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Amin Younes war im Duell gegen den FC Bayern München wieder Schlüsselspieler der Eintracht. So muss ihn Bundestrainer Joachim Löw für die EM auf dem Zettel haben.

Leroy Sane? Manuel Neuer? Joshua Kimmich? Nein! Am Ende sah der beim Topspiel anwesende Bundestrainer Joachim Löw vor allem einen überragenden Amin Younes.

Der Offensivmann von Eintracht Frankfurt dominierte den ersten Durchgang und sorgte mit seinen Aktionen für die 2:0-Führung der Hessen. "Seine Leistung in der ersten Halbzeit war Weltklasse", schwärmte Adi Hütter nach dem 2:1-Erfolg gegen den amtierenden Sextuple-Gewinner.

"Ein Weltklassetor!" Hütter adelt Younes

Es lief die zwölfte Minute, als Leroy Sane und Niklas Süle den genialen Steckpass auf Filip Kostic, der zum 1:0 führte, nicht mehr verhindern konnten. In der 31. Minute wurde Younes von Daichi Kamada freigespielt und traf aus halblinker Position im Strafraum mit höchster Präzision in den Winkel.

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“Ein Weltklassetor”, wie Hütter adelte. "Ich war frei und wollte erst schauen, ob ein Mitspieler freisteht. Dann war nur noch Süle vor mir und dann bin ich das Risiko eingegangen. Es hat geklappt", freute sich Younes.

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Der 27-Jährige rannte anschließend an die Ersatzbank, nahm eines der Gedenkshirts an die Opfer des Attentats von Hanau mit der Aufschrift "Say their names" in die Hände und reckte es wie einen Pokal in die Höhe.

"Wir dürfen nicht vergessen und müssen an die Leute denken, die davon betroffen sind. Es bedrückt mich, dass so etwas sehr Schlimmes passiert ist. Natürlich bringt meine Aktion die Opfer nicht zurück. Aber die Familienangehörigen wissen einfach, dass wir an sie denken”, gab Younes bei Sky Einblick in sein Innenleben.

Genau dafür stehe Frankfurt: "Die ganze Stadt hält zusammen und der Verein ist ein Symbol dafür."

Löw sieht im Stadion einen starken Amin Younes

Younes überzeugt menschlich und sportlich. Die erneut starke Leistung, die mit dem vierten Pflichtspieltreffer im Jahr 2021 garniert wurde, kann der Bundestrainer nicht mehr übersehen - auch wenn er im zweiten Durchgang keine weiteren Akzente setzen konnte.

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Hütter geriet, ob der herausragenden ersten 45 Minuten, vollumfänglich ins Schwärmen: "Amin war ein ständiger Unruheherd. Er hat Eins-gegen-Eins-Situationen so gelöst, dass wir den nächsten Step nach vorne machen konnten. Amin erhält ein Extra-Lob, weil er der Spieler der ersten Halbzeit war.”

Younes ist ein Spielertyp, den es in dieser Art und Weise in Deutschland so kein zweites Mal gibt. "Ich habe einen Kicker in dieser Form noch nicht trainiert", gab Hütter zu. Ob Löw ihn mit zur Europameisterschaft sollte? "Ich kann nicht entscheiden, was der Bundestrainer vorhat. Er hat eine große Auswahl an Spielern. Aber ich habe die beste Saisonleistung von Amin Younes gesehen, seitdem er bei uns ist."

So führt an Younes mit Blick auf die EM kein Weg vorbei

Der "Unterschiedsspieler", der von SPORT1 bereits nach dem 2:2 beim SC Freiburg als mögliche EM-Überraschung genannt wurde, ist bei der Eintracht nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken.

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Er durfte am 12. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach erstmals von Beginn an mitwirken, seitdem holte das Team 26 (!) von 30 möglichen Punkte. Der vierte Platz der Eintracht ist eng mit dem Namen Younes verknüpft, bei der 1:4-Niederlage im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen kippte die Partie erst nach dessen verletzungsbedingter Auswechslung.

Obwohl Löw in der Offensive auf Klasseleute wie Serge Gnabry, Kai Havertz, Leroy Sané oder Timo Werner zurückgreifen kann, führt am Confed-Cup-Sieger 2017 in dieser Verfassung eigentlich kein Weg vorbei. Der fünffache Nationalspieler müsste einen Platz im Kader für die Europameisterschaft finden, zumindest in den kommenden Qualifikationsspielen für die Weltmeisterschaft in Katar sollte Younes eine Bewährungschance erhalten.

Eintracht ist ein Transfercoup geglückt

Aus Eintracht-Sicht jedenfalls ist der nächste Toptransfer in der Ära von Sportvorstand Fredi Bobic geglückt. Er hat Younes für zwei Jahre auf Leihbasis vom SSC Neapel mit anschließender Kaufoption geholt.

Und schon jetzt ist klar: An der Fixierung dieses Deals gibt es keine Zweifel mehr.

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