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München - Philippe Coutinho wird beim FC Bayern künftig mit der Zehn auflaufen. Eine Rückennummer mit großer Geschichte - nicht allein wegen Arjen Robben.

Mit kindlicher Vorfreude hielt Philippe Coutinho seine neue Arbeitskleidung in die Kamera.

"Ich kann es kaum erwarten, das Trikot überzustreifen und zu spielen", sagte der Neuzugang des FC Bayern unmittelbar nach seiner Vertragsunterschrift am Montag dem klubeigenen TV-Sender.

Auf seinem Rücken prangt künftig die Zehn - eine Nummer mit großer Bedeutung beim Rekordmeister.

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Robben prägt Ära mit der Zehn

Zuletzt trug sie Arjen Robben, stolze zehn Jahre lang. Der Niederländer prägte eine Ära bei den Bayern, seine Erfolge werden daher immer mit seinem roten Trikot mit der 10 in Erinnerung bleiben. Er war es, der die Münchner im Finale der Champions League 2013 zum Triple schoss.

Seit Robbens Abschied in diesem Sommer war seine Nummer vakant.

"Wir hatten ursprünglich vor, die Nummer 10 und die Nummer 7 als besondere Geste gegenüber unseren großen Spielern Arjen Robben und Franck Ribéry vorerst nicht zu vergeben. Aber wir wollten jetzt auch zeigen, welche Bedeutung und Wertigkeit dieser Transfer hat", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei Coutinhos Präsentation in der Allianz Arena am Montagnachmittag auf SPORT1-Nachfrage.

Und Robben selbst? Der hatte überhaupt nichts dagegen, wie er auf den Sport Bild-Awards am Montagabend verriet:  "Ich habe von Brazzo einen netten Anruf bekommen. Er hat mir gesagt, Coutinho wolle die 10. Ich habe geantwortet, dass ich nur das Beste für den Verein will und wenn ihm [Coutinho, d.R.] die 10 guttut ist das super."

James sorgt für Diskussion um die Zehn

Die ersten Reaktionen in den sozialen Medien fielen allerdings gemischt aus. Kommentare wie "10 = Robben, sonst niemand" fanden sich am Montag auf Instagram unter den Kommentaren der Transferbestätigung der Bayern. Diverse Bayern-Fans sehen im neuen Brasilianer aber auch "den legitimen Nachfolger".

Diskussionen um die Zehn bei den Münchnern hatte es schon vor zwei Jahren gegeben.

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Im Vorfeld der Verpflichtung von James Rodríguez soll der Kolumbianer darauf bestanden haben, dass Robben seine Rückennummer an ihn abtritt, da James auch in der Nationalmannschaft die 10 trägt. Letztlich einigte man sich aber, Robben behielt seine 10 und James bekam die 11.

Robben hält Coutinho für "würdigen Nachfolger"

Neuerliche Konflikte sind nun aber nicht zu erwarten - dafür sorgte nicht zuletzt das Telefonat von Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit Robben am Montagmorgen. "Arjen hat damit überhaupt kein Problem. Er wünscht Philippe alles Gute und er ist ein mehr als würdiger Nachfolger der Trikots mit der Nummer 10", berichtete Rummenigge.

Dass Salihamidzic für das finale Verhandlungsgespräch am vergangenen Mittwoch in Barcelona ein Bayern-Trikot mit Coutinhos Namen und der Zehn auf dem Rücken dabei hatte, spielte bei der Transferentscheidung des Brasilianers eine nicht unwesentliche Rolle. "Das war auch ein sehr wichtiges Zeichen für Philippe, dass auch der Klub voll auf ihn setzt und voll hinter dem Transfer steht", betonte Rummenigge. 

Auch Coutinho ist sich der besonderen Dimension bewusst. "Das ist natürlich eine große Verantwortung. Die Nummer gehörte Robben, der eine große Referenz im Fußball war, auch für mich", sagte der Neuzugang. Bei Barca trug Coutinho zuletzt die 7, in der Selecao die 11, aber die 10 steht für ein bedeutendes Kapitel in Coutinhos Karriere.

Coutinhos Erinnerung an Liverpool

Nach seinem Wechsel 2012 von Inter Mailand zum FC Liverpool streifte sich der Offensivspieler bei den Reds das Jersey mit der klassischen Spielmacher-Nummer über - und feierte in diesem Trikot den internationalen Durchbruch.

Nun tritt er als neuer Zehner bei den Bayern in große Fußstapfen, die nicht allein Robben in den vergangenen zehn Jahren hinterlassen hat.

Robben hatte seinerzeit die Nummer von Roy Makaay übernommen, der sie vier Jahre lang getragen hatte.

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Bayerns berühmte Zehner

Einer der berühmteste Zehner der Bayern-Historie ist aber zweifellos Lothar Matthäus, der die Zehn nach seiner Rückkehr von Inter Mailand 1992 übernahm und bis zu seinem Abschied im März 2000 trug. Auch der heutige Bayern-Präsident Uli Hoeneß trug einst die Zehn auf dem Rücken.

"Ich weiß, dass viel auf mir lastet", bekräftigte Coutinho, "aber ich glaube, dass ich hier in Ruhe arbeiten kann und mit gutem Fußball auf dem Feld antworten kann, um die Erwartungen des Klubs und der Fans zu erfüllen."

Auch um die Restzweifel unter den Anhängern von Bayern-Legende Arjen Robben zu beseitigen.

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