Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Mit der Vertragsverlängerung von Trainer Markus Gisdol hat Geschäftsführer Horst Heldt dem 1. FC Köln keinen Gefallen getan. Der SPORT1-Kommentar von Markus Höhner.

Den Gerüchten folgt nun die offizielle Umsetzung. Der 1. FC Köln hat den ohnehin schon bis 2021 datierten Vertrag mit Cheftrainer Markus Gisdol um zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert. Für mich keine kluge Entscheidung der sportlichen Leitung. Sie kann für den FC eigentlich nur teuer werden.

Wie Gisdol die Mannschaft in aussichtsloser Situation aus dem Tabellenkeller zum Klassenerhalt führte, war der beachtliche Teil seines Arbeitsnachweises in Köln. Mit dem Erreichen dieses Zieles war die automatische Verlängerung des Trainer-Kontraktes bis 2021 verankert.

Dies ist branchenüblich und der vereinbarte und verdiente Lohn für erfolgreiche Arbeit. Nun aber zwei weitere Jahre draufzupacken, ohne weiteren Verdienst und trotz negativer sportlicher Entwicklung, ist aus meiner Sicht regelrecht unmodern und fahrlässig. Eine längere Laufzeit ist in der Regel gleichbedeutend mit einer höheren Abfindung im Trennungsfalle, zudem aber in jedem Falle eine sehr langfristige Bindung.

Anzeige
Meistgelesene Artikel

Dabei wäre eher Skepsis angesagt. Gisdol ist ein Trainer, der nicht nur bei seinen letzten Stationen den frühen Erfolgen große Einbrüche folgen ließ. Woran auch immer das liegen mag, es wiederholt sich.

Heldts völlig übertriebenes Treuebekenntnis

Denn genau auf dem Kurs war er zuletzt auch mit Köln. Seit der Klassenerhalt greifbar war, knickte die Mannschaft komplett ein, spielte uninspiriert und ausstrahlungslos, blieb in den letzten zehn Spielen sieglos und knatterte mit Ach und Krach mit dem knappen Klassenerhalt ins Ziel. Tiefpunkt war das finale und blamable 1:6 bei Abstiegskandidat Bremen. Auch das ist die Referenz und Teil zwei von Gisdols Arbeit. 

DAZN gratis testen und die Champions League live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Statt auf diesen brutalen Abwärtstrend mit planerischer und professioneller Weit- und Vorsicht zu reagieren, präsentiert Heldt in wirtschaftlich und sportlich ungewissen Corona-Zeiten ein aus meiner Sicht völlig übertriebenes Treuebekenntnis als Zeichen der Geschlossenheit und Rückendeckung.

Den Trainer zu fordern, mit neuen Erfolgen für sich und neue Vertragsjahre zu werben, wäre zeitgemäßer und sinnvoller gewesen. Die Karte, eine Verlängerung bei guter Entwicklung zu einem spannenden Zeitpunkt als öffentlichen Impuls zu präsentieren, hat Heldt jetzt schon gespielt und verspielt. Ohne jede Not.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image