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Köln - Der 1. FC Köln rettet sich nach einem wahren Krimi in die Relegation. Sebastiaan Bornauw trifft gegen Schalke 04 in der Schlussphase.

Die etwa 2000 Fans des 1. FC Köln jubelten vor dem Stadion zunächst verhalten, dann ausgelassen, als Sebastiaan Bornauw um 17.13 Uhr den erlösenden Treffer erzielte.

Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel hat mit einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen den FC Schalke 04 den siebten Abstieg der Vereinsgeschichte vorerst abgewendet und sich auf den Relegationsplatz gerettet. Bornauw (86.) traf kurz vor Schluss per Kopf.

"Ich glaube, das war das wichtigste Tor meiner Karriere, das war heute einfach anders", sagte Bornauw bei Sky. "Aber als wir die Tausenden Fans vor dem Stadion gesehen haben, mussten wir einfach in dieses Spiel gehen und es gewinnen."

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Horn: "Achterbahnfahrt der Gefühle"

Die Kölner schoben sich durch den Dreier am SV Werder Bremen vorbei, der durch eine 2:4-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach zusammen mit Schalke 04 den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten muss. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

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"Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, aber wir haben am Ende den Sieg geholt", sagte FC-Keeper Timo Horn. "Jetzt geht es darum, sich schnell zu erholen und in den letzten beiden Spielen alles aus sich herauszuholen, um den FC in der Liga zu halten." In der Relegation geht es am Mittwoch (18.30 Uhr) und Samstag (18.00 Uhr) gegen den Dritten der 2. Bundesliga. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Es war nicht so einfach, wie der eine oder andere vielleicht gedacht hat", sagte Funkel. "Wir mussten viel arbeiten, haben nie aufgesteckt, auch nicht nach vergebenen Möglichkeiten und dem nicht gegebenen Tor. Die Mannschaft hat den Glauben nicht verloren, das Tor ist spät gefallen. Aber es war verdient. Wir wollen mit aller Macht versuchen, in der Liga zu bleiben."

Kölner Führung nach Videobeweis aberkannt

"Es wäre natürlich schön gewesen, wenn wir es direkt geschafft hätten. Jetzt müssen wir mit der Situation leben und sie dementsprechend auch annehmen", sagte Kölns Kapitän Jonas Hector.

Vor dem umjubelten Siegtreffer durch Bornauw wurde das vermeintliche Führungstor von Sebastian Andersson (71.) nach Videobeweis aberkannt. Nach einer Freistoßflanke von Jonas Hector stand zwar der spätere Torschütze nicht im Abseits, aber Özcan blockte im Abseits stehend Salif Sané und griff damit aktiv ins Geschehen ein. Schiedsrichter Daniel Siebert nahm nach Sichtung der TV-Bilder den Treffer zurück. (Service: Tabelle der Bundesliga)

"Es kommt in dieser Saison unheimlich viel zusammen, was solche Entscheidungen angeht, leider auch meistens zu unseren Ungunsten - wie in diesem Fall auch. Aber ich glaube, es ist dann auch Abseits. Salih versuchte, Sané zu blocken, er macht das sehr gut, ist aber leider mit dem Fuß dann im Abseits", meinte Horn.

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Kölner Fans zünden Pyrotechnik

Köln war extrem motiviert und zuversichtlich in dieses Finale gegangen. Mehrere Hundert Fans hatten den FC mit lautem Gesang und Pyrotechnik am Stadion begrüßt. Vor dem Spiel blieb es friedlich, in der emotionalen Schlussphase schlug die Stimmung teilweise aber um. Eine Gruppe Fans stand eng beisammen und zündete Pyrotechnik, das bestätigte ein Sprecher der Kölner Polizei dem SID. Die Einsatzkräfte entschieden sich daraufhin, die Gruppe vom Stadion wegzudrängen. In diesem Moment seien "aus der Gruppe heraus Flaschen" auf die Polizisten geworfen worden.

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Im Stadion übernahm der FC von Beginn an die Kontrolle, setzte den Gegner früh unter Druck und erzwang einige Ballverluste. Bis zum ersten Abschluss durch Salih Özcan (16.) dauerte es allerdings eine knappe Viertelstunde. Dies lag auch daran, dass Schalkes Verteidigung mit Shkodran Mustafi und Salif Sane zunächst sicher stand.

Interessenskonflikt? Uth fehlt im Schalker Kader

Bei den Schalkern fehlte der Ex-Kölner Mark Uth, um den es zuletzt Gerüchte um eine Rückkehr zum FC gab, im Kader. "Zum Schutz des Spielers und des Vereins haben dies beide Seiten einvernehmlich beschlossen", teilten die Schalker vor dem Spiel via Twitter mit.

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Mitte des ersten Durchgangs erhöhte Köln den Druck, Rechtsverteidiger Benno Schmitz (23.) scheiterte an S04-Keeper Ralf Fährmann. Die Nachschüsse blieben in der Schalker Abwehr hängen. Aber Köln gelang es nicht, den Gegner einzuschnüren, Schalke fand immer wieder aus der Umklammerung.

Nach der Pause startete Köln wieder mit Schwung - und wäre fast in Führung gegangen. Kapitän Jonas Hector scheiterte am aufmerksamen Fährmann (48.). Nur wenig später brachten auch Marius Wolf (52.) und wieder Hector (72.) den Ball nicht am Schalker Torhüter vorbei. Auch nach dem aberkannten Treffer von Andersson steckte der FC nicht auf und warf alles nach vorne. Bornauw traf dann nach einer Flanke des eingewechselten Jan Thielmann per Kopf.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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