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München - Bayern zieht die Kaufoption auf James Rodríguez nicht - und schließt damit ein insgesamt unbefriedigendes Kapitel. Trainer Niko Kovac darf sich gestärkt fühlen.

Letztlich war es ein stiller Abschied.

Der letzte Einsatz von James Rodríguez im Trikot des FC Bayern endete bereits 15 Minuten nach seiner Einwechslung. Und irgendwie steht diese unbefriedigende letzte Viertelstunde in Diensten des Rekordmeisters sinnbildlich für eine von Enttäuschungen geprägte Beziehung zwischen dem kolumbianischen Superstar und den Münchnern.

Zwei Jahre nach seiner mit großen Hoffnungen verbundenen Ankunft trennen sich nun die Wege.

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Mit dem Verzicht, den 27-Jährigen per Klausel von Real Madrid fest zu verpflichten, zog Karl-Heinz Rummenigge nun einen Schlussstrich.

Rummenigge erklärt James' Abschied

"Man sollte keinen Spieler für 42 Millionen Euro Ablöse mit entsprechendem Gehalt verpflichten, wenn man ihm keine feste Position bieten kann. Das ist nicht sinnvoll", sagte der Vorstandsvorsitzende im Gespräch mit SPORT1.

Sein enormes Potenzial hat James immer mal wieder angedeutet, aber eben nicht konstant abgerufen. Je sieben Bundesligatore in zwei Jahren, sowie elf Vorlagen im ersten und vier im zweiten Jahr sind eine solide Bilanz - gemessen an James' Fähigkeiten hat er aber noch Luft nach oben.

"Ich habe immer gesagt, dass ich ein Fan seiner Spielkultur bin. Sein linker Fuß ist auch außergewöhnlich, seine Torquote auch. Das war schon ein Spieler mit hoher Qualität. Aber es nützt nichts", erklärte Rummenigge. "Er hat den Anspruch, jedes Spiel zu spielen und das sieht er bei uns als nicht gewährleistet."

Schwerer Stand unter Kovac

Unter Trainer Niko Kovac hatte James, zunächst von einer Oberschenkelverletzung in der Vorbereitung ausgebremst, über die gesamte Saison hinweg einen schweren Stand. Am Ende stand er nur gut ein Drittel der möglichen Spielzeit auf dem Rasen.

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Oft genug hatte Kovac in den vergangenen Monaten seinen sensiblen Superstar öffentlich angestachelt. "James spielt um seine Zukunft. Ich erwarte, dass er sich weiter aufdrängt", sagte er vor dem Rückrundenstart. "Ich sehe, dass er motiviert und fokussiert ist. Er will mehr spielen als in der Vergangenheit."

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Ein halbes Jahr später bleibt festzuhalten: James' Wunsch ging nicht in Erfüllung. Wie Rummenigge erklärte, suchte James selbst vor Saisonende das Gespräch mit dem Bayern-Boss und bat ihn, die Option nicht zu ziehen.

James' Abschied stärkt Kovac

Dass der erklärte James-Befürworter Rummenigge die Klausel notgedrungen verstreichen lässt, bedeutet aber auch: Trainer Kovac darf sich weiter gestärkt fühlen.

Im offensiven Mittelfeld hinter den Spitzen hatte zuletzt ohnehin Thomas Müller seinen Stammplatz sicher.

Müller weiter gesetzt – kommt neue Konkurrenz?

Dass sein Hauptkonkurrent sich nun verabschiedet, stärkt auch Müllers Position – selbst wenn der immer wieder heiß gehandelte Timo Werner wegen James' Abgang wieder verstärkt in den Fokus rücken könnte.

Durch die eingesparten 42 Millionen Euro haben die Bayern auf dem Transfermarkt nun wieder mehr Handlungsspielraum - vielleicht auch um einen erneuten Anlauf auf Leroy Sané zu starten? Laut englischen Medienberichten blitzten die Bayern im ersten Versuch mit einer 80-Millionen-Euro-Offerte bei Manchester City ab.

Nach James' stillem Abschied dürfte es hinsichtlich Transfers jedenfalls alles andere als ein ruhiger Sommer an der Säbener Straße werden.

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