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Martin Hinteregger im Duell mit Jonathan Burkardt vom FSV Mainz 05
Martin Hinteregger im Duell mit Jonathan Burkardt vom FSV Mainz 05 © Imago
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Mainz - Sportvorstand Fredi Bobic hat in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt schon viele Toptransfers gelandet. An Martin Hinteregger reicht derzeit aber keiner heran.

"Ich kann nichts Positives über Manuel Baum sagen und werde auch nichts Negatives sagen!"

Der 27. Januar 2019 bedeutete das Ende der Beziehung zwischen dem FC Augsburg und Martin Hinteregger. Sportvorstand Fredi Bobic wurde vor ziemlich genau zwei Jahren sofort hellhörig und fädelte innerhalb von wenigen Tagen bis zur Schließung des Transferfensters einen Deal ein, der inzwischen vielleicht als sein größter Coup bezeichnet werden kann. Selten zuvor haben ein Verein und ein Profi so gut zusammengepasst wie Hinteregger und Eintracht Frankfurt.

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Eintracht-Trainer Hütter adelt Hinteregger

Der 28-Jährige hat die Eintracht-DNA tief verinnerlicht, er ist Publikumsliebling und als Leistungsträger unersetzlich für Trainer Adi Hütter. Nach dem ersten Punktspielsieg der Eintracht in Mainz überhaupt, gab es eine Kampfansage von Hinteregger: "Der Blick ist vom 1. Spieltag an nach Europa gegangen. Wir sind Eintracht Frankfurt, wir verfolgen große Ziele."

Hütter sagte dazu auf SPORT1-Nachfrage: "Martin sagt immer ehrliche Worte. Wir haben in den vergangenen beiden Jahren mit unseren Zuschauern für Furore gesorgt. Das ist Anlass genug dafür, dass wir wieder dorthin wollen."

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Der Coach hob die Bedeutung seines Landsmannes dabei gesondert hervor: "Martin ist einer der besten Verteidiger der Bundesliga. Er hat einen super linken Fuß, ein tolles Kopfballspiel und bringt Schnelligkeit mit."

Hinteregger zeigte in der Vorsaison mit neun Pflichtspieltreffern und drei Vorlagen zudem auch seine Offensivqualitäten. In dieser Spielzeit hält er sich trotz Torlosigkeit ebenfalls häufig im gegnerischen Sechzehner auf, er holte in Mainz bereits den dritten Strafstoß heraus.

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Hinteregger und die Eintracht: Eine Erfolgsgeschichte

Hütter kann Hinteregger zudem auch auf zwei Positionen einsetzen, er agiert sowohl als linker Innenverteidiger und inzwischen auch in der Rolle als letzter Mann sehr souverän. Gegen Mainz untermauerte eine Zweikampfquote von 80 Prozent seinen nötigen Biss und diese Galligkeit, die der Mannschaft weiterhilft.

Nach 24 Monaten Hinteregger in Frankfurt lässt sich somit zweifelsohne festhalten: Der Kampf um Hinteregger hat sich für Bobic, der weitere Topleute wie Luka Jovic, Sébastien Haller, André Silva, Kevin Trapp oder Sebastian Rode geholt hat, vollständig ausgezahlt. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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Doch es war ein Transfer mit Nebengeräuschen. Nach sechs Monaten Leihe buhlten die Frankfurter lange um den Abwehrmann. Augsburg-Manager Stefan Reuter wollte ihn partout nicht abgeben, sodass Hinteregger selbst mit allen möglichen Aktionen seinen Wechsel erzwang.

Er tauchte mit einem Adler auf dem Rucksack beim Training auf und Fans schickten Postkarten en masse mit der Aufschrift #freehinti in die Fuggerstadt. Als Hinteregger dann im Rahmen des Trainingslagers torkelnd auf einem Video auftauchte, war das Tischtuch endgültig zerschnitten und der Weg nach Frankfurt frei.

Vertrag in Frankfurt läuft bis 2024

"Ich bin zu Hause", sagte der Nationalspieler bei seiner Vorstellung damals vor ausverkauftem Haus und erntete laute "Hinti! Hinti! Hinti!"-Rufe. Er unterschrieb für fünf Jahre bis 2024 - und tat das ganz bewusst.

In jeder Transferperiode auftauchende Gerüchte werden schnell vom Tisch gewischt, selbst Ziele wie England oder Italien reizen ihn offenbar nicht. Die rund sieben Millionen Euro, die Eintracht nach SPORT1-Informationen nach Augsburg überwiesen haben soll, waren ein Volltreffer.

Natürlich wird der Marktwert von Hinteregger nicht in die Dimensionen á la Haller oder Jovic explodieren. Dagegen sprechen Position und Alter. Doch bei ihm stimmt für die Eintracht das Gesamtpaket, Hütter attestierte ihm schon Champions-League-Niveau.

Innige Beziehung zwischen Hinteregger und den Fans

Hinteregger begeht kaum Fehler, in seinen 86 Pflichtspielen für die Hessen performte er zumeist gut bis sehr gut. Selbst der verschossene Elfmeter im Europa-League-Halbfinale gegen Chelsea änderte daran nichts. Im Gegenteil: Das Verhältnis zwischen Spieler und Anhängerschaft wurde noch inniger.

Der ungewöhnliche Profi, der aktuell ein Buch über seine besonderen Momente verfassen lässt, ist Frankfurter durch und durch geworden - und nicht mehr bei der Eintracht wegzudenken. Es war das richtige Näschen, das Fredi Bobic bei dieser Personalie bewiesen hat.

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