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Köln - Drei positive Corona-Tests hatten in Köln Kommunikationsprobleme zur Folge. Erleichtert über eine negative zweite Testreihe ignoriert der FC nun DFL-Vorgaben.

Das Thema ist sensibel und bleibt es auch.

Nachdem die Kommunikation des 1. FC Köln gerade im Fall Birger Verstraete den offensichtlichen wie unglücklichen Eindruck erweckte, der Klub wolle die kritischen Aussagen des Mittelfeldspielers zu den positiven Coronafällen nachträglich einfangen, hat die DFL reagiert.

Am Sonntagabend hat die Deutsche Fußball-Liga in einem Schreiben die Vereine zum Stillschweigen über die Ergebnisse der Tests auf den Coronavirus aufgefordert. Ein Maulkorb also soll verhindern, dass die Klubs vor der möglichen Entscheidung der Kanzlerin und der Länderchefs am Mittwoch über einen Restart der Liga die einheitliche Linie in der Öffentlichkeit verlassen.

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Man werde eine "zentrale öffentliche Kommunikation" dazu an diesem Montag vornehmen. "Wir empfehlen, bis dahin von eigenen Verlautbarungen abzusehen und auf diese zu verweisen", heißt es in dem Schreiben von DFL-Direktor Ansgar Schwenken an die Klubs, das der Kicker veröffentlichte.

FC Bayern gibt bereitwillig Auskunft

An die Empfehlung haben sich bereits am Montag einige Vereine nicht gehalten. So bestätigte der FC Bayern mehreren Medien auf Nachfrage die Information, dass sämtliche bisherigen Testergebnisse der kickenden Belegschaft und ihres Betreuerstabs negativ waren.

Und dem 1. FC Köln schien es ein besonderes Anliegen zu sein, per Pressemitteilung öffentlich zu verkünden, dass die zweite Corona-Testreihe vom Sonntag keinen weiteren positiven Fall hervorgebracht hat.

Anders als am Donnerstag, wo grüppchenweise und mit Abstand getestet wurde, erfolgten die Tests diesmal einzeln im Geißbockheim. Damit kann der FC bereits am Montagnachmittag den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Dann nicht dabei sein werden nach SPORT1-Infos die Spieler Ismail Jakobs und Niklas Hauptmann sowie Physiotherapeut Daniel Schütz, die Ende der vergangenen Woche positiv auf Corona getestet wurden und jetzt 14 Tage in Quarantäne sind.

Köln machte erste Corona-Fälle öffentlich

Wie transparent die Liga mit ihren Corona-Tests umgeht wird öffentlich weiterhin sehr genau beäugt werden. Im DFL-Konzept zur Fortführung der Saison hatte von Anfang an der Passus gestanden: "Keine automatische Meldung eines positiven Falles an die Presse, da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen." Diese Passage hatte den Verdacht hervorgerufen, dass positive Fälle womöglich vertuscht werden sollten. Im Kölner Fall war dem nicht so, der Klub hatte die Testergebnisse am Freitagabend öffentlich gemacht. 

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Der FC wird nun, sobald es ein Zeichen der Politik Richtung Re-Start gibt, im Hotel Dorint am Heumarkt wohnen.

Ob dieses Signal der Politik am 6. Mai kommt, wird zum Teil auch davon abhängen, wie sich die öffentliche Meinung zum Thema Wiederaufnahme des Spielbetriebs noch einmal ändert. Dass die DFL daher eine geordnete Kommunikation will, ist zumindest ein nachvollziehbarer Gedanke.

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