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Frankfurt am Main - Joshua Zirkzee spielt beim FC Bayern München aktuell keine Rolle mehr. Ein Tapetenwechsel erscheint sinnvoll. Kommt Eintracht Frankfurt dabei ins Spiel?

Etwa ein Jahr liegt es nun zurück, dass Joshua Zirkzee beim FC Bayern München wie Phoenix aus Asche aufgestiegen ist. Als Joker traf er sofort in seinen ersten beiden Bundesligapartien, nach neun Partien standen vier Treffer und eine Vorlage auf dessen Konto.

Ein Backup für Robert Lewandowski schien gefunden, doch der inzwischen 19-Jährige konnte das Niveau nicht halten.

Einerseits hatte Zirkzee Sprunggelenksprobleme und musste nach positivem Coronatest zwischenzeitlich in Quarantäne. Andererseits aber ließ Trainer Hans-Dieter Flick Ende Oktober durchklingen: "Joshua hat die Qualität, um Bundesliga zu spielen, davon sind wir alle überzeugt. Aber es geht auch ein bisschen um die Mentalität, die Einstellung, den unbedingten Willen, auch zu zeigen, was man kann." (SERVICE: Bundesliga-Spielplan)

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Übersetzt: Möglicherweise benötigt das große Sturmtalent einen Tapetenwechsel für den nächsten großen Schritt. Hinter Lewandowski hat sich Eric Maxim Choupo-Moting seinen Platz gesichert, er füllt die Rolle als Ersatzmann den Erwartungen entsprechend aus.

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Ein klares Zeichen von Flick an Zirkzee war die Partie am fünften Champions-League-Spieltag bei Atlético Madrid. Der Coach wirbelte die Startelf durcheinander, warf viele Nachwuchskräfte ins Rennen – und wechselte den Niederländer erst vier Minuten vor dem Ende der Partie ein. In der U23 alleine wird sich der Angreifer dauerhaft nicht verbessern können.

Buhlt die Eintracht um Zirkzee?

Zirkzee sollte bereits im Sommer verliehen werden, der 1. FC Köln befand sich damals in der Pole Position. Grätscht Eintracht Frankfurt im bis zum 31. Januar geöffneten Transferfenster dazwischen? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung warf den Namen erstmals in den Ring, von Vereinsseite bleiben Gerüchte dieser Art und Weise gewohnt unkommentiert.

Nach Informationen von Sky sollen die Eintracht-Verantwortlichen sogar schon Kontakt mit den Münchnern aufgenommen haben. Das Zirkzee-Lager sei wiederum "angetan" vom Interesse der Hessen und befinde sich bereits im Austausch mit Sportvorstand Fredi Bobic. 

Nach dem Abgang von Bas Dost zum FC Brügge benötigt die Eintracht aber einen weiteren Angreifer, aktuell ist nur Star-Stürmer André Silva fit. Talent Ragnar Ache steht erst Ende Januar wieder zur Verfügung, die Leihe von Dejan Joveljic (überzeugt mit acht Treffern und zwei Vorlagen beim Wolfsberger AC) soll nicht vorzeitig aufgelöst werden.

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Eintracht muss Dost-Abgang kompensieren

Coronabedingt ist die Situation finanziell zwar angespannt, mit den Dost-Millionen sollen weitere Löcher gestopft werden. Andererseits benötigt Trainer Adi Hütter eine schlagkräftige Mannschaft. Die Eintracht will noch um die europäischen Plätze mitmischen, Varianten mit Daichi Kamada oder Amin Younes als zweiter Spitze sind suboptimal. Zirkzee könnte diese erhoffte Sofortverstärkung sein. (SERVICE: Bundesliga-Tabelle)

Sein ehemaliger Trainer Sebastian Hoeneß beschrieb einmal ausführlich dessen Fähigkeiten: "Er ist groß und athletisch, verfügt aber dennoch über einen weichen Bewegungsablauf und eine starke Technik. Zudem ist er beidfüßig und auch im Eins-gegen-Eins hat er Stärken."

Ein attraktives Gesamtpaket also, das Hütter für sein auf Pressing und Umschaltspiel angelegtes Spiel durchaus gebrauchen könnte. Der Österreicher könnte die kommenden Monate, in denen mindestens 22 Pflichtspiele auf dem Programm stehen, weiterhin flexibel agieren. Zirkzee kennt das System mit einer Spitze, er kann aber auch als zweiter Mann agieren, der sich gerne ins offensive Mittelfeld fallen lässt.

Nur eine Zirkzee-Leihe finanziell stemmbar

Bei einem Wechsel von Zirkzee kann es sich jedoch nur um ein Leihgeschäft handeln. Der Stürmer ist noch bis 2023 an den FC Bayern gebunden. Ein fester Transfer wäre für die Eintracht nicht zu stemmen.

Und die Münchner wollen das große Talent noch nicht verkaufen. Aktuell ist bei der Personalie noch viel Konjunktiv dabei. Kommt ein Deal zustande, könnte der sich aber zu einer Win-Win-Win-Situation für die Klubs und Zirkzee selbst entwickeln.

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