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Leipzig - Der FC Bayern verpasst durch das Remis bei RB Leipzig den vorzeitigen Titelgewinn. Präsident Uli Hoeneß ärgert sich über den Einsatz des Videoschiedsrichters bei der entscheidenden Szene.

Die Szene ließ Uli Hoeneß nicht los.

Der Präsident des FC Bayern hatte bereits im Mannschaftsbus des FC Bayern in Leipzig Platz genommen, bevor er noch einmal mit dem Smartphone in der Hand zu den wartenden Journalisten zurückkam.

Auf dem iPhone: Die Szene, die den vorzeitigen Titelgewinn des FC Bayern am 33. Spieltag der Bundesligasaison verhinderte. Vom Bein von Robert Lewandowski war ein Fernschuss Leon Goretzkas auf die rechte Seite zu Kingsley Coman geprallt. Die Flanke des Franzosen kam über Umwege zu Goretzka zurück, der den Ball gnadenlos aus elf Metern versenkte.

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Doch Schiedsrichter Manuel Gräfe nahm den Treffer nach zwei Minuten Beratung mit dem Videoschiedsrichter wieder zurück. Lewandowskis Fußspitze befand sich kaum wahrnehmbar im Abseits.

Was Hoeneß ärgerte, als er den Medienvertretern das Standbild mit der kalibrierten Abseitslinie zeigte: War das wirklich eine klare Fehlentscheidung?

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Im Gespräch in der Interviewzone hatte der FCB-Boss seinem Ärger bereits vorher Luft gemacht. Zweifel am Gewinn der 7. Meisterschaft in Folge hat er trotz des auf zwei Punkte geschmolzenen Vorsprungs auf Verfolger Borussia Dortmund keine. (SERVICE: Die Bundesliga-Tabelle)

Hoeneß' Aussagen im Wortlaut:

Frage: Sie haben nach dem Abpfiff auf der Tribüne geklatscht. Sind Sie also zufrieden?

Uli Hoeneß: Ich habe eine großartige Leistung unserer Mannschaft gesehen. Wir waren klar die bessere Mannschaft mit vielen, vielen Torchancen. Was ich mir gerade habe sagen lassen mit dem sogenannten Abseits ist ja der Witz des Jahres, weil das keine klare Fehlentscheidung war. Der Videobeweis ist dafür da, klare Fehlentscheidungen zu korrigieren. Es war gleiche Höhe, Millimeter sind kein Vorteil.  Aber ihr seid ja sowieso immer negativ, das sind wir ja nicht anders gewohnt.

Frage: Es wird in der Woche jetzt viel Aufregung geben. Erwarten Sie in dieser Woche auch mal einen Giftpfeil aus Dortmund?

Hoeneß: Wenn ihr euch ein bisschen zurückhalten würdet, haben wir eine ruhige Woche. Die Unruhe kommt nur von der Presse.

Frage: Aber die Trainer-Diskussion kommt doch nicht nur von der Presse…

Hoeneß: Jetzt hören Sie mir doch auf mit dem Schmarrn. Meinen Sie, wir haben diese Woche eine Trainer-Diskussion?

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Frage: Wie gehen Sie persönlich jetzt in diese Woche? Es ist so spannend wie lange nicht mehr…

Hoeneß: Ihr wolltet doch alle eine spannende Bundesliga-Saison und jetzt habt ihr sie. Ich weiß gar nicht, was ihr habt. Das ist doch wunderbar.

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Frage: Aber wie gehen Sie persönlich damit um?

Hoeneß: Ganz entspannt. Ich schaue immer nur, wie unsere Mannschaft spielt. Und wenn die Mannschaft so spielt wie heute, dann werden wir kein Problem kriegen. Das ist ganz einfach.

Frage: Sie fürchten also nicht, dass das nächste Woche noch in die Hose gehen könnte?

Hoeneß: Überhaupt nicht. Ich werde sechs oder sieben Tage wunderbar schlafen. Weil ich weiß: Wenn sie so spielen wie heute, so kämpfen, so fighten, sich so reinhauen – dann sind wir am Samstag Deutscher Meister.

Frage: Konnte Timo Werner Sie heute überzeugen?

Hoeneß: Ich habe heute die Grauen (die Bayern-Spieler, Anm. d. Red.) angeschaut und nicht die Weißen. Wir spielen um die Meisterschaft und ihr macht immer Nebenkriegsschauplätze auf. Wenn demnächst noch ein Schäferhund irgendeinen Ordner beißt, ist euch das wichtiger, als das Fußballspiel. Das müsst ihr euch abgewöhnen. Wir sind in der entscheidenden Phase der Meisterschaft. Da geht es nur um die Meisterschaft. Und alles andere machen wir danach. 

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