunächst auf der Bank gesessen hatte. Union blieb aber gefährlich, Suleiman Abdullahi traf binnen kürzester Zeit gleich zweimal den Pfosten (65. und 66.).

Unions Fans hatten ihrer Mannschaft vor dem Anpfiff einen besonderen Empfang geboten. Als der Bus zum Stadion mit den Spielern vorfahren wollte, bildeten mehrere hundert Fans ein Spalier mit brennenden Bengalos. Die Stuttgarter Fans antworteten zum Anpfiff ebenfalls mit einer beeindruckenden Pyro-Demonstration.

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