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Markus Schubert ist vom FC Schalke an Eintracht Frankfurt ausgeliehen
Markus Schubert ist vom FC Schalke an Eintracht Frankfurt ausgeliehen © Imago
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Frankfurt am Main - Markus Schubert hat ein hektisches, wildes erstes Bundesligajahr beim FC Schalke 04 erlebt. Nach dem Wechsel zu Eintracht Frankfurt blickt der Torhüter zurück.

Stammtorhüter werden im Normalfall nur dann gewechselt, wenn sie sich verletzen oder in einem langanhaltenden Formtief befinden.

Vertrauen ist das Zauberwort, die Nummer 1 zwischen den Pfosten gilt als gesetzt. Beim FC Schalke 04 erlebten der aktuelle Bayern-Torhüter Alexander Nübel und Markus Schubert hingegen ein wildes Jahr.

Bis zum 15. Spieltag war Nübel unumstritten, doch eine Rote Karte sorgte für das Debüt von Schubert – ausgerechnet gegen seinen jetzigen Klub Eintracht Frankfurt.

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Es war der erste von insgesamt vier Torwartwechseln, die Ex-Trainer David Wagner in der vergangenen Saison vorgenommen hat. Schubert stand neunmal zwischen den Pfosten, patzte aber vor allem nach dem Re-Start im Mai zu häufig.

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"Das waren die Spiele, wo ich mir selbst zu viel Druck gemacht. Ich bin eigentlich ein Torwart, der es liebt, vor vielen Zuschauern zu spielen. Geisterspiele sind von der Atmosphäre her aber wie Testspiele. Ich wollte Höchstleistungen bringen, habe mir aber zu viel Druck gemacht und war dann verkrampft", blickte Schubert bei seiner Antritts-Pressekonferenz in Frankfurt zurück.

Es sind bemerkenswert reflektierte Worte, die der 22-Jährige nach einem chaotischen Jahr wählt. Trotz aller Umstände bereut er den Schritt aus Dresden nach Gelsenkirchen nicht: "So dumm es klingt, aber ich bin eher glücklich, dass es auch für mich so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. So viel, wie ich letztes Jahr lernen konnte, hätte ich wohl nirgendwo anders gelernt."

Schubert: Schalke "hat mir mehr gebracht als geschadet"

Statt mit den Schwierigkeiten zu hadern und nachzutreten, nahm die Leihgabe der Hessen (keine Kaufoption ausgehandelt) positive Aspekte aus dieser Spielzeit mit: “Ich bin nicht sauer. Es hat mir mehr gebracht als geschadet. Dadurch konnte ich brutal viel rausziehen für mich selbst, meine Persönlichkeit, meine Entwicklung, sodass ich jetzt auch viel reifer bin."

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Natürlich sei "die Situation nicht glücklich" gewesen, aber "im Nachhinein, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht, hat es mir brutal geholfen."

Schubert resümierte: "Ich habe viel Revue passieren lassen im Sommer. Ich möchte künftig versuchen, mir selbst nicht mehr so viel Druck zu machen und einfach mit mehr Spaß an die Sache ranzugehen. Das war eine wichtige Lehre. Nur so kann man erfolgreich sein."

Schubert: Wechsel zur Eintracht kein Rückschritt

Die Leihe nach Frankfurt wirft auf den ersten Blick allerdings Fragen auf. Warum geht ein junger Schlussmann freiwillig hinter Nationaltorhüter Kevin Trapp auf die Bank? Hemmt die Zeit in der zweiten Reihe nicht die Entwicklung? Wäre es nicht sinnvoller, sich beispielsweise in Liga zwei verleihen zu lassen und bei einem Klub regelmäßig zu spielen?

"Ich würde den Wechsel nicht als Schritt zurück bezeichnen. Es ist ein neues Umfeld, ein neuer Trainer, der mir Input für meine Entwicklung geben kann", erklärte Schubert und betonte: "Ich bin diesen Schritt zur Eintracht bewusst gegangen.”

Schubert findet Wohlfühlfaktor in Frankfurt

Während auf Schalke viel Trubel herrscht, der Start mit null Zählern völlig misslang und Wagner inzwischen von Manuel Baum ersetzt wurde, steht die Eintracht für das krasse Gegenteil: Ruhe und Konstanz, zudem glückte der Auftakt mit sieben Zählern.

"Der Zusammenhalt ist groß, die Stimmung in der Truppe ist richtig gut. Die Jungs wollen einfach jedes Spiel gewinnen", lobte Schubert. Es hat den gesuchten Wohlfühlfaktor gefunden. Hinter Trapp und mit Torwarttrainer Jan Zimmermann kann sich der Sachse verbessern, Schwächen ausmerzen – und von einem turbulenten ersten Jahr auf Schalke erholen.

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