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Peter Neururer fordert Konsequenzen aus Schalkes Köln-Pleite. Für den SPORT1-Experten gilt es nun, die Planungen für die 2. Liga zu beginnen. Eine Hoffnung bleibt.

Nach der bitteren 1:2-Heimpleite gegen den 1. FC Köln macht sich im Lager des FC Schalke 04 langsam Hoffnungslosigkeit breit.

Auch SPORT1-Experte Peter Neururer sieht die Felle seines Herzensklubs langsam davonschwimmen - und er fordert Konsequenzen "Jetzt müssen natürlich so schnell wie möglich Planungen für die 2. Liga gemacht werden", sagt der frühere Schalke-Coach bei SPORT1.

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Dass die Knappen mit nun acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz eine furiose Aufholjagd starten, daran glaubt Neururer nicht. "Die Chancen, die Liga zu halten - vielleicht noch über die Relegation - sind minimal. Aber, losgelöst ob eine Chance besteht, egal wie groß sie auch ist: Jetzt müssen die Planungen losgehen und die Weichen gestellt werden. Man muss sich innerlich von der Bundesliga verabschieden." (Tabelle der Bundesliga)

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Neururer: "Der ein oder andere ist nicht zu gebrauchen"

Für den 65 Jahre alte Ex-Coach sind diese Planungen essenziell - vor allem auch im Hinblick auf den kommenden Kader.  "Man muss sich die Frage stellen: Welcher Spieler hat noch einen Vertrag, mit welchem Spieler lohnt es sich überhaupt weiterzuarbeiten? Welcher Spieler ist bereit, dieses Projekt Schalke 04 fortzuführen, wer ist bereit, in  die 2. Liga zu gehen? Allesamt sind ja im Prinzip "mitschuldig", wenn man in die 2. Liga gehen müsste. Der ein oder andere ist mit Sicherheit nicht zu gebrauchen."

Davon abhängig sei die Frage, welche finanziellen Mittel Schalke im Abstiegsfall zur Verfügung hat. Von elementarer Bedeutung ist für Neururer die Frage: die Frage: "Sind wir im Stande, ein Ziel auszusprechen, das ganz klar heißt: direkte Rückkehr in die Bundesliga?" 

"Es müssen sich einige grundlegende Sachen ändern, aber zuerst müssen die Finanzen geordnet werden, damit man weiß, was man überhaupt machen kann. Bekommen wir eine Lizenz? Und wenn man sie bekommt, mit oder ohne Auflagen? Je nachdem müsste man dann auch ein anderes Ziel aussprechen."

Dass die Verantwortlichen bei den Königsblauen bereits mit den entsprechende Planungen begonnen haben, davon ist Neururer überzeugt. "Hinter den Kulissen wird mit Sicherheit schon kräftig gearbeitet. Es geht darum, Dinge in die Wege zu leiten, die eine Ausgliederung bedeuten. Im Augenblick ist die finanzielle Lage mit Sicherheit nicht so, dass man sagen könnte, die 2. Liga sei gesichert. Daran muss noch kräftig gearbeitet werden, das wird auch gemacht."

Neururers letzte Hoffnung: Huntelaar

Die Ursachen der Schalke-Misere liegen für den langjährigen Bundesligacoach nicht bei den Übungsleitern. "Im Augenblick haben es ja schon einige versucht, selbst der Jahrhunderttrainer Huub Stevens hat es nicht geschafft, die Mannschaft in die richtige Richtung zu bringen. Ich glaube, dass es nicht an den Trainern lag, sondern an der Entwicklung auf Schalke. Es müssen sich einige grundlegende Sachen ändern."

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Eine kleine Resthoffnung hat Neururer aber noch - und die trägt den Namen Klaas-Jan Huntelaar. "Zusammen mit Kolasinac ist Huntelaar der letzte Rettungsanker", sagt der Ex-Coach, der aber gleichzeitig auch Bedenken hat.

Neururer: "Er in den letzten Jahren nicht ein einziges Spiel über 90 Minuten bestritten. Er müsste auf Schalke länger spielen und der Klub hat nicht die Spielanlage, die auf ihn zugeschnitten ist. Außerdem spielt er jetzt in einer anderen Liga als bei Ajax Amsterdam. Die haben immer nach vorne gespielt, da hat er seine Torgefährlichkeit gezeigt. Auf Schalke ist etwas anderes gefragt."

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