Lesedauer: 5 Minuten
teilenE-MailKommentare

Dortmund - Borussia Dortmund kommt gegen Mainz 05 nicht über ein 1:1 hinaus. Erneut verpatzt der BVB ein Spiel gegen einen kleinen Gegner. Doch warum passiert dies ständig?

Freude wollte beim BVB auch am Tag nach dem unbefriedigenden 1:1 gegen Mainz 05 nicht aufkommen. (TICKER zum Nachlesen)

"Wir haben einen hohen Aufwand betrieben, viel investiert und uns etliche Chancen erarbeitet", sagte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl am Sonntag im Gespräch mit SPORT1: "Trotzdem haben wir am Ende gegen den Tabellenletzten nur einen Punkt geholt. Und das ist für unsere Ansprüche am Ende natürlich zu wenig."

BVB patzt erneut gegen einen "Kleinen"

Es bleibt dabei: Der BVB hat gegen die vermeintlich "kleinen" Teams erhebliche Probleme. In der laufenden Saison war das bereits gegen Augsburg (0:2), Köln (1:2), Stuttgart (1:5) und nun gegen Mainz so. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Anzeige

DAZN gratis testen und die Bundesliga auf Abruf erleben | ANZEIGE  

Bezeichnend: Seit Sommer 2018 hat Dortmund acht Niederlagen gegen vermeintliche Abstiegskandidaten hinnehmen müssen – zwei gegen Augsburg und je eine gegen Düsseldorf, Schalke, Union, Mainz, Köln und Stuttgart.

Meistgelesene Artikel

Ob unter Ex-Coach Lucien Favre oder unter Edin Terzic – diese Schwäche scheinen sie bei der Borussia einfach nicht in den Griff zu kriegen. Das Spiel gegen Mainz wollte Kehl aber "nicht mit Köln oder Stuttgart vergleichen. Die Herangehensweise war gestern eine andere."

In der Tat zeigte der BVB keine schlechte Leistung. Die Statistik sprach für sich: 17:9 Torschüsse, 73:27 Prozent Ballbesitz. Und trotzdem stand am Ende – auch, weil Kapitän Marco Reus in der Schlussphase einen Elfmeter verschoss – nur ein mageres 1:1 auf der Anzeigetafel im Signal Iduna Park.

BVB bekommt gegen schwächere Teams Panik

Torschütze Thomas Meunier, der seine stärkste Leistung seit seinem Wechsel aus Paris in den Pott gezeigt hat, war angefressen: "Wir hatten so viele Chancen in der ersten Halbzeit und dann schießt er (Levin Öztunali, Anm. d. Red.) dieses wunderschöne Tor. Aber das darf er niemals machen. In der Offensive haben wir gute Situationen kreiert, aber in der Abwehr waren wir teilweise panisch."

Der BVB kriegt ausgerechnet gegen die "Kleinen" immer wieder Panik – und verpasst es einmal mehr, sich in einem entscheidenden Moment oben festzubeißen! Der Abstand auf Spitzenreiter Bayern beträgt nach 16 Ligaspielen nun sieben Punkte. (Tabelle der Bundesliga)

Auch im CHECK24 Doppelpass wurde über die BVB-Schwäche diskutiert. SPORT1-Experte Marcel Reif war ein wenig ratlos: "Die Älteren müssen beim BVB vorangehen. Aber mittlerweile gebe ich es auf. Ich weiß, beim nächsten Topspiel gegen einen direkten Konkurrenten sehen wir wieder ein anderes Dortmunder Team. Es fällt ihnen schwer, sich gegen Teams, die von der Qualität her hinter ihnen stehen, reinzubeißen und ein Spiel abzunudeln."

"Ich bin sehr enttäuscht", befand Meunier. "Wir hatten eine große Chance." Und dann sagte der Rechtsverteidiger das, was alle beim BVB denken: "So oft haben wir die Chance, Zweiter, Dritter oder Erster zu werden. Und dann kommen solche Spiele. Ich bin wirklich enttäuscht. Wir wollten nach dem Spiel in Leipzig nachlegen, das haben wir nicht geschafft."

Woran lag es diesmal? Kehl resümiert: "Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit schon entscheiden können, haben aber zu viele Chancen ausgelassen. Stattdessen geraten wir durch einen Sonntagsschuss von Öztunali in Rückstand. Roman Bürki trifft keine Schuld, der Schuss kam überraschend und war sehr schwer zu halten."

Man habe dann in der zweiten Halbzeit zu hektisch gespielt und "die Klarheit in unserem Spiel verloren", meint Kehl.

Darf Reus in Zukunft erneut vom Punkt ran?

Jetzt steht dem BVB eine echte Topspiel-Woche bevor - am Dienstag spielt Dortmund in Leverkusen und am Freitag in Gladbach.

Kehl, der weiterhin einen "fußballerischen Aufwärtstrend" sieht, gibt die Marschroute vor: "Wir können nun in den wichtigen Spielen gegen Leverkusen und Gladbach die Dinge in der Tabelle wieder zu unseren Gunsten drehen. Wir lassen uns von diesem Remis gegen Mainz nicht umwerfen."

Und: "Wir haben häufig betont, dass der Monat Januar wichtig für uns ist. Mit Wolfsburg und Leipzig haben wir zwei direkte Konkurrenten geschlagen und überzeugende Leistungen gebracht. Daran nehmen wir nun ein gutes Beispiel. Unser Ziel ist, dass wir die beiden Spiele gegen Leverkusen und Gladbach gewinnen."

Ob Reus, der nun seinen zweiten Elfmeter in dieser Saison verschossen hat, im Fall der Fälle in der Topspiel-Woche erneut antreten wird? "Marco, Erling oder auch Jadon haben sich zuletzt immer einigen können", sagt Kehl und ergänzt: "Marco hatte ein gutes Gefühl, wollte die Verantwortung übernehmen und das Spiel für uns entscheiden. Es ist ärgerlich, aber wir machen ihm überhaupt keinen Vorwurf."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image