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München - Das 6:1 des FC Bayern gegen Mainz ist noch nicht die ganz große Show des Startelf-Debütanten Philippe Coutinho. Thomas Müller sammelt als Joker Punkte.

So einfach gibt Thomas Müller seinen Platz nicht her!

Erstmals in dieser Saison saß das Urgestein des FC Bayern München auf der Bank, weil Philippe Coutinho beim 6:1-Sieg gegen Mainz 05 seine Startelf-Premiere feierte.

Für die Leihgabe des FC Barcelona baute Niko Kovac wie erwartet das System um. Joshua Kimmich und Thiago spielten auf der Doppelsechs, Coutinho im offensiven Mittelfeld - auf seiner Wunschposition.

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Die große Coutinho-Show war es aber noch nicht, er war an keinem Tor beteiligt - anders als der später für ihn eingewechselte Müller (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Coutinho deutet sein Potenzial zunächst nur an

Mainz 05 nahm Coutinho anfangs durch Edimilson Fernandes in Manndeckung und schaltete ihn mit einer Mittelfeld-Raute (die Kovac erwartet hatte) nahezu komplett aus. Nur vereinzelt konnte Coutinho mit Spielwitz und Pässen in die Schnittstelle andeuten, was in ihm steckt - wenngleich Kovac lobte: "Er hatte gute Momente, auch mit dem Ball. Er hat ein, zwei Pässe gespielt, die richtig klasse waren."

In seinen 67 Einsatzminuten hatte Coutinho 49 Ballkontakte, lief 8,7 Kilometer, blieb ohne Torschuss, legte aber deren zwei auf. Auch seine Quote von 46 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und ein Fehlpassanteil von 12 Prozent belegen: Es ist noch Luft nach oben. 

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"Es war ein intensives Spiel. Ich trainiere die nächsten Wochen weiter, um besser zu werden", sagte Coutinho nach Abpfiff.

Die Bayern wissen, dass Coutinho nach seiner Teilnahme an der Copa América und dem darauffolgenden Urlaub noch Zeit brauchen wird, um in Topform zu kommen. Kovac wird sie ihm geben.

Dass er sich fortan im Wettbewerb mit Müller befindet, wird Coutinho wissen, will es aber nicht weiter kommentieren. Bescheiden sagt er über Müller auf SPORT1-Nachfrage: "Er ist ein unglaublicher Spieler und ich bin so froh, mit ihm im in der gleichen Mannschaft zu spielen. Ich kann von ihm viel lernen. Man hat es ja heute gesehen: Er kommt rein und hat sofort wichtige Szenen."

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Müller: "Schön den Ball flach halten"

Stimmt! Müller kam in der 67. Minute für Coutinho ins Spiel, ging auf die Zehn und bereitete direkt zwei Tore vor: Das 5:1 von Robert Lewandowski (78.) und das 6:1 von Alphonso Davies (81.). "So ist Thomas. Er kommt rein und macht Randale", freute sich Kovac über seinen Edel-Joker.

Überbewerten wollte es Müller aber nicht. "Immer schön den Ball flach halten", sagte er über seine Leistung. "Der Trainer hat mir gesagt, dass ich nochmal Gas geben und pushen soll. Das haben wir auch gut hinbekommen", so der 29-Jährige.

Das lag allerdings auch daran, dass die Mainzer in dieser Phase völlig zusammenbrachen und die Offensivabteilung der Bayern weitaus mehr Räume vorfand als noch in Halbzeit eins - in der Coutinho agierte.

Müller, der unlängst erst festhielt nur darauf gewartet zu haben, dass seine Zukunft mit der von Coutinho in Verbindung gebracht wird, verlässt sich auf seine Erkenntnisse der Vergangenheit. Trotz namhafter Konkurrenz hat er immer wieder seinen Platz unter den ersten Elf behauptet.

"Nach meiner Erfahrung gab es ganz wenige Perioden in den letzten zehn Jahren, wo viele Spiele am Stück mit der gleichem Mannschaft bestritten wurden. So viel zu diesem Thema", sagte Müller. Und weiter: "Wir haben einen großen Kader und sehr viel Qualität. Es wird im Laufe der Saison ganz viele Aufstellungen geben. Dementsprechend geht es für uns Spieler darum, da nicht so viel hineinzuinterpretieren. Wir sind eine Mannschaft, aber jeder will spielen, das ist doch ganz klar."

Wer spielt gegen RB Leipzig?

Kommende Woche, während der Länderspielpause, will sich Ex-Nationalspieler Müller vor den Augen von Kovac im dezimierten Bayern-Training zeigen und anbieten. Coutinho hingegen wurde für die Länderspiele gegen Kolumbien und Peru berufen.

"Er wird jetzt zur Nationalmannschaft fahren und dann dort hoffentlich seine Minuten bekommen", sagt Kovac zu Coutinho: "Mit seinen Leistungen bin ich zufrieden, aber ich weiß natürlich auch, dass es noch besser wird." 

Wen Kovac anschließend am 4. Spieltag im Topspiel gegen RB Leipzig auf die Zehn stellt, ist völlig offen.

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