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Dortmund und München - Mainz 05 gewinnt überraschend beim BVB und steht dicht vor dem Klassenerhalt. Bei Dortmund dagegen ist der Frust groß. Fragen nach der Einstellung kommen auf.

Bei den Spielern herrschte Frust, und auch die Bosse waren bedient.

Borussia Dortmund hat nach einer neuerlich enttäuschenden Vorstellung im Kampf um Platz 2 in der Bundesliga einen Rückschlag kassiert - und muss sich Fragen nach der Einstellung und dem Charakter gefallen lassen.

Der BVB verlor im eigenen Stadion verdient mit 0:2 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 (Service: ERGEBNISSE der Bundesliga).

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Die Niederlage hätte durchaus noch höher ausfallen können, die Rheinhessen vergaben weitere gute Möglichkeiten.

Kehl und Brandt kritisieren: "Viel zu wenig"

"Das war heute viel zu wenig. Zu wenig investiert. Wir hätten heute einen großen Schritt machen können", kritisierte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl nach dem Spiel bei Sky.

Ähnlich sah es Julian Brandt: "Wir haben zu wenig gemacht. Wir sind neun Kilometer weniger gelaufen als die Mainzer. Das zeigt natürlich, dass sie den größeren Willen hatten."

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Trainer Lucien Favre gab gar zu, dass man "den Gegner ein wenig unterschätzt" habe. "Wir haben nicht gut zusammen verteidigt. Wir haben das nicht gut gemacht", sagte der 62-Jährige.

Dortmund steht trotzdem noch drei Zähler vor Leipzig, weil sich die Mannschaft von Julian Nagelsmann nach 2:0-Führung mit einem 2:2 gegen Düsseldorf begnügen musste (Service: TABELLE der Bundesliga).

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Für die Champions League war der BVB bereits vor der Partie sicher qualifiziert. Am kommenden Spieltag treffen sich beide Teams zum direkten Duell um Platz zwei.

Mainz hat Klassenerhalt fast sicher

Bei den Mainzern, die auch im vierten Auswärtsspiel nach der Corona-Pause unbesiegt blieben, herrschte dagegen nach dem überraschenden Coup große Erleichterung.

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Denn bei fünf Punkten Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang und sechs auf Werder Bremen auf Rang 17 steht Mainz bei nur zwei ausbleibenden Partien vor der Rettung. Am Samstag steht das Aufeinandertreffen mit Bremen an.

"Die Geschlossenheit war der Schlüssel. Wir haben gesagt, wie müssen effektiv sein. Und wenn man dann die erste Chance nutzt, dann steigt der Glaube", sagte ein erleichterter FSV-Sportvorstand Rouven Schröder bei Sky.

Kapitän Danny Latza schwor die Mannschaft nach dem Spiel im Kreis nochmal ein.

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Kehl: Jeder muss sich hinterfragen

Favre musste kurzfristig auf Manuel Akanji (Wadenprobleme) und Jungstar Giovanni Reyna (bakterieller Infekt) verzichten. Da der BVB ohnehin zahlreiche Ausfälle zu beklagen hat, saßen unter anderem die Nachwuchsspieler Marco Rente, Taylan Duman und Alaa Bakir auf der Bank.

Diese sahen zunächst eine bemühte, aber ideenlose Dortmunder Mannschaft. Einzig der schnelle Achraf Hakimi sorgte mit seinen Vorstößen über die rechte Seite für Gefahr.

Gegen die dicht gestaffelte Gäste-Abwehr fand der Vizemeister im ersten Durchgang aber kaum ein Mittel. Zu wenig Tempo, zu wenig Präzision - wie schon beim glücklichen Last-Minute-Sieg in Düsseldorf präsentierte sich der BVB von seiner Bestform weit entfernt.

Auf die Frage nach der möglicherweise fehlenden Einstellung sagte Kehl: "Nach diesem Spiel muss man sich die Kritik gefallen lassen und diese annehmen."

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Die Eindrücke in der Woche hätten nicht auf einen Spannungsabfall schließen lassen, doch "das Spiel sah heute definitiv ganz anders aus. Da muss sich jeder hinterfragen."

Guerreiro und Sancho bedient

Mainz kämpfte, Mainz rannte und Mainz konterte. Burkhardt verstolperte zunächst noch in aussichtsreicher Position (28.), fünf Minuten später machte es der 19-Jährige besser. Burkardt köpfte die Gäste nach toller Flanke von Ridle Baku in der 33. Minute mit seinem ersten Bundesligator in Führung.

Die Gastgeber antworteten auf den Rückstand mit ihrer besten Chance. Doch Nationalspieler Emre Can scheiterte mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz an FSV-Torhüter Florian Müller (35.). Abwehrchef Mats Hummels versuchte, seine Mitspieler aufzuwecken. "Unser Pressing ist Alibi", brüllte der Weltmeister von 2014 nach einem erneuten Mainzer Konter über den Platz. Er nahm die Mannschaft in die Pflicht - das half aber nicht.

Denn Jean-Philippe Mateta erhöhte in der 49. Minute vom Elfmeterpunkt. Zuvor hatte Roman Bürki einen Schuss von Pierre Kunde nur nach vorne abprallen lassen, Lukasz Piszczek brachte Danny Latza zu Fall (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Am Ende hatte Raphael Guerreiro noch Glück, als er mit Gelb davonkam, nachdem er Latza ins Gesicht gefasst hatte. Wenig später wurde der gelbvorbelastete Portugiese ausgewechselt und nahm erst gar nicht auf seinem Sitz draußen Platz.

Jadon Sancho war nach seiner Auswechslung bedient
Jadon Sancho war nach seiner Auswechslung bedient © Getty Images

Stattdessen setzte sich Guerreiro auf die Treppe und schaute bedröppelt zu. Auch Jadon Sancho war nach seiner Auswechslung und der Dortmunder Leistung bedient und lief schnurstracks nach Schlusspfiff in die Kabine - wie auch die restlichen Kollegen, mit Ausnahme von Thorgan Hazard und Roman Bürki, die Interviews erledigen mussten.

Worte der BVB-Bosse verpuffen

Die Bosse des BVB hatten vor der Partie noch an die Profis appelliert.

"Für uns ist es schon ein Unterschied, ob wir als Zweiter oder Vierter einlaufen", sagte Michael Zorc: "Es geht da um TV-Gelder, es geht aber auch um Prestige. Wir wollen untermauern, dass wir die Nummer zwei im deutschen Fußball sind."

Kehl ergänzte: "Unsere neue Zielsetzung ist klar: Wir möchten nun erneut die zweitbeste Mannschaft in Deutschland werden. Das können und wollen wir unbedingt erreichen, und das ist auch der Anspruch von Borussia Dortmund. Jeder ist gefordert, in den letzten drei Spielen für dieses Ziel noch einmal alles zu geben."

Von den Hoffnungen der Verantwortlichen war auf dem Platz trotz klarer Ballbesitzvorteile wenig zu sehen.

mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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