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Dortmund - Nach dem Remis gegen Hoffenheim macht der BVB seinem Ärger über den Ausgleich Luft. Bei SPORT1 erklärt DFB-Lehrwart Lutz Wagner, warum das Tor zählen musste.

Der BVB war nach dem 2:2 gegen Hoffenheim mächtig bedient!

"Das ist frech", schrie Mats Hummels, als er die Aufreger-Szene nach dem Schlusspfiff auf einem TV-Monitor sah.

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In Dortmund regten sie sich neben der erneut schwachen eigenen Leistung auch über eine Szene besonders auf: Das klare und nicht gepfiffene Foul an Erling Haaland vor dem 1:1-Ausgleichstreffer von Munas Dabbur.

Schiedsrichter übersieht Foul an Haaland

Was war passiert?

In der 30. Minute lief Jude Bellingham mit dem Ball am Fuß auf das Hoffenheim-Tor zu, parallel stand Erling Haaland im Zentrum frei und wurde noch vor dem Strafraum von Kevin Vogt gefoult - der Pfiff von Schiri Bastian Dankert blieb aber aus! (SERVICE: Ergebnisse/Spielplan der Bundesliga)

Kurz darauf fiel auf der anderen Seite der 1:1-Ausgleich. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Edin Terzic tobte deshalb an der Seitenlinie, auch Manager Michael Zorc und Lizenzspielerchef Sebastian Kehl waren auf 180! "Guck dir die Szene an!", forderte Terzic vom Schiri. Der Coach stand fassungslos an der Seitenlinie und unterhielt sich noch Minuten nach dem Wiederanstoß mit dem Vierten Offiziellen Christian Dingert.

BVB-Coach Terzic versteht Erklärung des Schiris nicht

Was der Schiri-Assistent Terzic sagte? Der BVB-Coach verriet auf SPORT1-Nachfrage: "Es gab einen Erklärungsversuch, den habe ich aber nicht verstanden. Die erste Erklärung war, dass es eine Vorteilssituation für uns ist. Die sehe ich nicht. Für mich ist es ein klares Foulspiel an Erling und uns wird dadurch eine klare Torchance genommen."

Wieso griff der Video Assistant Referee (VAR) in dieser Szene nicht ein? SPORT1 fragte bei Lutz Wagner nach.

Der 57 Jahre alte Ex-Bundesliga-Referee ist Schiri-Lehrwart beim DFB und erklärt: "Der Schiedsrichter war mit seinem Fokus wohl beim ballführenden Spieler und dessen Zweikampf. Ein Foulspiel von Haaland im parallel laufenden Positionskampf war es ohne Zweifel, und der direkte Freistoß für Dortmund wäre die richtige Entscheidung gewesen."

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Wagner betont jedoch: "Der VAR konnte nicht eingreifen, da es zum einen vor dem Strafraum und damit kein Strafstoß war, zum anderen, da es auch keine Notbremse und damit auch keine Rote Karte war, da die Ballkontrolle nicht gegeben war und auch nicht bevorstand, da es kein Abspiel gab."

Auch das anschließende Hoffenheimer Tor auf der anderen Seite des Spielfelds habe man "nachträglich nicht mehr annullieren können", sagt Wagner, "weil es keine durchgehende Angriffsaktion mehr war. Der Ball wurde zweimal nach hinten, unter anderem auch zum Torwart gespielt."

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Rudelbildung nach Tor von Haaland

Neben dem nicht gegebenen Haaland-Freistoß gab es noch einen zweiten Aufreger in der 81. Minute: Nach Fehlpass von Sebastian Rudy erzielte Haaland den 2:2-Endstand. Hoffenheim-Verteidiger Stefan Posch ging wütend auf den Norweger los, es kam zu einer kleinen Rudelbildung. Der Vorwurf der TSG-Spieler: Der BVB hätte weitergespielt, obwohl Dabbur angeschlagen am Boden lag.

Dazu sagt Wagner: "Die Aufregung der Hoffenheimer im Zuge des 2:2-Ausgleichstreffers von Haaland war unangebracht. Die Hoffenheimer hatten zuvor selbst zwei Mal die Gelegenheit, den Ball ins Aus zu spielen. Wenn ich das selbst nicht mache, kann ich das vom Gegner nicht erwarten."

Einsicht zeigte auch TSG-Manager Alexander Rosen: "Wir haben ja selbst weitergespielt. Und es ist klar geregelt - und so fair muss man einfach sein - wenn keine Kopfverletzung vorliegt, dass der Schiedsrichter das Spiel auch nicht unterbindet. Da müssen wir cleverer sein oder den Ball ins Aus spielen und können dem Gegner keinen Vorwurf machen."

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