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München - BVB-Juwel Jadon Sancho wird in Europa immer begehrter. Die Dortmunder tun alles, um den Engländer zu halten. Fraglich ist, wie lange das noch funktioniert.

Im Prinzip war alles wie immer.

Beim 5:1-Auftaktsieg von Borussia Dortmund am 1. Spieltag der Bundesliga gegen den FC Augsburg war Jadon Sancho neben Paco Alcácer der Mann des Spiels. Das 2:1 erzielte der 19-jährige selbst, das 4:1 des Spaniers legte er auf.

Fast identisches Spiel zwei Wochen zuvor beim 2:0-Sieg gegen den FC Bayern im Supercup: Sancho steuerte ein Tor und einen Assist bei. "Jadon ist ein echtes Talent. Sogar die Bayern-Verteidiger hatten Angst, wenn er am Ball war. Das ist nichts Neues, weil er einfach so viel Qualität hat", schwärmte Teamkollege Axel Witsel nach dem Spiel gegen den Rekordmeister.

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BVB kann Bayern um fünf Punkte enteilen

Der Engländer macht zu Beginn der neuen Spielzeit genau da weiter, wo er in der vergangenen aufgehört hatte. Nur Kapitän Marco Reus erzielte in der vergangenen Spielzeit mehr Scorerpunkte als Sancho, 32 Scorer in 43 Spielen standen für Sancho am Ende zu Buche.

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Vor knapp einem Jahr, vor 362 Tagen, begann für Sancho die Bundesliga-Saison, die er wohl niemals vergessen wird. Er wurde endgültig zum Stammspieler beim BVB, der ihn im Jahr zuvor für knapp acht Millionen Euro von Manchester City verpflichtete. Damals entschied sich der junge Engländer, dem Konkurrenzkampf bei den "Skyblues" aus dem Weg zu gehen. Eine goldrichtige Entscheidung.

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Sancho dribbelt sich in die Herzen der BVB-Fans

Sancho schaffte den Durchbruch. Und noch viel mehr als das: Mit seinen Dribblings, seinem Spielwitz und seinem Tempo spielte er sich nicht nur in die Herzen der BVB-Fans, sondern im Prinzip der ganzen Bundesliga.

Und er knackte einige Rekorde. Noch nie gelangen einem 18-Jährigen seit der detaillierten Datenerfassung in der Bundesliga-Saison 2004/05 so viele Assists. Zudem war er bei seinem elften Bundesliga-Tor mit 19 Jahren und 19 Tagen der jüngste Spieler, der das geschafft hat.

Sein kometenhafter Aufstieg ist natürlich auch den "Three Lions" nicht verborgen geblieben. Im Oktober 2018 debütierte er für Englands A-Nationalmannschaft. Nur sechs Spieler waren vor ihm jünger.

Wie sehr Sancho in der vergangenen Saison durchgestartet ist, lässt sich gut anhand seines Marktwerts ablesen (Quelle: transfermarkt.de). Zu Beginn der Spielzeit 2018/19 lag dieser bei 20 Millionen Euro, aktuell ist Sancho 100 Millionen wert und damit der wertvollste Spieler unter 20 Jahren.

Sein ehemaliger Trainer Sayce Holmes-Lewis traut Sancho sogar den ganz großen Schritt zu. "Wenn er so weitermacht, wird er Europas Fußballer des Jahres oder Weltfußballer", sagte er vor einiger Zeit dem Daily Mirror.

Selbstredend, dass diese Leistungen die ganz großen Klubs auf den Plan rufen. Schon während der vergangenen Spielzeit wurde immer wieder über eine Rückkehr zu Manchester City spekuliert. Der BVB betonte jedoch stets, Sancho habe keine Ausstiegsklausel.

Angeblich halten die "Citizens" eine Weiterverkaufsbeteiligung in den Händen, sollen zudem ein "Matching Right" besitzen. Bedeutet: Wenn der BVB eine Ablöse für Sancho akzeptiert, kann City diese ebenfalls auf den Tisch legen und hat dadurch ein Vorkaufsrecht.

BVB erhöht Sanchos Gehalt deutlich

Dass Sanchos Herz noch weiter an City und Trainer Pep Guardiola hängt, daraus macht der junge Engländer keinen Hehl. "Ich liebe Pep immer noch, ich liebe noch alle im Klub, weil sie mich aus Watford verpflichtet haben und mir geholfen haben, mich zu dem zu entwickeln, der ich heute bin", sagte Sancho dem Online-Portal SoccerBible.

Der BVB unternimmt jetzt schon alles, sein Juwel so lange wie möglich in Dortmund zu halten. Sanchos Vertrag läuft bis 2022, jüngst sollen die Schwarz-Gelben sein Gehalt deutlich angehoben haben. Statt bisher rund drei Millionen soll laut Daily Mail sogar über zehn Millionen verdienen.

Im Gegenzug habe er lukrative Anfragen von Manchester United und Paris Saint-Germain ausgeschlagen. Sportdirektor Michael Zorc hatte bereits im April klargestellt, dass Sancho in der Saison 2019/20 definitiv in Dortmund spielen wird.

109 Millionen Euro Ablöse?

Doch die "Red Devils" lassen offenbar nicht locker. Laut der Sun soll United das England-Juwel für 2020 zum Transferziel Nummer eins auserkoren haben, eine Ablöse von 109 Millionen Euro bieten. Nach dem Verkauf von Romelu Lukaku setzt United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer aktuell vorwiegend auf junge Engländer im Sturm. Ein Jadon Sancho würde da sicherlich gut hineinpassen. Spielt der Flügelflitzer auch in der neuen Spielzeit so auf, wie in der vergangenen, dürfte es für den BVB sehr schwierig werden, Sancho über 2020 hinaus zu halten. 

Bisher hat es bei Sancho noch keine Anzeichen gegeben, dass ihm der plötzliche Ruhm zu Kopf steigt. BVB-Trainer Lucien Favre gab in der Vorbereitung die Marschroute vor, an die sich sein Schützling halten sollte. "Jeden Tag muss ich denken: 'Morgen will ich besser sein als heute'. Das ist ein Leitmotiv", erklärte Favre.

Hält sich Sancho daran, scheint auch der ganz große Schritt nur eine Frage der Zeit zu sein. Und ein Wechsel zu einem internationalen Top-Klub wohl auch.

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