Lesedauer: 5 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Benjamin Pavard gilt als bisher größte Transfer-Überraschung der noch jungen Saison. Von Bayern-Präsident Uli Hoeneß gibt es ein Lob der Extraklasse.

Mit einem stolzen Lächeln verkündete Sportdirektor Hasan Salihamidzic im Januar dieses Jahres in Doha/Katar den Transfer von Benjamin Pavard. Er lobte die Vielseitigkeit des Franzosen, dessen Entwicklungspotential und wurde nicht müde zu erwähnen, dass der FC Bayern einen Weltmeister verpflichtet habe.

Die Öffentlichkeit nahm es zur Kenntnis, für ein Staunen sorgte der bevorstehende Wechsel zu diesem Zeitpunkt aber nicht. Nicht wenige trauten Pavard den Durchbruch im Star-Ensemble des FC Bayern schlichtweg nicht zu.

Acht Monate später hat Pavard in vielen Ansätzen aber schon zeigen können, warum ihn die Münchner für vergleichsweise günstige 35 Millionen von Absteiger VfB Stuttgart losgeeist und ihn mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet haben.

Anzeige

Jetzt das aktuelle Trikot des FC Bayern bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Pavard kann sich unter Trainer Niko Kovac derzeit als Stammspieler fühlen. Spielte mal als Rechtsverteidiger, mal in der Innenverteidigung. In allen drei Wettbewerben verpasste er bislang keine Minute, traf in der Liga selbst einmal und bereitete einen Treffer vor.

Quelle surprise!

Lob für Pavard gibt es derzeit von allen Seiten. Eines hat es allerdings in sich: "Er zeigt jetzt schon nach ein paar Wochen, dass er einer der besten Transfers werden wird, die wir je gemacht haben", prophezeit Uli Hoeneß im Gespräch mit SPORT1.

Der Noch-Präsident wiederholt sich beim Schwärmen, sagt nochmal: "Für mich ist nicht entscheidend, was ein Spieler kostet. Mir war immer klar, dass er ein überragender Transfer wird. Vor allem, weil er charakterlich wunderbar ist."

Pavard, der öffentlich bisweilen sehr zurückhaltend wirkt, hat es geschafft, sich vorerst gegen seine Skeptiker zu behaupten.

Meistgelesene Artikel

Anfangs profitierte er davon, dass Kovac Joshua Kimmich ins Zentrum beförderte. Pavard gab den Rechtsverteidiger, interpretierte ihn aber weitaus defensiver als Kimmich. In der Innenverteidigung steht er in der Hierarchie vor Jérôme Boateng. Lucas Hernández hilft vorerst als Ersatz für den verletzten David Alaba aus, wodurch ein Platz im Zentrum frei ist.

Sehr wichtig für das Team und für ihn war sein Traumtor gegen Mainz 05 am dritten Spieltag zum 1:1. Wenig später bereitete er mit einer Flanke das 3:1 durch Ivan Perisic vor. Pavard war angekommen in München!

Zuletzt, in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad (3:0) harmonierte er mit Niklas Süle, wieder in der Innenverteidigung – und überzeugte.

Salihamidzic: "Es ist erst der Anfang"

Nach Abpfiff gab es daher im Vieraugen-Gespräch ein Extra-Lob von Salihamidzic. Dessen Worte in Richtung des Neuzugangs: "Bleib genauso dran, denn es ist erst der Anfang."

Dass Pavard bereits so gut funktioniert, stärkt auch die Position von Salihamidzic. Hinter dem Transfer des 23-Jährigen galt der Sportdirektor als treibende Kraft, führte auch maßgeblich die Gespräche mit den Schwaben und dem Spieler.

"Ich bin sehr zufrieden mit ihm und seiner Entwicklung. Seitdem er hier ist, hat er gute Leistungen gebracht und sich sehr professionell verhalten", lobt ihn Salihamidzic im Gespräch mit SPORT1.

Jetzt die Spielewelt von SPORT1 entdecken - hier entlang!

Klar ist aber auch, dass Pavard noch Verbesserungsbedarf hat. Etwa im Spielaufbau.

Auch in Sachen Kommunikation muss und will er noch zulegen, denn Deutsch spricht er trotz seiner drei Jahre in Stuttgart kaum. Auf dem Platz kommuniziert er auf Französisch.

In der Defensive vorrangig mit Landsmann Lucas Hernández, aber auch mit Abwehr-Chef Niklas Süle, der die französische Sprache in groben Zügen beherrscht.

Seine Leistung beeinträchtigen mangelnde Deutschkenntnisse vorerst nicht.

Coutinho: "Bin nicht überrascht von seinen Leistungen"

"Er ist ein großartiger Spieler. Das hat er in der Nationalmannschaft schon gezeigt und jetzt in der Champions-League-Spiel auch wieder", schwärmt der Neuzugang von Atlético Madrid bei SPORT1.

"Er ist ein sehr guter Verteidiger, der in der Defensive nahezu alle Positionen spielen kann. Ich schätze ihn sehr, im Nationalteam spielen wir ja auch schon länger zusammen - und jetzt zum Glück auch im Verein", so Hernández.

Erlebe bei MAGENTA SPORT mit Sky Sport Kompakt alle Sky Konferenzen der Fußball-Bundesliga live! | ANZEIGE

Ähnlich klingt Philippe Coutinho als sich SPORT1 mit dem Samba-Star über Pavard unterhält.

"Ich bin nicht überrascht von seinen Leistungen, weil er einfach sehr gut ist. Das hat er schon bei der Weltmeisterschaft gezeigt. Ich freue mich, dass ich jetzt mit ihm in einer Mannschaft spiele", sagt Coutinho.

Kovac freut sich auch über seine Allzweckwaffe in der Defensive. Pavard selbst hat indes keine Probleme damit, oft umgestellt zu werden. Für ihn sei das "gar kein Problem. Wenn ich spiele, dann bin ich glücklich", so Pavard.

Wahrscheinlich ist, dass er heute im Heimspiel, zum Wiesn-Auftakt gegen den 1. FC Köln, erneut in der Startelf steht, denn Fehler hat er sich zuletzt nicht erlaubt.

Ganz im Gegenteil.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image