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Jens Lehmann polarisiert in den letzten Wochen einige Male mit seiner Meinung zum Thema Coronavirus. Nun äußert sich der neue Hertha-Aufsichtsrat erneut dazu.

Der ehemalige Nationaltorhüter Jens Lehmann hält eine Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus bei Fußballern für weitgehend unbedenklich.

"Solange die Symptome nicht so schlimm sind, denke ich, müssen die Spieler damit zurechtkommen", sagte der 50-Jährige, der selbst mit SARS-CoV-2 infiziert war, beim TV-Sender beINSports.

"Wir haben viele Spieler, die tatsächlich infiziert waren, und die meisten von ihnen zeigten nicht einmal Symptome. Ich denke also, für junge, gesunde Menschen mit einem starken Immunsystem ist das keine so große Sorge", ergänzte er.

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Profis erklären öffentlich: Angst vor Corona

Einige Profis sehen das allerdings anders als der neue Aufsichtsratsmitglied bei Hertha BSC. 

"Ich habe Angst davor, mich bei einem Spiel anzustecken. Die Gefahr ist bei vielen Zweikämpfen gegeben", sagte Magdeburgs Offensivspieler Sören Bertram der Magdeburger Volksstimme und fügte an: "Wir sind alle im Kopf nicht frei, weil wir nach einer Infektion für den Rest unseres Lebens Lungenprobleme haben könnten."

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Zuvor hatte sich bereits Neven Subotic als klarer Gegner des Re-Starts im Profi-Fußball positioniert. 

"Ganz egal, wann wir starten, es wird zu früh sein. Wenn wir in ein paar Wochen starten, wird es zu früh sein", sagte der Verteidiger von Union Berlin im Interview mit BBC World Service - und ergänzte: "Selbst wenn wir in einigen Monaten starten, könnte es zu früh sein." 

Rafael Giménez vom spanischen Zweitliga-Tabellenführer FC Cádiz gibt sogar an, "riesige Angst" zu haben und verweigert aus Angst vor einer Ansteckung, auch seiner Familie, den Dienst.

Lehmann gegen starken Beschränkungen

Lehmann hält dagegen auch nichts von allzu starken Beschränkungen der Bevölkerung. 

"Letztendlich muss man damit leben", sagte er über das Virus, "denn das Einzige, worauf dieser Lockdown basiert, ist die Hoffnung, dass wir irgendwann einen Impfstoff oder ein Medikament finden, das einen heilt. Aber es gibt nur Hoffnung. Bisher haben wir gar nichts. Deshalb kann man nicht alles abschalten, man muss weitermachen."

Lehmann hatte bereits vor einigen Wochen im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 mit einer kontroversen Einschätzung für Zündstoff gesorgt: "Mir hat noch keiner die Frage beantworten können, warum man in ein Stadion wie die Allianz Arena, in die 70.000 Leute reinpassen, nicht 20.000 reinstecken kann."

Lehmann erklärte weiter: "In ein so großes Stadion können sicher 20.000 Leute rein, die 10 Meter Abstand halten können und sich nicht in die Quere kommen." Wenn man behaupte, den Abstand in einem Stadion nicht organisieren zu können, "kann man das in einem Baumarkt auch nicht organisieren".

Lehmann über Erkrankung: Husten und leichtes Fieber

Über seine eigene Erkrankung Mitte März hatte Lehmann Ende April bei Bild gesagt, er habe "anderthalb Tage an Husten und leichtem Fieber" gelitten.

"Nach zwei Wochen Quarantäne wurde ich von den Behörden wieder für gesund erklärt."

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Der Krankheitsverlauf sei "leichter als bei einer Grippe" gewesen, "aber gefährdete Menschen müssen natürlich aufpassen. Es hilft wahrscheinlich auch, einigermaßen gesund zu leben."

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