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München - Wegen eines vergleichsweise harmlosen Protest-Banners erhält ein Fan ein umfassendes Hausverbot. Nun laufen manche Fans Sturm gegen ihren FC Bayern.

Der FC Bayern liegt erneut im Clinch mit eigenen Fans.

Wie jetzt bekannt wurde, erteilte der Münchner Klub einem Anhänger der Fangruppierung Munich's Red Pride ein umfassendes Stadionverbot.

Als Grund wurde die Beteiligung an einem vergleichsweise harmlosen Banner angeführt. Konkret geht es um ein Banner mit der Aufschrift "Bayern-Amateure gegen Montagsspiele", das bei der Drittliga-Partie des FC Bayern II gegen den Halleschen FC in Stadion an der Grünwalder Straße in München gehisst worden war.

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Das steckt hinter dem Hausverbot gegen die Bayern-Fans

Die Bild-Zeitung hat nun enthüllt, warum der FCB derart drastisch reagierte. Das Banner wurde demnach zwar von einem Mitglied des Fanclub Bayern-Bazis und einem weiteren Anhänger in der Fan-Abteilung der Bayern bei Ex-Keeper Raimond Aumann angemeldet. Aber nicht genehmigt.

Der Verein wollte nicht, dass im Namen des FC Bayern oder der Bayern-Amateure solch eine Meinung zu Montagsspielen verbreitet wird. "Jeder Fan und jede Gruppierung hätte die Kritik im eigenen Namen äußern dürfen", schreibt das Blatt.

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Zudem verstieß das Banner, da es nicht genehmigt war, auch gegen die Brandschutz-Ordnung, so dass offenbar sogar die Brandschutz-Leitung vom Klub eine Stellungnahme zu dem Spruchband einforderte.

Nachdem die Münchner daraufhin das Hausverbot verhängten, hatte sich heftiger Widerstand aus den Reihen der eigenen Fans geregt.

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Bayern-Fans kritisieren Rummenigge

"Wenn sich die Verantwortlichen des FC Bayern zum Ziel gesetzt haben, den Spielraum, in dem Kurven ihrer Meinung nach kritisch sein dürfen, weiter zu beschränken, werden sie auf nicht gekannten Widerstand stoßen", kündigte Red Pride in einer Stellungnahme an: "Diese Farce wird nicht akzeptiert!"

"So maßen sich Rummenigge und Dreesen an, die rote Linie so zu definieren, dass fortan jedes Spruchband und jede Zaunfahne unabhängig vom Inhalt zum örtlichen Stadionverbot führen kann", heißt es in ihrer Stellungnahme, in der außerdem von den "von Großmannssucht infizierten Funktionären" die Rede ist.

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Die Gruppierung ist für ihre Banner bei Bayern-Spielen, auch in der Allianz Arena, bekannt, äußert sich so oft kritisch gegenüber FCB-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge.

Fan-Verdacht: Katar-Kritiker mundtot machen?

Auch die bekannte Fanvereinigung Club Nr. 12 meldete sich zu Wort und kritisierte das Hausverbot scharf.

"Der FC Bayern hat mit der Bestrafung eines einfachen Fans jedes Maß vermissen lassen", heißt es in deren Stellungnahme.

Zudem wird ein Verdacht geäußert: "Dass der FC Bayern dieses Spruchband zum Anlass nimmt, einen kritischen Fan, dessen Gruppe immer wieder das Katar-Engagement des Vereins kritisiert hat, mundtot zu machen. Dies kann nicht akzeptiert werden."

Der Club Nr. 12 fordert den FC Bayern auf, das Hausverbot mit "sofortiger Wirkung zurückzunehmen".

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