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Berlin und München - Bruno Labbadia muss bei Hertha BSC nach der nächsten Pleite gegen Werder Bremen wie erwartet seinen Hut nehmen. Auch Geschäftsführer Michael Preetz muss gehen.

Bundesligist Hertha BSC hat auf seine anhaltende sportliche Talfahrt reagiert und sich von Trainer Bruno Labbadia sowie dem Geschäftsführer Sport, Michael Preetz, getrennt. 

Der Klub gab die wenig überraschende Entscheidung in einer offiziellen Mitteilung am Sonntag bekannt, einen Tag nach der ernüchternden 1:4-Niederlage gegen Werder Bremen. Die Hertha findet sich nach 18 Spielen auf dem 14. Tabellenplatz wieder - und hinkt damit den eigenen Ansprüchen klar hinterher.

Statt wie erhofft um die Qualifikation für das internationale Geschäft zu kämpfen, heißt die bittere Realität Abstiegskampf. Dabei hatte Investor Lars Windhorst Europa vor der Saison als Ziel ausgegeben. Für die Wende soll nun ein anderer Trainer sorgen. Labbadia war im April 2020 nach Berlin gekommen und hatte es in 28 Spielen auf einen Punkteschnitt von 1,07 Zählern pro Spiel gebracht. 

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"Bruno Labbadia hat mit seinem Trainerteam Woche für Woche viel Arbeit in die Entwicklung der Mannschaft investiert. Dafür gebührt ihm großer Dank", erklärte Berlins Vorsitzender der Geschäftsführung, Carsten Schmidt, in einem kurzen Statement.

Schmidt: Hertha steckt "in sehr ernster Situation"

Letztlich müsse man aber festhalten, dass man mit 17 Punkten nach 18 Spielen "in einer sehr ernsten Situation" stecke: "Daher haben wir uns nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, mit einem Trainerwechsel einen neuen Impuls zu setzen. Wir werden die Nachfolge auf der Trainerposition in den kommenden Tagen klären."

Nach SPORT1-Informationen soll Pál Dárdai bis Sommer übernehmen, der die Hertha schon zwischen 2015 und 2019 trainierte. Der Ungar hatte das Team erst vor dem Abstieg gerettet und dann bis nach Europa geführt. Derzeit trainiert er nach einem Sabbatjahr die U16 des Vereins. "Dárdái ist möglich, viele andere sind möglich. Wir gehen nicht unvorbereitet in diese Situation", sagte Schmidt bei Sky. "Wir haben einen klaren Plan. Den werden wir durchführen."

Investor Windhorst sei explizit nicht in die Entscheidung der Klubgremien involviert gewesen, allerdings sei man im Informationsaustausch. "Das gehört sich auch so", meinte Schmidt. Windhorst wünscht sich nach SPORT1-Informationen für die kommende Saison eine Verpflichtung von Ralf Rangnick. "Wir machen keine Namensraterei", blockte Schmidt die konkrete Nachfrage nach ihm ab.

Friedrich übernimmt vorerst für Preetz

Ein Vertreter für Preetz steht derweil schon fest: Bis zum Ende der Saison wird Arne Friedrich in seiner Funktion als Sportdirektor die Verantwortung im sportlichen Bereich bei Hertha BSC übernehmen. "Hertha BSC hat Michael Preetz viel zu verdanken. Er ist seit fast 25 Jahren eng mit unserem Verein verbunden, zunächst als Spieler und nunmehr seit fast zwölf Jahren auf der Position des Verantwortlichen im sportlichen Bereich", erklärte Vereinspräsident Werner Gegenbauer. 

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Mit Blick auf die Entwicklung in der vergangenen wie der aktuellen Spielzeit sei man zu dem Entschluss gekommen, diese Position "für die Zukunft neu zu besetzen. Dennoch möchte ich mich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit Michael Preetz über die vielen Jahre bedanken."

Preetz selbst äußerte sich ebenfalls: "Ich bin unendlich dankbar für die vielen Jahre, die ich für meinen Herzensverein Hertha BSC auf und neben dem Platz spielen und arbeiten durfte. Das waren sehr intensive Jahre mit allen Höhen und Tiefen, die ein Fußballverein zu bieten hat."

Er sei davon überzeugt, dass dem Verein die Zukunft gehören werde: "Ich wünsche allen Mitgliedern, Fans sowie den Kollegeninnen und Kollegen nur das Allerbeste und möchte mich auch bei allen Gremien für das mir entgegengebrachte Vertrauen in den zurückliegenden Jahren bedanken." 

Preetz arbeitete von 2003 bis 2009 als Assistent der Geschäftsführung für die Hertha, ehe er selbst zum Geschäftsführer aufstieg. 

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