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Julian Nagelsmann gibt sich nicht so schnell geschlagen
Julian Nagelsmann blieb mit RB Leipzig zum dritten Mal in Folge sieglos © Getty Images
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Leipzig - Die Titelträume von RB Leipzig erhalten den nächsten Dämpfer. Trainer Julian Nagelsmann begräbt nach dem Remis gegen Freiburg noch nicht alle Hoffnungen.

Die lauten Schreie von Julian Nagelsmann verhallten im leeren Leipziger Stadion.

Der Trainer von RB Leipzig versuchte verzweifelt sein Team zum Sieg zu brüllen, doch am Ende bleib es bei einem aus Leipziger Sicht ernüchternden 1:1 (0:1) gegen den SC Freiburg. (Spielplan und Ergebnisse)

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Yussuf Poulsen (77.) glich die Freiburger Führung durch Manuel Gulde (34.) aus, aber nach dem dritten Remis in Folge drohen die Sachsen den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. (Die Tabelle der Bundesliga)

Nagelsmann: "Bisschen zu viele Punkte liegen gelassen"

Das Thema Meisterschaft wollte Nagelsmann zwar noch nicht abhaken, "aber wenn wir hier gegen Freiburg 1:1 spielen und in Freiburg verlieren, sind das als Beispiel deutlich zu wenig Punkte, um Meister zu werden", meinte der RB-Coach bei Sky.

"Wir haben ein bisschen viele Punkte liegen gelassen zuletzt. Wir haben in der Bundesliga vor der Corona-Zwangspause nicht so optimal gepunktet, Bayern ist da immer sehr zuverlässig, was das Punkten angeht, auch Dortmund heute. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, dass wir unter die ersten vier Plätze kommen, das ist unser Hauptziel", ergänzte Nagelsmann.

Der 32-Jährige ärgerte sich über die mangelhafte Chancenverwertung seiner Elf. "Drei oder vier Tore für uns wären möglich gewesen, aber wir haben guten Fußball gespielt. Von sechs oder sieben Hundertprozentigen muss halt auch mal einer reingehen." Dabei konnte Nagelsmann froh sein, nicht mit komplett leeren Händen dazustehen.

"Das war brutal eng": Koch-Siegtor zählt nicht

Denn der vermeintliche Siegtreffer der Freiburger in der Nachspielzeit durch Julian Koch zählte wegen einer knappen Abseitsposition von Vorlagengeber Lucas Höler nicht. Damit blieben die Badener auch im vierten Anlauf in der Bundesliga bei RB Leipzig sieglos.

"Das ist schon brutal eng. Schade, aber dafür ist der Videobeweis auch da. Trotzdem geht das Unentschieden für uns in Ordnung", sagte der verhinderte Torschütze Koch anschließend und bezeichnete die besondere Geisterspiel-Atmosphäre als "total ungewohnt, aber das wird auch noch eine Zeitlang so ungewohnt bleiben."

SC-Trainer Christian Streich ergänzte: "Für uns war die Situation nicht ganz neu. Wir trainieren ja auch im leeren Stadion. Aber es ist traurig, dass die Leute nicht im Stadion sind. Das ist nichts auf Dauer."

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Gulde bringt Freiburg überraschend in Führung

Während die Freiburger mit dem Punktgewinn einen Achtungserfolg verbuchen konnten, haderten die Gastgeber mit fehlender Effektivität vor dem Tor.

"Ich glaube wir sind fünfmal vor dem leeren Tor gestanden und müssen das Ding einfach nur reinmachen. Wir hatten Chancen für zwei Spiele", ärgerte sich Kevin Kampl. "Ich bin mir sicher, dass die Chancenverwertung in den nächsten Spielen wieder besser wird."

Gulde (34.) brachte die Freiburger mit dem ersten Torschuss der Breisgauer in Führung, einen Eckball von Vincenzo Grifo verlängerte der Innenverteidiger eher zufällig mit der linken Wade ins Tor. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Kapitän Poulsen rettet RB Leipzig

Poulsen, der RB erstmals in der Bundesliga als Kapitän aufs Feld führte, gelang per Kopf der hochverdiente Ausgleich (77.).

Nach der langen Pause setzte RB-Coach Julian Nagelsmann wieder auf Stratege Kevin Kampl, der wegen einer Sprunggelenksverletzung seit November gefehlt hatte. Der Slowene rückte überraschend für den vor Corona überragenden Marcel Sabitzer in die Startelf und kurbelte im linken Mittelfeld das Spiel der Hausherren an. In der 30. Minute hatte der 29-Jährige nach Zuspiel von Timo Werner das 1:0 auf dem Fuß, verzog aber.

Die Gäste aus dem Breisgau waren in den ersten 30 Minuten voll und ganz mit der Defensive beschäftigt und hatten bei Chancen von Konrad Laimer und Werner Glück, dass sie nicht frühzeitig in Rückstand gerieten. Wie aus heiterem Himmel fiel die Führung für den Sport-Club durch Guldes erstes Saisontor.

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Leipzig wirkte zunächst irritiert und erlaubte sich vor allem in der Defensive ohne den gesperrten Dayot Upamecano Fehler. Wieder leitete eine Ecke eine brisante Situation ein. Freiburgs Christian Günter kam auf der linken Seite zum frei zum Schuss, doch der Ball flog knapp am Tor vorbei.

Schwolow lässt Leipziger Stürmer verzweifeln

Nagelsmann reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit in Ademola Lookman einen weiteren Offensivspieler für Abwehrmann Nordi Mukiele. Doch Freiburg ließ sich nicht einschüchtern und lauerte weiter auf Konter. Der brandgefährliche Grifo tankte sich erneut über die linke Seite in den Strafraum durch und verzog nur knapp (52.).

Leipzig erhöhte mehr und mehr den Druck und kam nach einer Stunde im Minutentakt zu Chancen. Werner, Kampl und Yussuf Poulsen zielten aber entweder zu ungenau oder fanden ihren Meister im starken Freiburger Schlussmann Alexander Schwolow. Das mögliche Freiburger Siegtor wurde am Ende nicht gegeben.

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