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Traditionalisten nervt es, aber: RB Leipzig ist Spitzenreiter der Bundesliga. SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp sagt: Das könnte im Meistertitel münden.

Hallo Bundesliga-Freunde,

harte Zeiten für die Leipzig-Hasser unter den Fußball-Liebenden. Euer Konflikt könnte euch diese Saison fertig machen.

Ist doch gar keine Frage: Die Art und Weise, wie RB in den vergangenen Jahren Fußball "spielte", die durfte man scheußlich finden. Eine Pressingmaschine, ziemlich aufwendig darauf programmiert, Ergebnisse zu produzieren. Kalt, radikal, unfreundlich. Getrimmt auf Effizienz.

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Und das in Verbindung mit diesem ganzen geschäftlichen Hintergrund, Milliardär Mateschitz mit seinen Marketing-Millionen aus Österreich, ja, das nervt den Traditionalisten. Und wie.

Doch wer reinen Erfolg suchte, wurde in Leipzig fündig. Drei Jahre Bundesliga, dreimal Europapokal. Eine herausragende Ausbeute für einen Neuling - für die auch keineswegs nur die wirtschaftlichen Voraussetzungen verantwortlich zeichneten. Viel Geld haben viele. Leipzig machte auch vor dieser Saison vieles richtig und besser als andere - am strategischen Erfolg gemessen, nicht in Sympathie.

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Doch jetzt, in der Post-Ranknick-Ära, haben die Leipziger die nächste Stufe gezündet. Ein großer Erfolg schon, denn die Fußball-Geschichte hat genug Beispiele für sportliche Dellen (und sogar Abstürze) parat, wenn eine über Jahre omnipräsente Führungskraft, auf die sich so viel fokussierte, auf einmal nicht mehr mitarbeitete.

RB hat den gefühlten Neustart ausgezeichnet hinbekommen. Unter ihrem neuen Trainer Julian Nagelsmann ist Leipzig in kurzer Zeit zu Deutschlands bester Fußball-Mannschaft gereift. (Service: Bundesliga-Tabelle) Nagelsmann, für viele Experten einer der fortschrittlichsten Fußball-Lehrer Europas, hat das Spiel des Vereins deutlich erweitert.

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Statt der Überfallvarianten, die Rangnick detailbesessen dozierte, können und lieben die Leiziger nun auch Ballbesitz. In ganz unterschiedlichen Abwandlungen, aber vor allem in einer Qualität, die Fans des Sports begeistern sollte. Leipzigs Fußball ist wieder Fußball, wie man ihn gerne sieht: extrem dynamisch und körperlich stark, dazu wahnsinning schnell und variantenreich. Und als Ergebnis zumindest national fast jedem Mitbewerber überlegen.

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Man könnte sagen, es ist soweit: In dieser Saison kann RB Leipzig tatsächlich Meister werden. Nicht, weil andere einen Durchhänger haben - sondern weil sie selbst auf einem Level sind, das sie in der Bundesliga in der Regel unschlagbar macht. Eintagsfliegen, gern auf Wiedervorlage, sehen ganz anders aus.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp ab sofort als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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