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München - Nach dem Zoff zwischen dem FC Bayern und Frankreichs Verband äußert sich Lucas Hernández selbst zu seinem Fitnesszustand - und widerspricht seinem Verein.

Kann er spielen oder nicht?

Der Gesundheitszustand von Abwehrspieler Lucas Hernández war in den vergangenen Tagen der Zankapfel zwischen dem FC Bayern und dem französischen Fußballverband FFF.

Die Münchner wollten ihn wegen einer Knieverletzung gar nicht erst zur Nationalmannschaft reisen lassen, die Franzosen erklärten ihn nach SPORT1-Informationen nach einer MRT-Untersuchung am Montag aber für spielfähig. In München sorgte dies für Verwunderung, wenngleich Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps den Bayern mitteilen ließ, sensibel mit dem Spieler umgehen zu wollen. 

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Jetzt hat sich erstmals Hernández selbst zu seiner Verfassung geäußert - und der Darstellung der Bayern widersprochen. 

Hernández: "Fühle mich zu 100 Prozent fit"

"Ich fühle mich zu 100 Prozent fit. Wenn der Trainer mich von Anfang an aufstellen will, bin ich zu 100 Prozent bereit", sagte der 23-Jährige im Interview mit den französischen TV-Sendern M6 und RTL. "Es gibt nichts zu befürchten. Ich hatte ein MRT und alles ist gut, das Hämatom ist weg."

Der Sommer-Neuzugang von Atlético Madrid betonte jedoch zugleich, dass er die Sichtweise der Bayern-Verantwortlichen voll und ganz verstehen könne.

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Sein neuer Arbeitgeber sei "ein Verein, der sich sehr viele Gedanken um seine Spieler macht und der seine Spieler immer vor Verletzungen schützen will".

Für ihn gelte jedoch, dass er immer auf die Anweisungen seiner Vorgesetzten höre: "Wenn ich bei der Nationalmannschaft bin, muss ich auf den Nationaltrainer hören - und vor allem auf den Arzt, wenn er sagt, dass ich in der Lage bin zu spielen."

Der FC Bayern hatte eine Abstellung zunächst abgelehnt und in einer Vereinsmitteilung am Montag erklärt: "Der FC Bayern München hat den französischen Fußballverband (FFF) am Samstagabend darüber informiert, dass er seinen Abwehrspieler Lucas Hernández (23) wegen dessen Knieverletzung nicht für die französische Nationalmannschaft abstellen kann."

Obendrein betonte Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, er trage "die Verantwortung für die Gesundheit von Lucas Hernández und ich sage: 'Er kann bei den anstehenden Partien der französischen Nationalmannschaft nicht spielen.'"

Die Franzosen beriefen sich jedoch auf die FIFA-Regularien, wonach die Vereine dazu verpflichtet sind, ihre Spieler an die Landesverbände abzugeben.

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Rummenigge kritisiert Frankreichs Verband

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge reagierte trotzdem verärgert auf das Vorgehen der Franzosen: "Ich bin irritiert über das Verhalten des französischen Verbandes. Ich möchte darauf hinweisen, dass Lucas Hernández aufgrund seiner Verletzung weder bei unserem Champions-League-Spiel vergangenen Dienstag in London gegen Tottenham Hotspur noch bei unserem Bundesligaspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag im Kader des FC Bayern stehen konnte." 

"Wir stellen die Diagnose nicht infrage und wollen uns selbst ein Bild machen, aber wir spielen nicht heute, sondern erst am Freitag. Das geht nicht gegen Bayern oder Kovac, aber wir haben auch wichtige Spiele", rechtfertigte Deschamps die Nominierung.

Warum soll Hernández unbedingt spielen? Für den Weltmeister geht es in der EM-Qualifikationsgruppe H in den anstehenden Duellen mit den direkten Konkurrenten Island und Türkei um wichtige Punkte.

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Derzeit stehen die Franzosen (15 Punkte) gleichauf mit den Türken auf Tabellenplatz eins. Island (12) lauert jedoch nur drei Zähler dahinter und könnte mit einem Heimsieg gegen die Équipe Tricolore am Freitag (EM-Qualifikation: Island - Frankreich am Fr. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) nach Punkten gleichziehen.

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