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Berlin - Der FC Bayern muss sich bei Union Berlin mit einem Remis begnügen. Robert Lewandowski kontert nach der Pause die frühe Union-Führung durch Grischa Prömel.

Der FC Bayern strauchelt derzeit regelmäßig in der Bundesliga, fällt aber nicht!

Bei Union Berlin geriet der Triple-Sieger im fünften Bundesliga-Spiel in Folge in Rückstand, rettete aber dank Weltfußballer-Kandidat Robert Lewandowski immerhin noch einen Zähler. Beim leidenschaftlich kämpfenden Underdog holten die müden Bayern nach einem 0:1-Rückstand noch ein 1:1 (0:1). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Flick: "Müssen von Anfang an konzentrierter sein"

Trotz des dritten Unentschiedens aus den vergangenen vier Ligaspielen bleiben die Münchner vorerst Spitzenreiter vor dem punktgleichen Tabellenzweiten RB Leipzig (beide 24 Zähler). (Service: Tabelle der Bundesliga)

Die Bayern glänzen derzeit eher mit großer Moral als mit spielerischer Finesse, die vielen englischen Wochen fordern ihren Tribut und viele verletzte Spieler. Folge sind ungewohnte Unkonzentriertheiten, wie auch Trainer Hansi Flick bemängelte.

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"Den frischsten Eindruck machen wir aktuell nicht", erklärte Flick. "Mit der Art und Weise aus der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit waren wir besser. Wir müssen von Anfang an konzentrierter sein und müssen besser Fußball spielen."

Thomas Müller schlug bei Sky in die gleiche Kerbe: "Wir sind relativ oft in den letzten Wochen in Rückstand geraten. Heute ging das sehr schnell. Wir haben ja schon nach unter einer Minute eine Torchance zugelassen. Und wenn du dann hier in Berlin auf diesem Platz früh in Rückstand gerätst, dann wird es schwer. Wir haben uns in den ersten 20 Minuten das Leben aber auch selber schwer gemacht. Dann musst du wieder anlaufen, um zurückzukommen. Diese Qualität haben wir zwar, aber dann reicht es manchmal nur zu einem Unentschieden und das ist für unsere Ansprüche nicht genug."

Lewandowski gleicht aus

Lewandowski (67.) sicherte dem haushohen Favoriten in der Hauptstadt mit seinem 13. Saisontreffer immerhin noch einen Punkt. Vorher hatte Union-Mittelfeldspieler Grischa Prömel (4.) den Bayern den schon 17. Gegentreffer in der elften Bundesliga-Partie eingeschenkt. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

Bayern-Keeper Manuel Neuer konnte mit dem Remis leben: "Wir haben in der einen oder anderen Situation nicht gut ausgesehen und auch Torchancen zugelassen, aber wir hätten auch den Lucky Punch und am Ende das 2:1 machen können."

Auch Müller sah ein verdientes Unentschieden: "In der zweiten Halbzeit nach dem Ausgleich hatten wir die Hoffnung, haben gepusht und fast den Lucky Punch noch geschafft, aber aufgrund der ersten Halbzeit ist der Punkt für Union summa summarum verdient."

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Bei den letzten beiden Aufgaben vor Weihnachten in der kommenden Woche dürfte eine derartige Leistung den Bayern kaum reichen. Am Mittwoch bekommen es die Bayern daheim mit dem VfL Wolfsburg und am darauffolgenden Samstag auswärts mit Bayer Leverkusen, das am Sonntag durch einen Sieg gegen die TSG Hoffenheim die Tabellenführung übernehmen kann, zu tun.

Dazwischen will sich Lewandowski am Donnerstag bei der Wahl zum besten Fußballer des Planeten gegen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi durchsetzen.

Neuer pariert bärenstark

Gegen Union hatten die Bayern im Stadion An der Alten Försterei gleich zu Beginn Glück. Nach schneller Balleroberung in der Abwehr überspielten die Gastgeber noch in der Anfangsminute die bayerischen Linien, Stoßstürmer Taiwo Awoniyi war frei durch und scheiterte nur am glänzend parierenden Neuer.

Nur Minuten später köpfte Prömel eine Eckball von Union-Kapitän Christopher Trimmel am langen Pfosten vorbei ins Tor.

Direkt nach dem Rückstand war der Champions-League-Sieger um Spielkontrolle und produktives Kombinationsspiel bemüht, für gefährliche Angriffe reichte das aber zu selten.

Im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Lokomotive Moskau unter der Woche in der Königsklasse änderte Flick sein Team auf sechs Positionen, unter anderem saß Sorgenkind Leroy Sane zu Beginn erst einmal draußen. 

Bayern: Offensive zunächst harmlos

Von Kingsley Coman, Müller und Serge Gnabry in der Offensive hinter Lewandowski kam allerdings zunächst zu wenig, Union räumte an den entscheidenden Schnittstellen robust ab - und setzte Nadelstiche.

Fast deckungsgleich zum Spielbeginn tankte sich Awoniyi (22.) durch die Bayern-Verteidigung und zielte im Duell mit Neuer diesmal am rechten Aluminium vorbei. 

Die bis dato besten Münchner Chancen waren Weitschüsse von David Alaba (33.) und Gnabry (43.): Einer ging am Tor vorbei, den anderen wehrte Union-Torwart Andreas Luthe gut ab. Etwas zwingender wurden die Gäste nach der Halbzeitpause, als die Bayern immer wieder versuchten, in den Rücken der Berliner Abwehr zu gelangen. Oft fehlte jedoch die Genauigkeit im Passspiel. 

Um mehr Schwung in den Angriff zu bekommen, brachte Flick in der 63. Minute den zuletzt kritisierten Sane für den 17-Jährigen Jamal Musiala. Den Ausgleich markierte schließlich Lewandowski nach einem überragenden Solo von Coman durch die Berliner Reihen und einem überlegten Zuspiel auf den Polen, der nur noch einschieben musste. In der Folge drängte der Meister vehement auf den späten Siegtreffer.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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