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München - Edmund Stoiber verrät die Gründe für den Rückzug von Uli Hoeneß beim FC Bayern. Neben Kritik auf der Jahreshauptversammlung ist auch ein interner Streit entscheidend.

Uli Hoeneß wird beim FC Bayern kürzertreten und die Ämter als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender abgeben.

Details möchte der 67-Jährige nach der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag mitteilen. Wie Hoeneß' Büro SPORT1 bestätigte, wird eine Pressemitteilung Aufschluss über die Ergebnisse des Meetings geben. Für Freitag ist zudem eine Pressekonferenz bei den Münchnern geplant.

Doch bereits jetzt hat Edmund Stoiber die Gründe für Hoeneß' Rückzug verraten.

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Stoiber: Zwistigkeiten zwischen Hoeneß und Rummenigge

"Die Jahreshauptversammlung war für ihn ein solcher Schock, danach kamen natürlich auch die Zwistigkeiten mit Kalle dazu, die Auseinandersetzung wegen dem Trainer", sagte Stoiber am Rande eines Termins des FC Bayern in der bayerischen Staatskanzlei am Mittwochnachmittag. "Er will auch mehr für seine Enkel jetzt da sein. Aber er bleibt im Aufsichtsrat."

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Laut dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten habe es mehrere Versuche gegeben, Hoeneß umzustimmen. "Ich, vier Mal, natürlich am allermeisten. Aber er hat sich entschieden."

Hoeneß: "Sehr emotionaler Moment"

Auf der Jahreshauptversammlung im Dezember hatte Klub-Mitglied Johannes Bachmayr in einer elfminütigen Rede harsche Kritik an Hoeneß formuliert.

Der Macher des deutschen Rekordmeisters zeigte sich "schockiert" und empfand dies damals als Versuch, "meinen tadellosen Ruf als Manager, Vorstand und jetzt Präsident durch polemische Behauptungen und fast alles falsche Unterstellungen zu beschädigen", wie er auf SPORT1-Nachfrage äußerte.

Auch Hoeneß selbst äußerte sich am Rande der Veranstaltung zu den Rücktrittsgerüchten. Verkünden wollte er aber noch nichts. "Ich habe ja gesagt, dass ich morgen meine Entscheidung bekanntgeben werde, und dem möchte ich nicht vorgreifen. Das war natürlich ein sehr emotionaler Moment hier, weil die Fans sich positiv gegenüber mir verhalten haben und das hat mir natürlich unheimlich gefallen", erklärte Hoeneß.

Seine Hilfe für den FC Bayern hätte nichts mit dem Amt zu tun, betonte Hoeneß. "Ich habe immer gesagt, dass ich dem Verein, in welcher Form auch immer, zur Verfügung stehe. Das ist nicht an irgendein Amt gebunden", sagte der Präsident.

Hoeneß sprach zudem über die große Anteilnahme der Fans. "Ich habe natürlich viele Briefe bekommen, hauptsächlich positive Briefe. So eine Entscheidung ist ja nicht in zwei Tagen gefallen", erklärte er. Es sei ein Prozess von ungefähr einem Jahr gewesen. "Und deswegen muss man das in Ruhe mit der Familie besprechen und dann eine Entscheidung treffen."

Stoiber: "Die Seele, der Kopf und das Herz des FC Bayern"

Stoiber bedauert den Rückzug von Hoeneß. "Er ist die Seele, der Kopf und das Herz des FC Bayern. So eine Persönlichkeit kannst du nicht eins zu eins ersetzen."

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Sorgen um die Zukunft des Vereins macht sich Aufsichtsrat Stoiber nicht. "Die Grundlagen sind so gut gelegt und es besteht ein solches Einvernehmen zwischen Uli und Herbert Hainer. Uli wird weiterhin im Aufsichtsrat sein und er wird sicherlich weiterhin ein großer Repräsentant des FC Bayern sein. In der gebotenen Zurückhaltung wird er sicher auch weiter Einfluss nehmen." 

Hainer, designierter Nachfolger Hoeneß' als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender, sei "ein kluger Kopf, ein Unternehmer, aber ein leidenschaftlicher Fußballer", sagte Stoiber.

"Selbst hat er es nur bis zur Landesliga gebracht, aber er kann das: National und international auftreten, was man bei dem Verein ja machen muss. Keiner ist eins zu eins zu ersetzen, aber er ist eine sehr gute Lösung."

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