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Gute Ausbildung, kein finanzielles Risiko - Borussia Dortmund bedient sich erneut in Spanien. Diesmal macht die Borussia gleich Nägel mit Köpfen.

Die ersten Worte von Mateu Morey waren gleich eine Liebeserklärung. "Guten Tag, guten Morgen, ich liebe Dich", ließ Morey - noch etwas holprig - verlauten. Der Adressat war natürlich Borussia Dortmund. Die Schwarz-Gelben haben den 19 Jahre alten Rechtsverteidiger vom FC Barcelona verpflichtet.

Der Transfer folgt einer gewissen Methode, die aktuell sehr beliebt ist und in jüngster Vergangenheit schon Erfolg gezeigt hat. Junge, gut ausgebildete Spieler der spanischen Edelklubs Barca oder Real Madrid wechseln in die Bundesliga, um dort zu reifen und im Gegenzug bereits eine Verstärkung für die Bundesligisten zu sein.

Der BVB hat das im Vorjahr ja schon erleben dürfen mit Achraf Hakimi. Der von Real ausgeliehene, 20 Jahre alte Marokkaner schlug in Dortmund bestens ein, bis er in der Rückrunde die für einen Spieler solchen Alters nicht unüblichen Leistungsschwankungen zeigte und sich schließlich einen Mittelfußbruch zuzog.

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Auch Eintracht macht gute Erfahrungen 

Auch Eintracht Frankfurt machte etwa mit dem von Real ausgeliehenen Jesús Vallejo, der am Sonntag mit Spanien im Finale gegen Deutschland die U21-Europameisterschaft gewann, gute Erfahrungen. Gleiches gilt für Omar Mascarell, der inzwischen für Schalke 04 spielt.

Während Hakimi die Borussia nach dem Ende der Leihe im Sommer 2020 wieder verlassen und nach Madrid zurückkehren wird, hat der BVB diesmal gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Morey, der wie Hakimi als offensivstarker Außenverteidiger gilt, wurde bis 2024 unter Vertrag genommen. 

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Kritiker können entgegenhalten, dass es nicht gerade für die Qualität oder Finanzstärke der Bundesliga spricht, wenn sie sich bei der Jugend von La Liga bedient, statt gestandene Profis nach Deutschland zu holen. Auf der Gegenseite ist es auch eine Spekulation auf große Rendite. Der BVB kann ja - siehe Spieler wie Christian Pulisic, Ousmane Dembélé oder bald auch Jadon Sancho - ein fröhliches Lied davon singen.

Dortmund sticht namhafte Klubs aus 

Es sind auf jeden Fall Transfers ohne großes Risiko. Morey, der als C-Jugendlicher seine Heimat-Insel Mallorca verließ, um in Barcelonas berühmter Nachwuchsakademie La Masia ausgebildet zu werden, kostet keine Ablöse. Einzig eine Ausbildungsentschädigung, die bei 90.000 Euro liegen soll, muss der BVB bezahlen. Dem Vernehmen nach soll Dortmund neben Barca, das an einer Vertragsverlängerung mit seinem Juwel interessiert war, auch so namhafte Klubs wie Manchester City, Juventus und den FC Bayern ausgestochen haben. 

"Mateu Morey ist ein großes Abwehr-Talent, das über ausgeprägte technische Qualität verfügt", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, dämpfte zugleich aber allzu große Erwartungen: "Wir sehen diesen Transfer perspektivisch." Zorc stand in jüngster Zeit ja schon häufiger mit Barca in Verhandlungen. Im Vorjahr wechselte Super-Joker Paco Alcácer von den Katalanen ins Ruhrgebiet. 

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Morey wird mit den Profis unter Lucien Favre trainieren, wahrscheinlich aber zunächst in der Reservemannschaft zum Einsatz kommen. Bestenfalls wird er den 34 Jahre alten Routinier Lukasz Piszczek auf der rechten Abwehrseite in ein oder zwei Jahren beerben.

Schwere Verletzungen stoppten Morey 

Ob Morey eine Verstärkung für den BVB sein wird, muss sich aber natürlich erst zeigen. Ein Fragezeichen hinter Moreys Leistungsfähigkeit ist nicht zuletzt dessen Verletzungshistorie. Die vergangene Saison war für ihn eine verlorene. Erst stoppte ihn ein Meniskusriss, sieben Monate später beim Comeback-Versuch folgte ein Bänderriss im Knie.

Den Wechsel nach Dortmund schmackhaft gemacht hat Morey auch sein früherer Mitspieler Sergio Gómez. "Er hat mir gesagt, dass ich nicht lange überlegen soll", erklärte Morey. Gómez, 2017 mit Morey U17-Europameister, war Anfang 2018 von Barca nach Dortmund gewechselt, hat sich dort aber bislang nicht durchsetzen können. 

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