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Houston - Niklas Süle hat es in nur zwei Jahren zum Innenverteidiger Nummer eins des FC Bayern gebracht. Karl-Heinz Rummenigge will, dass er jetzt zum Abwehrchef wird.

Sich durch harte Arbeit vom Tellerwäscher zum Millionär hochzuarbeiten, ist bekanntlich der Ausdruck des amerikanischen Traums.

Nun war Niklas Süle vor seinem Wechsel zum FC Bayern gewiss kein Tellerwäscher, dafür ein solider Innenverteidiger bei der TSG Hoffenheim - mit viel Talent und bereits gut bezahlt.

Mit harter Arbeit hat er es innerhalb von nur zwei Jahren in München geschafft, sich zum Innenverteidiger Nummer eins des deutschen Rekordmeisters hochzuarbeiten - und natürlich auch zum Millionär. Laut Karl-Heinz Rummenigge ist der 23-Jährige sogar schon der "beste deutsche Innenverteidiger".

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Wie passend, dass sich Süle mit den Münchnern derzeit auf USA-Reise befindet, wo er zunehmend damit konfrontiert wird, ab sofort das Abwehrzentrum der Roten anzuführen.

"Süle wird diese Rolle übernehmen müssen. Er übernimmt sie in der Nationalmannschaft, und ich finde, dass er es da bislang gut gemacht hat. Das kann er auch bei Bayern München bewerkstelligen", fordert Vorstandsboss Rummenigge im Gespräch mit SPORT1.

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Süle soll fortan der Abwehrboss werden. Eine Rolle, die laut Rummenigge im Mittelfeld Thiago innehabe, "und Lewandowski vorne".

Süle: "Verantwortung will ich sowieso übernehmen"

Für Süle ist die Forderung des mächtigen Bayern-Chefs kein Problem - im Gegenteil. "Verantwortung will ich sowieso übernehmen, weil es auch meine dritte Saison ist. Ich will in dieser Hinsicht den nächsten Schritt gehen. Das erwartet der Klub auch von mir", erklärte Süle am Sonntag in Houston.

Auch, weil sich an seinem Status der Nummer eins in der Innenverteidigung vorerst nichts ändern wird. Mats Hummels, der diese Rolle ebenfalls für sich beanspruchte, ist zu Borussia Dortmund gewechselt. Jérôme Boateng, der sich diese Rolle viele Jahre mit Hummels teilte, steht noch immer auf der Verkaufsliste.

80-Millionen-Euro-Neuzugang Lucas Hernández, laut Rummenigge der "beste Innenverteidiger der Bundesliga", ohne diesen Beweis je erbracht zu haben, arbeitet nach seiner Knie-OP noch in der Reha. Benjamin Pavard muss seine Rolle im Münchner Defensivverbund erst noch finden.

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Niklas Süle sprach auf einer Presserunde in Houston mit SPORT1
Niklas Süle sprach auf einer Presserunde in Houston mit SPORT1 © SPORT1/Florian Plettenberg

Eine interessante Beobachtung in Amerika: Gegen den FC Arsenal (1:2) kam Süle zur Halbzeit in die Partie. Er wirkte schwerfällig, leistete sich Fehler und wirkte nicht fit. Eine Leistung, die ihn wurmte, weshalb er wortlos das Stadion verließ. Drei Tage später gegen Real Madrid (3:1) war Süle aber wieder zur Stelle. Er wirkte spritziger, setzte per Tacklings einige Zeichen und bereitete mit einem sehenswerten Flugball das 2:0 von Robert Lewandowski vor. Süle wurde quasi vom Ehrgeiz gepackt.

Rummenigges Rat an Süle

Der gebürtige Frankfurter hat sich auch auferlegt, zukünftig verbal voranzugehen. Bislang versuchte er sich auf dem Platz erfolgreich mit Leistung zu profilieren, statt mit großen Worten.

"Ich bin kein Lautsprecher. War ich noch nie. Vielleicht muss ich mich da erst einarbeiten. Das versuche ich dieses Jahr", versprach Süle, der noch mal verdeutlichte, was ihm bislang wichtiger war. "Ich habe immer versucht, meinen Mitspielern mit meinen Leistungen zu zeigen, dass auf mich Verlass ist, auch mal mit einem Tackling oder einer Grätsche."

Eigenschaften, die auch Rummenigge, früher ein Stürmer von Weltklasse-Format, an ihm schätzt. "Er ist ein junger Bursche, und junge Burschen können sich immer noch weiterentwickeln", sagt Rummenigge über Süle und gibt ihm den Tipp, "jeden Tag gut und konzentriert zu trainieren - und auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben".

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