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München - Während der Coronakrise verlagert sich das Geschehen in der Bundesliga in die Sozialen Medien. Klubs und Stars nutzen Twitter und Co. unterschiedlich.

#stayathomechallenge, #WirBleibenZuhause, #Homeoffice - das sind prägende Schlagworte in der Coronakrise. Hashtags, die unseren aktuellen Fokus auf die Sozialen Netzwerke verdeutlichen.

Auch Fußball-Stars und -Klubs nutzen in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten derzeit vermehrt Social Media - manche erfolgreicher als andere.

Wer sind in Zeiten von Corona die Überflieger auf Instagram, Facebook, Twitter und Co.? Wer lässt eher Social Skills der digitalen Sorte vermissen?

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Das hat die Onlinemarketing-Agentur web-netz mit ihrer Sport-Unit web-netz.sports in einer Case Study genauer unter die Lupe genommen.

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Wobei es gar kein Vergrößerungsglas bräuchte, um die derzeit überragende Aktion auszumachen: #WeKickCorona.

Goretzka und Kimmich intiieren #WeKickCorona

Mit ihrer Hilfskampagne in der Coronakrise ist den beiden deutschen Nationalspielern Leon Goretzka und Joshua Kimmich ein großer Erfolg gelungen. Zunächst einmal natürlich mit der Spendeninitiative als solcher: Nach dem Startbetrag von einer Million Euro aus den eigenen Taschen haben die beiden Profis des FC Bayern zahlreiche prominente Unterstützer akquiriert und eine enorme Summe zusammengetragen: 3,5 Millionen Euro innerhalb einer Woche von über 2000 Spendern.

Obendrein ist #WeKickCorona ein viraler Hit. Schnell mischten andere Promis wie die DFB-Team-Kollegen Mats Hummels oder Leroy Sané, Ex-Ski-Rennläufer Felix Neureuther, NBA-Profi Dennis Schröder oder Star-DJ Felix Jaehn mit.

Basis ist eine Drei-Kanal-Strategie: Auf Twitter fänden sich sachliche Informationen, Instagram werde "extrem facettenreich und in hoher Posting-Frequenz bespielt", so die Online-Marketing-Experten von web-netz, und auch auf dem Follower starken Portal Facebook herrsche viel Betrieb.

Dass Goretzka zudem das Business-Netzwerk LinkedIn nutzt, sorge für noch mehr Reichweite, vor allem auch außerhalb des Fußballbereichs. "Da wird vom Online-Marketingteam im Hintergrund ein starkes Content- & Community-Management betrieben, basierend auf einem starken Online-Kampagnenkonzept", sagt Felix Benckendorff, Head of web-netz.sports.

Davies wird zum "TikTok-Turbostar der Bundesliga"

Damit führen Goretzka und Kimmich die erfolgreichen Social-Media-Aktivitäten des FC Bayern an.

Zum einen tue sich der Klub selbst laut web-netz positiv auf Social Media hervor. So fiel etwa die Premiere des neuen FC-Bayern-Podcasts in die aktuelle Krisenzeit.

Zum anderen hat sich Alphonso Davies als wahres Naturtalent in Sachen Entertainment hervorgetan. Auf der Videoplattform TikTok unterhält Bayerns Linksverteidiger inzwischen über 500.000 Follower.

"TikTok-Turbostar der Bundesliga", nennt ihn Benckendorff: "Und auch vom Arbeitgeber FC Bayern München wird per Reposting dieser Content natürlich gerne transferiert und genutzt, weil es gleichzeitig auf das Infotainment-Konto des Klubs einzahlt."

Eintracht Frankfurt in Sozialen Medien in Topform

Auch andere Bundesliga-Klubs und -Spieler nutzen Social Media in der aktuellen Fußball-losen Zeit vorbildlich, wie etwa die SGE.

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"Auf YouTube präsentiert sich Eintracht Frankfurt seinen Fans gegenüber in Topform, trumpft dort mächtig auf und versorgt seine Fans mit 15 Videos innerhalb von 10 Tagen mit starkem Video-Content, allen voran mit der Doku 'Countdown für Europa'", befindet Benckendorff: "Dazwischen garniert das Eintracht-TV-Team das Angebot immer wieder auch mit witzigen Einlagen wie von und mit Fanliebling Martin Hinteregger."

Aber nicht nur im Fußball-Oberhaus weiß man mit Social Media umzugehen.

Regionalligist Lok Leipzig startet kreative Aktionen

"Fußball-Regionalligist Lok Leipzig kämpft inmitten der Corona-Krise mit kreativen Kräften ums Überleben. Und wie", schwärmt Benckendorff: "Auf vielen Online-Kanälen werden Aktionen promotet, um Fantreue und Spendenfreudigkeit zu vereinen. Und das gelingt grandios."

So wurden mit dem digitalen Konzerterlebnis "Das große Lokruf Wunschkonzert" rund 10.000 Euro Spendeneinnahmen generiert. Und beim Verkauf virtueller Tickets wurde der Zuschauerrekord im Bruno-Plache-Stadion geknackt: Am 29.März waren bereits über 87.000 Tickets verkauft worden.

Fortuna und Werder agieren zurückhaltend

Nicht jeder Klub ist so aktiv in den sozialen Netzwerken unterwegs. Es gibt auch Vereinsaccounts, die vergleichsweise zurückhaltend agieren.

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So sei beispielsweise der Output von Fortuna Düsseldorf überschaubar. "Fortunas Fans wären sicherlich erfreut, wenn die Marketers mehr in die Online-Offensive gehen würden und das Infotainment-Bedürfnis der Fans auf mehr Kanälen mit mehr Content bespielen", sagt Benckendorff.

Ähnlich gebremst geht derzeit Werder Bremen vor. Auch die Nordlichter versäumen es laut web-netz momentan, "die Instagram-Follower-Gemeinde von aktuell 317.000 in diesen Zeiten zu vergrößern".

Doch, so traurig es ist, die Corona-Pause besteht weiter - und die Klubs werden weiter, oder jetzt erst richtig, digital die Fannähe suchen.

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