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München - Miroslav Klose hat die Einstellung der Nachwuchsspieler im Fußball kritisiert. Der U17-Coach des FC Bayern vermisst Leidenschaft und sieht Probleme in der Jugendarbeit.

Zunächst Stürmertrainer im Stab von Bundestrainer Joachim Löw, seit Sommer 2018 Trainer der U17 des FC Bayern - Miroslav Klose, Rekord-Torschütze der deutschen Nationalmannschaft, brennt für seine Aufgabe als Coach.

In seinen ersten Jahren nach der aktiven Laufbahn hat er bereits einiges gesehen. Aufgefallen ist ihm, dass vielen Nachwuchsspielern heutzutage die nötige Motivation fehlt.

"Ich habe viel Kontakt zu Ex-Profis, die heute Trainer oder sonst im Fußball tätig sind", erzählte Klose dem kicker. "Sie bestätigen, dass die heutige Generation diese Einstellung, die bei uns normal war, nicht mehr hat, bis auf wenige Ausnahmen. Diese Leidenschaft, dieses Herz vermisse ich. Sie gehört zum Gesamtpaket neben Talent, Physis, Athletik."

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Klose sieht Schwächen bei den Strukturen der Jugendarbeit

Auch die schulische Ausbildung spielt auf dem Weg zum Profi heutzutage eine sehr wichtige Rolle. "Manche lassen die Schule schleifen und kapieren nicht, dass sie - wenn sie als Nationalspieler oft weg sind - den Stoff nachholen müssen", meint Klose. "Viele gehen da den bequemen Weg. Das zeigt mir, dass es dann nicht reicht."

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In der modernen Jugendarbeit sieht der Coach Schwächen, die das unmotivierte Verhalten der Spieler teilweise fördern: "Wir müssen noch Strukturen verändern und zurück zu den Basics. Die jungen Spieler sind oft zu schnell satt. Sie müssen wieder Spaß am Fußball bekommen. Manchmal wirken sie derart gestresst, mit Schule und vielem mehr, dass sie – so mein Eindruck – nur zum Training kommen, weil sie es müssen."

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Klose wird er auch in der kommenden Saison die Entwicklung beobachten und bei der U17 des deutschen Rekordmeisters auf der Trainerbank sitzen, obwohl ihm eine Beförderung in die U19 angeboten wurde.

Klose wollte mit der U17 aber unbedingt weiterarbeiten und setzte sich mit diesem Ansinnen letztlich gegen Sportdirektor Hasan Salihamidzic durch, wie SPORT1 berichtet hatte. 

Der Schritt wäre dem 41-Jährigen zu früh gekommen. "Ich will noch lernen", zitiert der kicker den früheren Bayern-Stürmer in der Montagsausgabe.

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