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Sebastian Rode ist auf dem Weg das Gesicht der Eintracht zu werden
Sebastian Rode ist auf dem Weg das Gesicht der Eintracht zu werden © Imago
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Frankfurt am Main - Sebastian Rode ist Führungsspieler und Leistungsträger bei Eintracht Frankfurt. Der Ex-Profi des FC Bayern ist auf dem Weg zum wichtigsten Spieler der Hessen.

Wenn über die Stars von Eintracht Frankfurt gesprochen wird, dann fallen zumeist die Namen Filip Kostic, Martin Hinteregger, André Silva oder Kevin Trapp. Doch eine ganz wichtige Korsettstange von Trainer Adi Hütter wird oftmals nicht genannt: Sebastian Rode.

Der Mittelfeldspieler verließ die Hessen im Sommer 2014 in Richtung FC Bayern München, wo er unter Trainer Pep Guardiola lernte und nach 52 Pflichtspielen zwei Jahre später für zwölf Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechselte. (Bundesliga: VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt, 20.30 Uhr im LIVETICKER)

Rode beim BVB zu häufig verletzt

Doch beim BVB kam Rode nie ganz an, er war in diesen zweieinhalb Jahren beinahe dauerhaft verletzt und stand seinen Trainern Thomas Tuchel, Peter Bosz, Peter Stöger und Lucien Favre in 77 Partien (!) nicht zur Verfügung. Seine Leihe nach Frankfurt im Januar 2019 wurde daher zunächst von den Anhängern kritisch beäugt, vor allem der Fitnesszustand sorgte für große Skepsis im Umfeld des Klubs.

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Doch Rode ließ alle Zweifler mit starken Leistungen in der Zentrale verstummen, auch seinen im Europa-League-Halbfinale bei Chelsea erlittenen Knorpelschaden überstand er problemlos und zügig. Inzwischen fehlt der 30-Jährige nur noch ganz selten, in 72 Pflichtspielen war er an zehn Treffern beteiligt.

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"Es ist eine Kombination aus allen möglichen Faktoren. Ich achte auf meine Belastungssteuerung unter der Woche und fühle mich sehr wohl. Es wird von allen Seiten darauf geachtet, dass ich verletzungsfrei bin und ich weiß, was mir guttut", erklärte Rode und betonte: "Meine Spielweise habe ich aber nicht großartig verändert."

Rode prägt das Spiel der Eintracht

Es ist dieser Stil, den die Eintracht so dringend benötigt. Rode ist als Zweikämpfer und Umschaltspieler kaum zu ersetzen, er sorgt für Struktur im Spiel der Frankfurter. Im Duell gegen den BVB gewann er bis zu seiner Auswechslung in der 66. Minute starke 60 Prozent der direkten Duelle, er lief beinahe neun Kilometer.

Doch der gebürtige Hesse ist nicht nur auf, sondern auch abseits dem Platzes als Wortführer sehr wichtig. Wie er den Saisonstart mit 13 Punkten nach zehn Spielen einordnet? "Wir können insgesamt nicht ganz zufrieden sein. Unsere eigenen Ansprüche und auch die von außen sind andere geworden."

Ob der Abgang von Kapitän David Abraham eine Lücke reißt? "Da kommt ein bisschen Wehmut auf. Wenn man Woche für Woche sieht, was für eine Qualität er mit Schnelligkeit und Zweikampfstärke mitbringt, dann wird er uns fehlen. Es wird interessant sein, wie wir den Abgang auffangen."

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Wird Rode der nächste Frankfurt-Kapitän?

Auf Abraham wird wohl auch Makoto Hasebe folgen, Hütter erwartet nach dem Ende dieser Saison dessen Karriereende. Rode ist aktuell bereits dritter Kapitän, seit seiner Rückkehr nach Frankfurt war er dreimal mit der Binde am Arm unterwegs.

Auf SPORT1-Nachfrage sagte er zunächst: "Ich bin bei dem Thema völlig entspannt. Wir müssen den Fokus darauflegen, dass wir wieder ein Spiel gewinnen. Da ist es auch nicht wichtig, wer mit einer Binde um den Arm auf das Feld läuft. Der Trainer wird sich da schon festlegen."

Allerdings konnte Rode bereits genau definieren, welche Eigenschaften einen Kapitän aus seiner Sicht auszeichnen: "Er braucht das nötige Standing in der Mannschaft und muss einen gewissen Eindruck auf den Schiedsrichter haben." Als Spielführer sei er auf dem Rasen der "wichtigste Ansprechpartner" für den Unparteiischen, es benötige daher eine "gute Kommunikation".

Noch zentraler ist allerdings die Verbindung zu Coach und Team: "Man ist vor allem der verlängerte Arm des Trainers. Es geht darum, dass man mit Leistung vorangeht und vermittelt, was der Trainer auch will."

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Rode auf dem Weg zum Gesicht der Eintracht

Wie SPORT1 zuletzt berichtete, zählt Rode zu den engsten Kandidaten für die Binde. Fünf Millionen Euro überwies die Eintracht im Sommer 2019 nach Dortmund - und es war bestens angelegtes Geld.

Rode hat das Potenzial, das Gesicht der Frankfurter, eine echte Identifikationsfigur, zu werden - und das auf leisen Sohlen.

Er ist zwar kein Lautsprecher, doch wenn er etwas zu sagen hat, dann wird er deutlich. So auch mit dem Blick auf die Tabelle: "Bis Weihnachten ist noch alles möglich. Wir wollen so viele Punkte holen, dass wir daran im Januar anknüpfen und etwas weiter oben anklopfen können."

Ein typischer Rode eben, der noch bis 2024 unter Vertrag steht und tief in der Region verwurzelt ist.

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