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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt peilt wieder den Europapokal an. Trainer Adi Hütter träumt ebenfalls vom internationalen Geschäft - und setzt dabei auf Kreativität.

Adi Hütter ist nicht nur Trainer von Eintracht Frankfurt, sondern auch Buchautor.

Im Herbst 2019 veröffentliche der frühere Nationalspieler zusammen mit dem promovierten Motivationspsychologen Jörg Zeyringer die Lektüre "Teamgeist". Auf 243 Seiten gibt Hütter Einblicke in seine Arbeit und erklärt detailliert, wie er Mannschaften formt und Ziele formuliert. Im Mittelpunkt: Visualisierung, bildliche Darstellungen, Zeichnungen.

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Frankfurt-Coach Hütter visualisiert Saisonziele

Hütter möchte Bilder zeichnen, die sich einbrennen und Kräfte freisetzen. Als der 50 Jahre alte Trainer mit dem Dorfklub SV Grödig 2013 in die erste österreichische Liga aufgestiegen war, ließ er ein Plakat anfertigen. Die Worte "Unser gemeinsames Ziel! Europa League - wir versetzen Berge" waren eingegliedert in einem Foto des Unterberges und der Strecke, die zurückgelegt werden musste.

Hütter zeichnete nach jedem Spiel ein, wie viel näher das Team dem großen Ziel kam. Am Ende der Spielzeit war die Sensation perfekt: Rang drei und damit tatsächlich ein Platz, der zur Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation berechtigte.

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Bei Young Boys Bern ließ Hütter die Profis nicht nur Bilder zeichnen. Die zentrale Botschaft "Träumen fliegen lernen" stand auf einem roten Motto-Armband, das von sämtlichen Mitgliedern des Vereins getragen wurde. "Wir wollen sichtbar machen und im Kollektiv besprechen, welche Gefühle und Gedanken das Vorhaben auslöst und zu welchen Handlungsimpulsen es führt", beschrieb Hütter die Idee dahinter.

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Titelträume mit der Eintracht

Auch bei der Eintracht hat der ehemalige Profi schon mit Fotos und Zeichnungen gearbeitet. So erstellte der Coach bei seiner Ankunft im Sommer 2018 ein Bild, wie er vor den Fans mit der Mannschaft im Hintergrund einen Titel in die Höhe stemmt.

Die Frankfurter hatten wenige Wochen zuvor überraschend den DFB-Pokal geholt und Begehrlichkeiten geweckt. Der sehr ehrgeizige Coach Hütter wollte daran anknüpfen. Nach dem Erstrunden-Aus im nationalen Pokal ging diese Tour zwar schnell zu Ende, doch die Hessen kamen in der Europa League in einen Flow, der sie fast bis ins Endspiel nach Baku gebracht hätte.

Selbst im Halbfinale versteckte sich das Team nicht vor dem FC Chelsea – und scheiterte unglücklich und dramatisch im Elfmeterschießen. Der große Traum war geplatzt und so rutschte die so lange auf einem Champions-League-Rang platzierte Eintracht noch auf Rang sieben ab. Kopf und Beine - "ausgepresst wie eine Zitrone", zog Hütter damals nach dem letzten Spieltag sein Fazit. Schon wieder so ein Bild, das die Vorstellungskraft anregt.

Hütters Wunsch-Headline steht: "Wieder international spielen"

Ob Hütter auch vor der am Samstag gegen Arminia Bielefeld (Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Arminia Bielefeld, ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) startenden Saison erneut ein Bild von sich mit Pokal in der Hand gezeichnet hat?

Dies ließ sich der Coach auf Nachfrage von SPORT1 nicht entlocken. Er sagte aber: "Wenn ich mir eine Headline wünschen dürfte, dann würde diese lauten: Eintracht Frankfurt spielt nächste Saison wieder international. Das wäre eine Headline, die mir sehr gut gefallen würde." Das dazugehörige Bild? Den Fantasien darf freier Lauf gelassen werden.

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