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In der nächsten Woche will sich Alexander Nübel konkret mit seiner Zukunft beschäftigen. Der FC Bayern ist weiter an ihm dran, ausländische Topvereine aber auch.

Wie intensiv die vergangenen EM-Tage für Alexander Nübel waren und vor allem das verlorene U21-Finale gegen Spanien (1:2), zeigte eine Szene nach Abpfiff.

Emotional und lange umarmte er in den Katakomben des Dacia Stadions von Udinese Calcio seinen Vater, nachdem zuvor Tränen der Enttäuschung geflossen waren. Zusammen mit Nübels Mutter besuchte er neben den vorherigen DFB-Partien auch das Endspiel – eines der wichtigsten Spiele in der noch jungen Karriere des 22-Jährigen. 

Seine Eltern mussten mit ansehen, wie ihr Sohn beim 2:0 der Spanier für einen kurzen Moment nicht gut aussah. Einen Weitschuss von Fábian Ruiz blockte der Schalker nach vorne ab, Dani Olmo lupfte den Abpraller anschließend über ihn. 

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Ausgerechnet Nübel, denn das Supertalent hatte erst dafür gesorgt, dass die U21-Nationalmannschaft überhaupt in das Finale einzog. "Er hätte den Ball sicherlich festhalten können. Aber letzten Endes sind wir auch wegen Alex ins Finale gekommen", bekräftigte sein Trainer Stefan Kuntz.

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Mit mehreren Weltklasse-Paraden bestätigte Nübel zudem seinen Status als Nummer eins, sowohl in der DFB-Auswahl von Kuntz als auch beim FC Schalke 04. Trotz Patzer im Finale hat Nübel eindrucksvoll bewiesen, warum er weiterhin eines der gefragtesten Torwart-Talente Europas ist.

Wie geht es nun weiter mit ihm?

FC Bayern interessiert an Nübel

Wie SPORT1 exklusiv berichtet hat, ist der FC Bayern mehr als nur interessiert an Nübel.

In München soll er Manuel Neuer beerben, ihm bestenfalls schon in der kommenden Saison, spätestens ab 2020 Druck machen.

Nach SPORT1-Informationen gibt es zwischen den Bayern-Verantwortlichen und der Nübel-Seite auch weiterhin intensiven Kontakt. Eine mündliche Zusage seitens Nübel, oder gar eine schriftliche Vereinbarung mit dem Rekordmeister, soll es aber nicht geben.

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Vielmehr müssen die Münchner aufpassen, dass er am Ende nicht sogar eine ganz andere Option wählt.

England-Klubs und AS Rom steigen ein

Nach SPORT1-Informationen hat sich durch seine starken EM-Leistungen die Anzahl an Interessenten beachtlich erhöht. Mehrere Vereine aus England haben sich nach Nübel erkundigt. Konkreter sogar die AS Rom, welche ihn unbedingt verpflichten will.

Noch beschäftigt sich der gebürtige Paderborner mit alldem nicht. Mit einigen seiner U21-Mitspieler reist er diese Woche nach Mallorca. Abschalten lautet die Devise.

Erst in der kommenden Woche wird er sich dann konkret berichten lassen, welche Optionen sich für ihn ergeben haben.

Schalke kämpft um Nübel

Eine davon ist nach wie vor ein Verbleib auf Schalke. S04 möchte mit ihm unbedingt verlängern und verhindern, dass er wie Leon Goretzka (Bayern) oder Sead Kolasinac (Arsenal) nach dem Ende der Vertragslaufzeit ablösefrei wechselt.

Jochen Schneider kündigte auf der Jahreshauptversammlung bereits an, dass man alles tun wolle, "um ihn zu behalten". Der Schalker Sportvorstand machte aber auch klar, "nichts versprechen" zu können. 

Zunächst muss Nübel entscheiden, ob er die auf dem Tisch liegende Vertragsverlängerung der Schalker annimmt oder nicht.

Nicht ausgeschlossen ist, dass er sich dagegen entscheidet, aber in der kommenden Saison trotzdem für Königsblau zwischen den Pfosten stehen wird. Die Nübel-Seite weiß aber, dass bei dieser Entscheidung die Reaktion des emotionalen Schalker Publikums einkalkuliert werden muss. 

Nübel-Treffen mit Wagner

Die Verantwortlichen lassen indes nichts unversucht, einen ihrer Top-Schützlinge zu halten. Bereits vor der EM gab es nach SPORT1-Informationen ein persönliches Treffen zwischen Neu-Trainer David Wagner und Nübel. Klare Botschaft seitens des Cheftrainers: Wir wollen dich unbedingt halten!

Ob Nübel das auch will? Fakt ist jedenfalls, dass ihn die vergangenen Wochen und zahlreichen Spekulationen um seine Person belastet haben. Nachdem der 22-Jährige in der vergangenen Saison von null auf hundert durchgestartet war und S04-Ikone Ralf Fährmann auf die Bank verdrängte, jagt ihn jetzt halb Europa.

Parallele zu Kahn 2002

Übrigens: Als Nübel am Sonntagabend patzte, wurden Erinnerungen an Bayern-Legende Oliver Kahn wach.

Dem mehrmaligen Welttorwart unterlief genau vor 17 Jahren, bei der WM 2002 beim 0:2 gegen Brasilien in Yokohama, ein ähnlicher Fehler.

Darauf angesprochen sagte Kuntz: "Wenn er jetzt eine Karriere macht wie Olli Kahn, hat das Ding hier seinen Zweck erfüllt."

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