Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

Bouna Sarr ist in Deutschland noch ein völlig unbeschriebenes Blatt. Er hat einen ungewöhnlichen Karriereweg hingelegt, der nun seinen Höhepunkt gefunden hat.

Kurz vor Ende des Transferfensters wurde der sehnlichste Wunsch von Bayern-Coach Hansi Flick also doch noch erfüllt: Die Münchner verpflichteten einen Rechtsverteidiger.

Allerdings ist es nicht die Wunschlösung Sergino Dest geworden, da sich der junge US-Amerikaner für den FC Barcelona entschieden hat. Stattdessen wurde der FC Bayern in Frankreich fündig, genauer gesagt in Marseille.

Bouna Sarr ist der neue Mann, der als Backup für Benjamin Pavard dafür sorgen soll, dass Joshua Kimmich sich voll auf seine Rolle als Thiago-Nachfolger im defensiven Mittelfeld konzentrieren kann. In den sozialen Medien zeigt er sich modebewusst - oftmals mit gewagten Outfits - und engagiert sich im Kampf gegen Rassismus. 

Anzeige

Wenn du hier klickst, siehst du Instagram-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Instagram dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit, alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
Alle Akzeptieren
Einmal Akzeptieren

Das alles dürfte in Deutschland allerdings nahezu unbekannt sein, genau wie sein Name. Wer also ist Bouna Sarr?

"Bouna Sarr ist ein dynamischer Rechtsverteidiger, der sehr gut zu unserer Spielauffassung passt. Er wird uns auf einer wichtigen Position helfen", sagte Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic: "Sarr bringt mit seinen 28 Jahren Erfahrung und Stabilität ein, zudem glauben wir, dass er sich beim FC Bayern noch einmal weiterentwickeln wird."

Meistgelesene Artikel

Vom Drittligaspieler zu Olympique Marseille

Sarr wurde in Lyon geboren - seine Mutter kommt aus Guinea, sein Vater aus dem Senegal. Mit 13 Jahren wechselte er von einem kleinen Amateurklub namens FC Gerland - im 7. Arrondissement der Stadt im Südwesten Frankreichs beheimatet - zum großen Olympique Lyon.

Mit 17 Jahren ging es für ihn weiter zum FC Metz, da es nicht so aussah, als ob er eine Chance in der ersten Mannschaft des Traditionsklubs haben würde. Mit 19 Jahren feierte er sein Debüt in der Ligue 2, Metz stieg am Saisonende allerdings ab. 

In den nächsten zwei Jahren wurde Sarr zum Stammspieler - und Metz gelang der Wiederaufstieg und dann auch noch der Durchmarsch in die Ligue 1. Seine Positionen: Offensives Mittelfeld, rechtes Mittelfeld und linkes Mittelfeld. 

Die guten Leistungen und die Vielseitigkeit in der Offensive rief die großen Mannschaften des Landes auf den Plan. Im Sommer 2015 überwies schließlich Olympique Marseille zwei Millionen Euro nach Metz, um sich die Dienste des damals 23-Jährigen zu sichern. 

DAZN gratis testen und internationale Fußball-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Anfangs lief Sarr als Rechtsaußen oder Linksaußen auf, das ein oder andere Mal sogar als Mittelstürmer. Nach und nach folgte dann aber seine Umschulung zum Rechtsverteidiger. Seit drei Jahren spielt der Franzose nur noch selten auf einer offensiveren Position. 

Kein Länderspiel trotz Einladungen

Mittlerweile kommt Sarr auf 181 Pflichtspieler für Marseille - im Jahr 2018 stand er mit dem Klub im Finale der Europa League. Auch bei der Nationalmannschaft war er schon Thema - besser gesagt bei drei Nationalmannschaften. 

Schon im Dezember 2014 berief ihn Guinea für den anstehenden Afrika-Cup in den Kader - Sarr entschied sich allerdings dafür in Metz zu bleiben. Im März 2018 wurde dann darüber spekuliert, ob Frankreichs Nationaltrainer den Mann mit drei Staatsbürgerschaften in den Kader für die Testspiele der Équipe Tricolore einberufen würde. Allerdings kam es dazu nicht.

Daraufhin wollte der Senegal sein Glück versuchen und Sarr dafür gewinnen, für das Heimatland seines Vaters bei der Weltmeisterschaft 2018 zu starten. Der schlug die Einladung allerdings aus, da er sich weiter Hoffnungen auf eine Nominierung für Frankreich machte. Dazu ist es bislang weiterhin nicht gekommen, noch ist aber Zeit. 

Im Gegensatz zu dem 19 Jahre alten Dest ist Sarr zwar kein frisches Talent mehr, allerdings befindet er sich mit 28 Jahren im besten Fußballeralter. 

"Ich bin sehr glücklich, mich so einem großen Verein wie dem FC Bayern anschließen zu dürfen. Für mich geht ein Traum in Erfüllung und ich werde alles geben, um zu helfen, die erfolgreiche Geschichte dieses Vereins weiterzuschreiben", sagte Sarr. In München könnte der Mann mit dem ungewöhnlichen Karriereweg weiter daran arbeiten, vielleicht doch noch Nationalspieler zu werden. Wenn er denn zu genügend Einsätzen kommt.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image