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Berlin - Der VfB Stuttgart ist nach dem Abstieg aus der Bundesliga tief enttäuscht, die Verantwortlichen sprechen Klartext. Union Berlin ist in Feierlaune. Die Stimmen zum Spiel.

Union Berlin ist zum ersten Mal in die erste Bundesliga aufgestiegen.

Nach dem 2:2 im Hinspiel genügte den Berlinern ein 0:0 zu Hause gegen den VfB Stuttgart. Die Schwaben waren nach Abpfiff tief enttäuscht und rechneten schonungslos mit der eigenen Leistung ab. Bei Union herrschte hingegen Partystimmung. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

SPORT1 fasst die Stimmen von Eurosport, ZDF und aus der Mixed Zone zusammen:

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Nico Willig (Trainer VfB Stuttgart): "Das ist eine Horrorsaison und der Tiefpunkt. Union steigt verdient auf. Sie haben eine tolle Saison gespielt, wir eine katastrophale. Wir haben in meiner Amtszeit nur ein Spiel verloren, aber heute ein Remis zu viel gespielt. Das ist unglaublich schwer zu verarbeiten. Uns ging in der 2. Halbzeit der Saft aus. Mit den zwei Pfostenschüssen geht das Ding verdient an Union. Ich bin sehr enttäuscht."

... im ZDF: "Das ist ein Spiegelbild der gesamten Saison. Die Beine wurden im Laufe des Spiels immer schwerer. Wir haben die letzten fünf Wochen ein bisschen Aufwind gehabt, sind aber verdient abgestiegen. Der ganze Verein ist abgestiegen. Wir hatten heute verdientermaßen nicht den Fußballgott auf unserer Seite."

Thomas Hitzlsperger (Sportvorstand VfB Stuttgart): "Es war viel Kampf von beiden Mannschaften. Gratulation an Union, sie sind verdient in die 1. Liga aufgestiegen. Das ist brutal enttäuschend. Wir haben es nicht geschafft, weil wir ein bisschen weniger als der Gegner gemacht haben. Union hat Vollgas gegeben und jeden Zweikampf angenommen. Wir haben uns in dieser Saison nie richtig gefunden. Wir haben viel durchgewechselt und drei Trainer gehabt. Am Ende waren es zwei Unentschieden, aber das kann nicht der Anspruch sein. Wir sind mit anderen Erwartungen in die Saison gestartet. Niemand ist jetzt in der Lage, weiter zu denken. Wir müssen erkennen, dass wir viel falsch gemacht haben. Es wird Veränderungen geben, wir haben zu viel falsch gemacht. So etwas zu erleben ist brutal bitter. Ich muss den Leuten Möglichkeiten aufzeigen, etwas zu verändern. Wir haben nicht viel Zeit. Meine Aufgabe ist es, die Leute aufzurichten und nach vorne zu schauen."

... auf die Frage, ob es der schwierigste Moment seiner Karriere sei: "Ja, ja klar. Ich wusste, dass es passieren könnte. Auch die Spieler in der Kabine sind restlos bedient. Es spricht keiner, es gibt ja auch nichts zu sagen."

... im ZDF: "Es ist brutal. Wir hatten eine 2. Chance über die Relegation, die haben wir nicht genutzt. Wir wünschen Union alles gute, wir haben einiges falsch gemacht. Wir müssen mit dem Kader gut genug für die 1. Liga sein, es tut mir brutal leid für die Leute. Wir waren in der Relegation nicht so desolat wie teilweise in der Saison. Ich möchte Nico (Willig, Anm. d. Red.) und das Trainerteam von der Kritik ausnehmen, alle andere müssen sich schon hinterfragen. Ich wusste bei meinem Antritt, dass das passieren kann. Ich hätte es gern vermieden, aber jetzt haben wir hoffentlich ein gutes Team, das sich aufraffen muss."

"Der Tiefpunkt der Saison"

Wolfgang Dietrich (Präsident VfB Stuttgart): "Der heutige Abend ist das absolut bittere Ende einer Bundesliga-Saison, in der aus sportlicher Sicht praktisch alles schiefgegangen ist, was schiefgehen konnte. Wir sind vom ersten Pflichtspiel an in einen Negativstrudel geraten, aus dem wir uns trotz großer Anstrengungen nicht befreien konnten. Wir sind mit dem Ziel in die Saison gestartet, uns sportlich weiter zu stabilisieren und jetzt entsprechend schwer geschockt über den nunmehr feststehenden Abstieg. Alle VfBler werden eine gewisse Zeit benötigen, um diesen Schock zu verarbeiten. Aber wir werden definitiv wieder aufstehen und alles daransetzen, den VfB wieder zurück in die Bundesliga zu führen! Die wirtschaftlichen sowie strukturellen Voraussetzungen dafür sind gegeben, die Aufarbeitung dieser Spielzeit läuft bereits und die sportlichen Weichen für die Zukunft werden ebenfalls schon gestellt. Der VfB steigt wieder auf!"

Christian Gentner (VfB Stuttgart): "Wir wollen die Schuld nicht beim Schiedsrichter suchen. Wir haben es in der ganzen Saison nicht geschafft, eine Leistung abzuliefern, die es gerechtfertigt, in der Liga zu bleiben."

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Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart): "Was gibt es Schlimmeres als den Abstieg? Das ist der Tiefpunkt der Saison, es ist eine brutale Leere und eine totale Enttäuschung."

Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Ich glaube, dass ein ganzer Verein ein Jahr lang alles dafür gemacht hat. Die Arbeit braucht viele Hände, es freut mich für alle. Es ist ein gemeinsamer Erfolg. Ich habe alles zurückbekommen, was ich gegeben habe. Es ist fantastisch. Dem Verein und dem tollen Publikum und jedem einzelnen Mitarbeiter gönne ich es. Ich habe immer daran geglaubt." (Service: Spielplan der Relegation)

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"40 Jahre auf dieses Spiel gewartet"

Dirk Zingler (Präsident Union Berlin): "Es ist irreal, ich fasse es gar nicht. Ich gehe seit 40 Jahren zu diesem Verein und habe auf dieses Spiel gewartet. Die Menschen haben es einfach verdient, deshalb bin ich so glücklich."

... im ZDF: "Ich bin im Eimer, das ist unwirklich für mich. Ein 0:0 ist immer gefährlich. Dass wir der 56. Bundesligist sind, macht uns total stolz. Viele haben uns die vielen Unentschieden in der Saison vorgeworfen, jetzt sind wir mit zwei Unentschieden aufgestiegen. Im Fußball ist weniger manchmal mehr, das möchten wir auch der Bundesliga zeigen. Wir haben jetzt sechs Wochen Zeit, um zu feiern. Dann stellen wir uns neu auf."

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Oliver Ruhnert (Geschäftsführer Union Berlin): "Es ist unbeschreiblich. Die Mannschaft hat den härtesten Weg genommen, das kann man nicht beschreiben. Die Leute haben sich so danach gesehnt. Es ist ein geiles Gefühl, Union in der 1. Liga zu sehen."

Michael Parensen (Union Berlin): "Ich kann niemanden mitnehmen in meine Gefühlswelt. Was wir in dieser Saison geleistet und heute reingehauen haben - mehr geht nicht. Es war unglaublich! Natürlich träumt man immer davon. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben. Aber man braucht viel Glück. Ein Traum ist wahrgeworden."

Sebastian Andersson (Union Berlin): "Es ist so gut. Ich bin so stolz auf das Team, wir haben unglaublich gefightet."

Matthias Sammer (TV-Experte): "Dieser Sport verkörpert so viel an Emotionalität und Leidensfähigkeit. Das ist die Faszination Fußball. Ich gratuliere Union Berlin und bin traurig für den VfB Stuttgart. Sie sind gut aufgestellt und ich glaube, dass sie den sofortigen Wiederaufstieg schaffen. Die Emotionen von Union sind unfassbar."

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