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Dortmund - Die Erfolge haben sich noch nicht eingestellt - und dennoch gibt es Mutmacher: Unter Edin Terzic hat sich Borussia Dortmund in manchen Statistiken verbessert.

Vier Niederlagen, ein Remis, vier Siege – für Edin Terzic läuft es in der Liga zurzeit alles andere als rund. Er steht mit dem BVB vor dem Heimspiel am Samstag gegen Hoffenheim (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) enorm unter Druck.

Und trotzdem sind sich klubintern alle einige: Seit der 38-Jährige da ist, läuft es besser. "Seit Edin da ist, machen wir sehr viele Dinge sehr viel besser", meinte etwa Mats Hummels nach der 1:2-Pleite gegen Freiburg. "Wir kriegen nur nicht die Ergebnisse, um das zu unterstreichen."

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Der Erfolg bleibt unter Terzic bislang noch aus. Nach SPORT1-Informationen genießt er allerdings weiterhin das volle Vertrauen der Bosse und auch aus großen Teilen der Mannschaft genießt. Zwar gibt es vereinzelt kritische Rufe, aber die Truppe steht insgesamt hinter dem Deutsch-Kroaten und sieht stattdessen vielmehr sich selbst in der Pflicht.

Routinier Thomas Delaney lobt: "Er ist ein guter Trainer, seriös, kommuniziert sehrt gut und sagt deutlich, was der Plan ist, was er sich von uns erwartet. Wir machen es auch in den Analysen gut."

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Für Terzic gibt es auf dem Trainingskomplex in Dortmund-Brackel drei wichtige Zimmer: Den Meeting-Raum, den er selbst "Raum der Verbesserung" nennt, in dem Spiel- und Trainingsanalysen gemacht werden, den Medien-Raum, in dem sich Terzic auf der Pressekonferenz stets schützend und lobend vor seine Spieler stellt, und das Trainer-Büro. In letzterem geht der 38-Jährige hinter verschlossenen Türen in Einzelgesprächen schonungslos, offen und direkt mit seinen Jungs in Kritik.

Terzic musste "einige Dinge loswerden"

So wie nach dem Freiburg-Spiel. Er musste am Sonntag "einige Dinge loswerden", hatte Terzic verraten. "Das haben wir auch sehr deutlich und ausführlich getan. Ich habe alle direkt angesprochen und auch viele Einzelspieler geführt."

Vor allem von den Führungsspielern wie Hummels, Kapitän Marco Reus oder Emre Can erwartet der Trainer eine klare Steigerung: "Wir fordern von den etablierten Spielern Verantwortung zu übernehmen und das ganze wieder in die richtige Bahn zu leiten. Diese Spieler sollen vorweg gehen."

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Mitte Dezember war es, als der bisherige Co-Trainer aufstieg und den entlassenen Lucien Favre beerbte. Die Statistik spricht seither nicht wirklich für ihn - als Terzic am elften Spieltag übernahm waren es noch fünf Punkte auf die Bayern, jetzt sind es 16! (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Im Schnitt holt Terzic 1,4 Punkte, Favre holte im vorherigen Saisonverlauf 1,7. Die Borussia schoss unter Terzic außerdem weniger Tore (1,8 unter Favre 2,1), die Passquote verschlechterte sich mit 86,7 Prozent (88 Prozent unter Favre) und die Spielanteile wurden mit 58,7 Prozent geringer (unter Favre 60,7 Prozent). Auch erspielte sich der BVB unter dem neuen Coach weniger Großchancen (14 – unter Favre 22).

Zweikampfquote verbessert, Trainingsintensität gesteigert

Weitere Probleme: Die Mannschaft kriegt einfach keine Konstanz in ihr Spiel, zeigt weiterhin zu viele individuelle Fehler und hat enorme Schwächen bei Standards.

Immerhin: Die Zweikampfquote hat sich mit 53,8 Prozent verbessert (51,7 Prozent unter Favre), was ein Indiz dafür ist, dass der BVB aggressiver auftritt und den Ball höher erobern will.

Was teamintern gelobt wird: Die Trainingsintensität wurde wieder gesteigert, zudem das Positionsspiel und Anlaufverhalten verbessert. Die Analysen seien klarer und zielgerichteter. "Der neue Coach bringt neue und gute Ideen in die Mannschaft", sagt Verteidiger Thomas Meunier bei Spox, "aber eine reibungslose Umsetzung braucht ihre Zeit."

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Auch wenn die Passquote etwas schlechter wurde: Unter Terzic spielt der BVB im Zentrum nicht mehr so viele Querpässe wie unter Favre, sucht stattdessen öfter den direkten Weg auf die Flügel. Unter Terzic zeigt sich beispielweise Flügelspieler Jadon Sancho formverbessert.

Haaland als Torvorbereiter

Außerdem gibt es im Schnitt wieder mehr Pressingsituationen nach eigenen Ballverlusten. Die Laufbereitschaft ist insgesamt höher. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

Was auch besser geworden ist: Gegen tiefstehende Mannschaften hatte der BVB enorme Probleme, Top-Stürmer Erling Haaland in Szene zu setzen. Das hat sich unter Terzic verändert. Trifft der Norweger mal nicht, bereitet er zumindest Tore vor (wie zuletzt gegen Freiburg und Augsburg).

Unter Terzic ist der BVB in einigen Punkten besser geworden – aber kaum einer sieht’s!

Liegt vor allem daran, dass die Ergebnisse ausgeblieben sind. Und an den Erfolgen wird ein Bundesliga-Trainer, zumal in Diensten des ambitionierten BVB, nummal gemessen.

Lizenzspielerchef Sebastian Kehl gibt abschließend Rückendeckung: "Wir sehen jeden Tag, wie Edin arbeitet. Es gibt deshalb von uns überhaupt keine Kritik an seiner Arbeit. Wir trauen ihm absolut zu, dass er mit der Mannschaft die Champions League erreicht."

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