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Leverkusen und München - Der FC Bayern springt zurück an die Spitze. Weltfußballer Robert Lewandowski beschert den Münchnern mit einem Last-Minute-Tor in Leverkusen den "Weihnachtstitel".

Für Thomas Müller hatte der dramatische Schlusspunkt in Leverkusen sogar Potenzial fürs Kino.

"Dass wir in der letzten Sekunde noch das Führungstor machen, passt vielleicht in einen Hollywoodfilm für unser Fußballjahr 2020", sagte Müller bei Sky.

Natürlich kam für das Happy End nur ein Hauptdarsteller infrage: Robert Lewandowski. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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FC Bayern sichert sich "Weihnachtsmeisterschaft"

Mit seinem Doppelpack (43., 90.+3) sicherte der frischgebackene Weltfußballer dem FC Bayern im Topspiel bei Bayer Leverkusen den 2:1 (1:1)-Sieg und bescherte den Münchnern damit die "Weihnachtsmeisterschaft". (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

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"Was für ein Jahr haben wir gespielt, ich hoffe, wir werden im neuen Jahr so weiterspielen", sagte Lewandowski und sinnierte: "In letzter Sekunde so ein Tor und damit so ein wichtiger Sieg."

Nach dem Rückstand durch Patrik Schick (14.), dem siebten 0:1 für die Bayern im siebten Ligaspiele in Folge, war der Erfolg im letzten Spiel des Jahres nochmals ein Kraftakt. Letztlich fügte Lewandowski mit seinen Saisontoren 16 und 17 dem bisherigen Tabellenführer Leverkusen die erste Saisonniederlage zu und führte die Bayern zurück an die Spitze. (Die Tabelle der Bundesliga)

Lewandowski: "Spritzigkeit fehlt ein bisschen"

"Die Spritzigkeit fehlt ein bisschen, aber auch wenn die Müdigkeit kommt, musst du deine Qualität zeigen", sagte Lewandowski, dessen später Schuss ins Glück auch noch von Edmond Tapsoba abgefälscht und somit unhaltbar für Lukas Hradecky war.

Müller ergänzte: "Das ist von der Kampfkraft und von der Mentalität verdient, aber so wie wir teilweise unsere Kontersituationen unsauber zu Ende gespielt haben, bin ich mir nicht ganz sicher, ob das am Ende dann verdient war. Aber es passt zu unserem Jahr." In der kurzen Winterpause hat der Triple-Sieger Zeit, die Erfolge Revue passieren zu lassen, ehe es am 3. Januar mit der Partie gegen den FSV Mainz 05 wieder weitergeht.

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"Wir werden weiter fleißig arbeiten und müssen auch noch mal eine Schippe drauflegen, um dann im neuen Jahr gegen diese dichte Bundesliga-Spitze zu bestehen", blickte Müller voraus.

Gegen Leverkusen war die Mannschaft von Hansi Flick noch ein letztes Mal in diesem Jahr gleich auf Betriebstemperatur. Einen frühen Aussetzer von Nadiem Amiri nach wenigen Sekunden im Spielaufbau konnten die Bayern jedoch nicht nutzen. Generell pressten beide Teams enorm früh und druckvoll, Chancen sprangen in einer intensiven und temporeichen Begegnung zunächst nicht heraus.

Coman verletzt raus - Höchststrafe für Sané

Die erste Torannäherung Amiris (13.) blieb noch ungefährlich, dann zauberte die Bayer-Offensive mit einer tollen Eckballvariante: Nachdem Leon Bailey kurz ausgeführt hatte, flankte Amiri mustergültig auf den an der Strafraumkante wartenden Schick, der den Ball wuchtig per Volleyschuss in die Maschen drosch.

Davon angestachelt wurden die Gastgeber mutiger. Schicks Fernschuss parierte Neuer (19.), Diaby schoss aus guter Position vorbei (22.). In Leverkusens Spiel nach vorne stachen Amiri und Mittelfeld-Partner Florian Wirtz heraus.

Bayerns Flügelstürmer Kingsley Coman musste mit einer Oberschenkelverletzung noch vor der Pause ausgewechselt werden (32.). Der für Coman eingewechselte Leroy Sané wurde nach einer schwachen Vorstellung in der 68. Minute schon wieder ausgewechselt. Nach einem unterkühlten Abklatschen mit Trainer Hansi Flick verschwand Sané zunächst im Kabinentrakt, kehrte dann aber wieder zurück und verfolgte die Schlussphase der Partie von der Tribüne aus.

Lewandowski nutzt Bayer-Patzer

Von Weltfußballer Lewandowski war zunächst nicht so viel zu sehen. Nach einer Flanke von Thomas Müller reichte Lewandowski aber ein einziger, schwerwiegender Abstimmungsfehler von Torhüter Lukas Hradecky und von Jonathan Tah, um völlig freistehend einzuköpfen. Ebenfalls per Kopf verpasste Lewandowski für die immer stärker werdenden Münchner die Führung kurz vor der Pause.

Den Schwung aus den Schlussminuten der ersten Halbzeit nahm der FCB mit. In der Folge spielten beide Mannschaften mit offenem Visier. Bei Amiris Flatterball musste Neuer nachfassen (61.). Glänzend parierte Hradecky gegen Serge Gnabry (66.).

Joshua Kimmich feierte als Einwechselspieler sein Comeback, nachdem er Anfang November in Dortmund eine Knieverletzung erlitten hatte und sich einer Meniskus-OP unterziehen musste.

In der Schlussphase erhöhten die Bayern nochmals die Schlagzahl - und wurden schließlich belohnt.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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