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Houston - Der FC Bayern hält weiterhin nach einem Spieler für das Mittelfeld-Zentrum Ausschau. Wie aber steht es um das vorhandene Spielermaterial? SPORT1 gibt einen Überblick.

Zwei Neuzugänge will der FC Bayern in diesem Transfersommer auf jeden Fall noch präsentieren.

Bekanntermaßen steht ganz oben auf der Wunschliste ein Topspieler für die Außenbahn. Zudem wird ein Spieler für das zentrale Mittelfeld gesucht. "Wenn wir im Mittelfeld Bedarf und Qualität sehen, werden wir uns darum bemühen", bestätigte Trainer Niko Kovac am Freitagabend in Houston.

Der Spanier Rodri, ein großbewachsener Sechser, war bereits einer der Wunschspieler. Er entschied sich jedoch für einen Wechsel zu Manchester City. Marc Roca von Espanyol Barcelona ist einer der Sechser-Alternativen. Ein Transfer des spanischen U21-Europameisters soll nur noch an der Ablöse hängen.

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Wie aber steht es um das vorhandene Spielermaterial?

Niko Kovac könnte im 4-2-3-1 oder 4-3-3-System jedenfalls aus dem Vollen schöpfen, denn in der Mittelfeld-Zentrale sind die Bayern gut besetzt. SPORT1 gibt einen Überblick.

Javi Martínez

Der Baske hat sich in der vergangenen Saison still und heimlich unverzichtbar gemacht. Spielte er anfangs unter Kovac kaum eine Rolle, war er am Ende Leistungsträger. Martínez ist hoch angesehen in der Mannschaft. Er ist kein Lautsprecher, dafür ein zuverlässiger, defensiver Arbeiter – vor allem in großen Spielen.

Sein Plus ist neben seinem Stellungsspiel, seine Kopfballstärke und das Zweikampfverhalten. Allerdings ist er nicht der Schnellste.

"Eine Mannschaft braucht Stars, aber auch Spieler, die arbeiten. Ich weiß, dass mein Job nicht immer in der Zeitung landet. Aber für mich ist es wichtiger, dass der Trainer, meine Mitspieler und die Fans mit mir zufrieden sind", sagt Martínez über seine Rolle.

Möglich, dass ihn Kovac vorerst in der Innenverteidigung einplant.

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Thiago

Der Spanier pflegt ein hochprofessionelles Verhältnis zu Kovac, ist für ihn einer der verlängerten Arme auf dem Spielfeld. Dass die Bayern letzte Saison noch das Double holten, lag für den Bayern-Trainer vor allem an den starken Leistungen von Thiago.

"Er ist unser Taktgeber. Es gibt nichts, was er nicht kann. Auf dem Platz denkt er wie ein Trainer", schwärmt Kovac.

Der 28-Jährige bleibt für Kovac auch zukünftig unverzichtbar. Der Spanier ist technisch einer begabtesten Spieler im Team, hat sich zudem deutlich im Zweikampfverhalten gesteigert. Auf engem Raum behält er die Ruhe und ist resistent gegen gegnerisches Pressing.

Im Zentrum kann Thiago alles spielen. "Ich spiele auch als Torwart, wenn der Trainer das will", sagt er.

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Corentin Tolisso

Der französische Weltmeister verpasste die vergangene Saison wegen seines Kreuzband- und Außenmeniskusrisses im rechten Knie fast komplett. Beim Pokal-Finale in Berlin schenkte ihm Kovac überraschend 25 Minuten Einsatzzeit.

Vor seiner Verletzung zeichnete ihn seine Torgefährlichkeit aus – per Fuß und Kopf. Wie Leon Goretzka zieht es ihn immer wieder in den Strafraum.

"Es war ein hartes Jahr. Für meinen Kopf war es aber wichtig, nochmal diese Minuten zu spielen. Das hat mich sehr glücklich gemach", sagte Tolisso im Rahmen der USA-Reise.

Gegen den FC Arsenal (1:2) begann Tolisso im zentralen Mittelfeld. Er mühte sich, aber noch ist zu merken, dass er kein hundertprozentiges Vertrauen in sein Knie zu haben scheint. Bei vielen Aktionen, vor allem in Zweikämpfen, wirkt er noch zurückhaltend.

"Im Kopf ist nichts", machte Tolisso aber klar: "Ich weiß, dass ich im linken Bein noch ein bisschen Rückstand habe. Das kann ich aber mit täglicher und harter Arbeit aufholen. Ich fühle mich sehr gut und habe schon viel im Urlaub gearbeitet. Ich bin heiß darauf, wieder in den Wettkampf zurückzukommen."

Tolisso muss sich einen Stammplatz hart erkämpfen.

Renato Sanches

Niko Kovac bestätigte am Freitag die entsprechende SPORT1-Information, indem er verkündete: "Renato Sanches bleibt."

Ein Wechsel ist damit vom Tisch. Kovac selbst plant ihn zukünftig als Achter oder Zehner ein – und nicht im defensiven Mittelfeld.

Sanches hofft nun, regelmäßiger eingesetzt zu werden. Kovac stellte ihm dies auch in Aussicht, was er allerdings auch schon vor einem Jahr tat.

Der Europameister von 2016 will endlich zeigen, dass er bereit ist für den FC Bayern. "Zehn oder 15 Minuten sind keine Chance. Nur in Spielen kann man sich beweisen. Wenn man aber nicht spielt, verliert man Selbstbewusstsein", klagte er Anfang dieser Woche noch an.

Für Sanches spricht seine Power und seine Antrittsschnelligkeit. In vielen Kurzeinsätzen hat er zudem bewiesen, dass er offensiv Akzente setzen kann. Oftmals wirkt er aber übermotiviert und taktisch undiszipliniert.

Bleibt abzuwarten, ob ihn Kovac dauerhaft im Zentrum einsetzt. Momentan ist das noch schwer vorstellbar.

Leon Goretzka

Der Ex-Schalker spielte eine gute ersten Bayern-Saison und zeigte, dass er dem Druck beim Rekordmeister standhalten kann. Im Vergleich zur Konkurrenz ist Goretzka sehr torgefährlich.

Er ist kein klassischer Sechser, sieht sich selbst auf der Acht. Von dort zieht es ihn mit seiner Abschlussstärke immer wieder in den Strafraum.

Goretzka steht bei Kovac hoch im Kurs, viele sehen in ihm den Mittelfeldspieler der Bayern-Zukunft. Vereinsintern gibt es nach SPORT1-Informationen aber auch vereinzelt Zweifel daran, ob der 24-Jährige einer für die ganz großen Spiele sein kann. Diesen Beweis muss er ab sofort erbringen.

Goretzka sollte aber vorerst gesetzt sein.

Joshua Kimmich

Der 24-Jährige würde liebend gern, wie in der Nationalmannschaft, im defensiven Mittelfeldspiel agieren. Da er sich mit seiner Flanken-Stärke als Rechtsverteidiger aber unverzichtbar gemacht hat, wird er im Verein wohl weiterhin dort spielen.

Zudem bleibt mit Sanches ein weiterer Kandidat für das Zentrum im Kader. Kimmich wird auf seine Sechser-Chance warten müssen.

Der Dauerbrenner versprach im Gespräch mit SPORT1: "Ich werde wieder viel investieren, damit ich in dieser Saison wieder so intensiv durchziehen kann."

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