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München - Robert Lewandowski verletzt sich bei seinem WM-Quali-Einsatz für Polen. Sein Ausfall vergrößert die Personalnot beim FC Bayern - vor allem vor dem Duell mit Leipzig.

Sein Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes.

Mit zusammengepressten Lippen schlich Robert Lewandowski leicht humpelnd vom Rasen, den Kopf zu Boden gerichtet. Vor der Trainerbank deutete der Angreifer auf sein rechtes Knie, das sofort gekühlt und bandagiert wurde.

Die Bilder von der verletzungsbedingten Auswechslung des Bayern-Toptorjägers beim WM-Qualifikationsspiel der Polen gegen Andorra (3:0) trieben Uli Hoeneß die Sorgenfalten auf die Stirn. (Spielplan und Ergebnisse der WM-Qualifikation)

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"Mir ist gerade das Herz stehen geblieben, ich hoffe nur, dass nicht viel passiert ist", sagte der Ehrenpräsident in seiner Funktion als RTL-Experte. Hoeneß griff noch am Sonntagabend zum Telefon, um sich nach Lewandowskis Gesundheitszustand zu erkundigen: "Die ersten Prognosen sind nicht ganz so schlimm."

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Bayern-Star Lewandowski zieht sich Knieverletzung zu

Die erste Diagnose seitens des polnischen Verbands las sich allerdings nicht ganz so harmlos: Untersuchungen hätten demnach eine Beschädigung des Seitenbandes am rechten Knie ergeben. Die zunächst vom Verband prognostizierte Ausfalldauer von "fünf bis zehn Tagen" wurde am Dienstag durch den FC Bayern noch mal korrigiert.

Nach einer Untersuchung durch die medizinische Abteilung des Rekordmeisters wurde bei Lewandowski eine Bänderdehnung im rechten Knie diagnostiziert. Ausfalldauer: "rund vier Wochen", wie der Klub mitteilte.

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Lewandowski verpasst Champions-League-Viertelfinale gegen PSG

Damit verpasst der Goalgetter nicht nur den Kracher bei Verfolger RB Leipzig am Ostersamstag (Bundesliga: RB Leipzig - FC Bayern München, Sa., ab 18.30 Uhr im LIVETICKER), sondern wohl auch die folgenden vier Ligaspiele gegen Union Berlin, Wolfsburg, Bayer Leverkusen und Mainz 05. Zudem müssen die Münchner im Viertelfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain (Hinspiel am 6. April, Rückspiel am 14. April) auf Lewandowski verzichten. Ein mögliches Halbfinal-Hinspiel würde am 27. oder 28. April steigen - also in genau vier Wochen.

Lewandowskis wochenlanger Ausfall ist für die Bayern ein schwerer Schlag. Seine Tore sind für den Erfolg des Rekordmeisters ein wichtiger Faktor. In nur vier seiner 25 Ligaspiele blieb er torlos. In 15 der vergangenen 16 Partien traf der 32-Jährige mindestens ein Mal.

Bei sagenhaften 35 Treffern steht Lewandowski aktuell in der laufenden Bundesligasaison. Nur noch fünf Tore fehlen dem Weltfußballer damit zur Bestmarke von Gerd Müller, dessen 40 Tore aus der Saison 1971/72 als Rekord für die Ewigkeit galt.

Wer ersetzt Lewandowski?

Lewandowskis Rekordjagd wird durch seine Knieverletzung vorerst unterbrochen. Aber wer kann ihn nun kurzfristig ersetzen?

Der erste Kandidat wäre der genau für solche Fälle im Herbst verpflichtete Eric Maxim Choupo-Moting, der zuletzt regelmäßig als Joker zum Einsatz kam. Der 32-Jährige, der in 24 Pflichtspielen bislang fünf Mal traf, könnte in der Bundesliga zum fünften Mal von Beginn an auflaufen.

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Choupo-Moting hat seine Rolle als Backup bislang sehr gut ausgefüllt, die Bayern wollen den im Sommer auslaufenden Vertrag nach SPORT1-Informationen verlängern.

Aber Hansi Flick hat noch weitere Optionen. Serge Gnabry könnte - wie aktuell unter Joachim Löw bei der Nationalmannschaft - vom Flügel eher ins Zentrum rücken und in die Rolle des falschen Neuners schlüpfen. Auch Thomas Müller wäre ein Kandidat für die Sturmspitze, befindet sich aktuell als hängende Spitze in bestechender Form. Mit 14 Assists ist Müller der beste Vorlagengeber der Liga.

Sperren vergrößern Personalnot in der Bayern-Abwehr

Das Sturmzentrum ist nicht die einzige Baustelle für Flick. Auch in der Abwehr herrscht Personalnot.

Jérôme Boateng handelte sich beim 4:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart seine fünfte Gelbe Karte ein und muss ebenso zuschauen wie Alphonso Davies, der wegen seiner Roten Karte zwei Spiele aussetzen muss. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Zudem reiste Innenverteidiger Niklas Süle wegen einer Oberschenkelzerrung vorzeitig von der Nationalmannschaft ab. Bei dem Abwehrspieler besteht aber berechtigte Hoffnung auf einen Einsatz am Wochenende. Am Dienstag kehrte er beim FC Bayern ins Mannschaftstraining zurück.

Youngster Nianzou kommt Comeback näher

Ebenfalls wieder im Mannschaftstraining ist Sommer-Neuzugang Tanguy Nianzou. Nach zwei schweren Muskelverletzungen ist der Innenverteidiger seinem zweiten Bundesliga-Einsatz für die Bayern einen großen Schritt näher gekommen. Aber ein Startelfdebüt gegen Leipzig käme für den 18-Jährigen wohl noch zu früh.

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Flick muss seine Abwehrkette ohnehin umbauen. David Alaba gilt als Abwehrchef gesetzt. Wird Süle nicht hundertprozentig fit, könnte Routinier Javi Martínez nachrücken, der eigentlich im defensiven Mittelfeld zuhause ist, aber auch in der Innenverteidigung spielen kann.

Benjamin Pavard könnte ebenfalls im Abwehrzentrum aushelfen. Der französische Weltmeister wird aber eher als Rechtsverteidiger gebraucht, da sein Backup Bouna Sarr bislang nicht zu überzeugen wusste. Lucas Hernández könnte auch innen verteidigen, doch wegen Davies' Sperre gilt er links hinten als gesetzt. 

Süles Genesungsprozess glättet bei den Bayern die eine oder andere Sorgenfalte. Doch Lewandowskis wochenlange Zwangspause trübt die bayerische Gemütslage vor dem Bundesligagipfel.

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