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Werder Bremens Christian Groß feierte gegen Union Berlin mit 30 Jahren sein Startelf-Debüt
Werder Bremens Christian Groß feierte gegen Union Berlin mit 30 Jahren sein Startelf-Debüt © Getty Images
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Christian Groß feiert überraschend sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen. Noch vor wenigen Wochen nicht war dieser Karrieresprung nicht unbedingt zu erwarten.

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"Das ist ein Märchen, ich lebe gerade meinen Traum", sagte Christian Groß nach dem 2:1-Sieg von Werder Bremen gegen Union Berlin überglücklich.

Dass der Defensivmann mit seinen 30 Jahren noch sein Startelf-Debüt in der Bundesliga feiert, hätte er noch vor wenigen Wochen selbst kaum für möglich gehalten.

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Als Groß 2018 vom damaligen Drittligsten VfL Osnabrück an die Weser wechselte, war er als Routinier für die U23 der Werderaner eingeplant.

Groß reist als Sparringspartner ins Trainingslager

Selbst als Groß in diesem Sommer aufgrund personeller Engpässe mit ins Trainingslager der Profis reiste, blieb der ursprüngliche Plan unverändert.

"Der Beweggrund ihn damals mit ins Zillertal-Trainingslager zu nehmen, war, dass er uns einerseits eine gewisse Trainingsqualität garantierte und wir andererseits bei irgendeinem jungen Spieler nicht unnötige Erwartungen wecken würden", begründete Werders Coach Florian Kohfeldt seine Entscheidung.

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Doch Groß blieb nicht nur ein Lückenfüller.

Er absolvierte die komplette Vorbereitung bei den Profis. Dort lieferte er Tag für Tag aufs Neue und überzeugte Trainer Kohfeldt. "Er hat mich überrascht, aber ich freue mich, dass er mich so überraschte", erinnerte sich der 36-Jährige. 

Lobeshymnen von Kohfeldt

Die Leistung beim Startelf-Debüt An der Alten Försterei am Samstagnachmittag bestätigte Kohfeldt in seiner Entscheidung erneut, Groß diese Chance ermöglicht zu haben, Bundesliga zu spielen. Auch wenn es die Partie für Groß in sich hatte.

Schon in der ersten Minute überzeugte der gebürtige Bremer, indem er den Angriff einleitete, der später zum Elfmetertor führte.

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Anschließend verursachte er selbst einen unglücklichen Strafstoß vor dem 1:1. "Ich habe den Ball an der Hand gespürt. Den kann er pfeifen, aber ich habe den Ball gar nicht gesehen, weil ich im Zweikampf mit Anthony Ujah war. Es war ein bisschen unglücklich, aber es gab ja ein Happy-End", relativierte Groß seinen Fehler. 

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Besonders für den Spätberufenen selbst, der beim Hamburger SV einst in der Jugend spielte, später mit dem SV Babelsberg 03, den Sportfreunden Lotte und dem VfL Osnabrück aber nie über die 3. Liga hinauskam.

"Er kann Bundesliga spielen. Warum sollte ich ihn zurückschicken?", fragte Florian Kohfeldt nach der Partie und kündigte an: "Bis zum Winter wird er auf jeden Fall dabei sein."

Bremer Verletzungssorgen in der Defensive

Auch wegen der langen Verletztenliste, die Groß' unverhofften Aufstieg zum Bundesliga-Profi erst ermöglicht hat. Neben Ömar Toprak (Muskelfaserriss), Niklas Moisander (Muskelverletzung) und Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss), fehlen auch Ludwig Augustinsson (Knie-OP) und Milos Velkovic (Zehenverletzung) in Bremens Innenverteidigung bis auf weiteres. 

Die U23 in der Regionalliga muss daher auch in den kommenden Wochen ohne ihren Routinier auskommen. Trotz der Aussicht auf weitere Bewährungschancen auf großer Bühne bleibt er bescheiden.

"Es ist eine Momentaufnahme", sagt Groß. "Ich gucke von Tag zu Tag. Ich bin so lange da, wie ich gebraucht werde und gebe mein Bestes. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, wo ich wieder in die Regionalliga zurück muss und das ist dann auch ok für mich."

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