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Was er in 86 Bundesligaspielen zuvor nicht schaffte, gelang Stefan Ilsanker in Bremen zwei Mal innerhalb von zehn Minuten. Der Österreicher traf und knackte einen Rekord.

86 Bundesligaspiele hatte Stefan Ilsanker bis zu diesem Abend in Bremen absolviert. Ein eigener Treffer war dem Österreicher, der im Winter von RB Leipzig zu Eintracht Frankfurt wechselte, bislang aber nicht vergönnt.

Dass er bei Frankfurts 3:0-Sieg Bremen diese Serie beenden würde, war nicht abzusehen. 80 Minuten lang schmorte Ilsanker auf der Bank, bis er für die letzten zehn Minuten doch noch das Signal von seinem Coach Adi Hütter bekam.

Und was machte "Ilse"? Er schlich sich bei einem Eckball für die Eintracht in den Strafraum, profitierte von einer Weiterleitung per Kopf - und staubte 17 Sekunden nach seiner Einwechselung zum so wichtigen 2:0 für seine Elf ab. 

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Nebenbei sorgte Ilsanker dabei sogar für einen Rekord, denn es ist das schnellste Tor eines Jokers in der Bundesliga seit Beginn der detaillierten Datenerfassung 2004/05. 

"Erst kommt gar nichts, dann ganz viel"

Ilsanker bewies nach Schlusspfiff eine große Portion Humor. "Bei meiner Torgefährlichkeit haben sie gedacht, 'lass den mal alleine stehen'", sagte der Österreicher bei Sky über das Abwehrverhalten der Bremer beim Eckball. 

Dass es am Ende sogar ein Doppelpack wurde, kommentierte der 31-Jährige so: "Ich glaube, das ist das Ketchupflaschenprinzip. Erst kommt gar nichts, dann ganz viel", schmunzelte Ilsanker.

Eintracht-Keeper Kevin Trapp war die Bilanz seines Teamkameraden gar nicht bewusst. "Dass er noch kein Tor gemacht hat, wusste ich nicht. Dann wurde es Zeit, für uns war es extrem wichtig."

Seine beiden Treffer bedeuten Ilsanker aber offenbar nicht viel. "Ich will nur gewinnen, mir ist egal, wer trifft."

Ilsanker über Hass-Posts: "Ich habe ein dickes Fell"

Schlagzeilen hatte Ilsanker schon vor einer Woche gemacht, als er gegen Hasskommentare in den Sozialen Medien wetterte.

Der Mittelfeldspieler postete nach dem 3:3 gegen Freiburg einen User-Kommentar gegen ihn, "weil ich es satt bin, solche Nachrichten lesen zu müssen. Das ist eine nicht hinnehmbare Zumutung. Hassparolen und Beleidigungen dieser Art sollten weder in sozialen Medien noch auf der Straße geduldet werden. Das ist absolut respektlos und menschenverachtend."

Beim 2:1-Sieg der Eintracht in Wolfsburg war er noch gesperrt - nun gab Ilsanker die Antwort auf dem Platz. "Ich hab ein dickes Fell und kann das ab", sagte er nach dem Sieg in Bremen. Dennoch dürfte der Doppelpack für ihn eine Genugtuung gewesen sein.

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