Fallsucht? Klopp sauer auf Neymar und Tuchels PSG
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München - Jürgen Klopp fühlt sich von nach der Pleite des FC Liverpool bei PSG nicht nur von Neymar verschaukelt. Der BVB und Schalke sind zerknirscht. Die Stimmen.

Borussia Dortmund kommt gegen den FC Brügge nicht über ein 0:0 hinaus. Damit sind die Dortmunder zwar eine Runde weiter, haben allerdings den Gruppensieg nicht mehr in der eigenen Hand.

Enttäuschung auch beim FC Schalke. Die Königsblauen mussten sich mit 1:3 beim FC Porto geschlagen geben und haben damit die letzte Chance auf den Gruppensieg verspielt.

Dem FC Liverpool droht nach dem 1:2 bei Paris Saint-Germain sogar das Aus. Jürgen Klopp war deswegen bedient - auch wegen der Theatralik von Neymar & Co.

Enttäuschte BVB-Stars hadern mit Remis

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SPORT1 fasst die Stimmen von Sky, DAZN, BT Sport und aus der Mixed Zone zusammen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Natürlich freuen wir uns, dass wir uns für das Achtelfinale qualifiziert haben. Damit haben wir ein Ziel erreicht. Es war ein sehr schweres Spiel, aber das war für mich keine Überraschung. Auch Atletico hat sich gegen Brügge schwer getan. Das ist eben die Champions League. Brügge hat sehr gut verteidigt, wie schon vor drei Monaten. Überraschenderweise haben sie nicht 5-3-2, sondern im 4-4-2 verteidigt. Das war sehr kompakt und wir konnten die Lücke nicht finden. Manchmal hätten wir schneller und präziser spielen müssen. Das hat uns ein wenig gefehlt. Da hätten wir ruhig bleiben und nicht überhastet spielen müssen, denn bei Kontern können sie sehr gefährlich sein. Diese Mannschaft hat 4:0 in Monaco gewonnen." 

Manuel Akanji (Borussia Dortmund): "Brügge hat sich auf das Verteidigen konzentriert. Eigentlich haben wir es geduldig gespielt und nicht die Nerven verloren. Dann sind wir in ein zwei Situationen in dumme Konter gelaufen. Über 90 Minuten haben wir es gut gemacht. Wir hatten mehrere Chancen, obwohl sie so tief gestanden sind. In der ersten Halbzeit hätten wir schon das Tor machen können. In der zweiten Halbzeit hatten wir noch ein paar Chancen. Schlussendlich ist das Weiterkommen das Wichtigste. Am Ende hat uns die Entschlossenheit, wirklich das Tor machen zu wollen, gefehlt. Wir haben ein paar Chancen gut rausgespielt, aber dann ging der Schuss nicht rein. Es war nicht unser bestes Spiel heute. Atletico muss jetzt auch erstmal das letzte Spiel gegen Brügge gewinnen. Aufgrund der Chancen, die wir hattten, hätten wir das Spiel gewinnen müssen, aber ich glaube es ist trotzdem so okay." 

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Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Es war ein sehr zähes und auch kein gutes Spiel von uns. Wir haben in der ersten Halbzeit zwei hundertprozentige Chancen gehabt. Danach wurde es immer schwieriger. Wir haben dann einfach die Lücke nicht gefunden. Primär ist aber die Qualifikation für das Achtelfinale."

Domenico Tedesco (Trainer FC Schalke): "Wir wollten heute gewinnen. Man hat gemerkt, dass wir eher offensiv aufgestellt haben - zumindest von der Ausrichtung her. Natürlich sind wir über das Ergebnis enttäuscht. Porto war heute die bessere Mannschaft und hat viel richtig gemacht. Sie haben nahezu alle Luftduelle gewonnen, sowohl hinten als auch vorne. Mit Marega haben sie einen Stürmer, den man über lange Strecken verteidigen kann, aber irgendwann bricht er dann doch durch. Das dritte Tor ist dem geschuldet, dass wir alles nach vorne geworfen haben. Porto ist wahrscheinlich die beste Mannschaft in dieser Gruppe. Wir haben viele Ballverluste gehabt und haben die Umschaltchancen, die wir hatten, nicht gut genutzt." 

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Ralf Fährmann (FC Schalke): "Wir sind nicht gut in die zweite Halbzeit gekommen und hatten wirklich Probleme mit Porto. Porto ist eine richtig gute Mannschaft. Das haben wir zu spüren bekommen. Den Anschlusstreffer haben wir zu spät gemacht und daher verdient verloren." 

Daniel Caligiuri (FC Schalke): "Kurz nach dem Spiel ist natürlich noch Frust dabei. Wir wollten hier gewinnen. Wir wussten, dass Porto ein sehr starkes Team mit hoher Qualität ist. Erst in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen. Wir sind mit einem guten Gefühl in die Halbzeit gegangen, waren dann aber viel zu passiv. Wir sind nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen und haben Porto zu viele Räume gelassen. Die beiden Tore haben wir einfach schlecht verteidigt. Deswegen geht Porto verdient als Sieger vom Platz. Wir wollten nicht auf die Anderen schauen, sondern die Zwischenrunde als Erster erreichen. Das ist uns nicht gelungen. Deswegen gehen wir sehr enttäuscht aus diesem Spiel." 

Naldo (FC Schalke): "Wir wussten, dass wir hier in Porto gewinnen müssen. In der ersten Halbzeit hatten wir es gut im Griff. Wir wissen, das Porto sehr viel Qualität besitzt in der Offensive. In der zweiten Halbzeit haben wir zwei Fehler gemacht, die bestraft wurden. So ist das in der Champions League. Nach dem Elfmeter haben wir noch auf das 2:2 gespielt. Dann haben wir das dritte Tor bekommen. Wir müssen natürlich das Spiel analysieren. Jetzt sind wir im Achtelfinale und müssen weiter kämpfen." 

Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool): "Sie haben zwei Tore geschossen und wir nur eins. Es sah aus wie ein 4-2-4. Es war sehr offensiv. Sie haben direkt Vollgas gegeben. Es war das Friss-oder-stirb-Spiel für sie. Man kann es an ihren Gesichtern sehen, das fühlt sich jetzt ganz toll an, das ist ja logisch. Sie haben leider zwei mal den zweiten Ball geschnappt und ihn reingeschossen. Dass du unter Druck kommst gegen Paris, geht schon. Aber es war auch klar, wenn wir ein bisschen Spielkontrolle zurückkriegen, dass sich das Spiel öffnet."

über die Hoffnung nach dem Anschlusstreffer: "Mit dem 2:1 war klar, dass die zweite Halbzeit unsere werden kann. Wir haben es versucht, mit allen Körnern, die wir hatten. Wir waren nicht klar genug. Wir hatten zwei bis drei Situationen, die wir definitiv besser machen müssen, wo wir im Strafraum den falschen Pass spielen. Dann gab es gefühlte neun Millionen Unterbrechungen. Immer lag wieder jemand auf dem Boden. Immer ist irgendwas richtig Schlimmes passiert."

über Neymar und darüber, dass die Spieler wegen der Theatralik genervt waren: "Ich war auch genervt. Das ist ja normal. Ich habe sieben Interviews gegeben. Jedes Interview gibt mir das Gefühl, dass es nicht in Ordnung war, was Paris da gemacht hat. Aber sagen muss ich es. Der Elfmeter, wie der so spät gepfiffen werden konnte… Der wollte gar kein Foul geben. Wahnsinn. Der Torrichter stand viel weiter weg. Die Verratti-Situation… Es gab so viele gelbe Karten heute Abend. Wenn dieses Foul die gleiche Karte verdient, wie die ganzen kleinen Dinger, wo irgendeiner hinfällt aus Versehen… Das ist schon hart. Nochmal: Wir haben nicht gut genug gespielt, deswegen haben wir verloren. Trotzdem hilft es bei der Aufholjagd nicht, wenn der Schiedsrichter es nicht unterbindet. Dass Neymar noch stehen kann, nach allem, was auf ihn eingeprasselt ist an harten Tackles, ist ja Wahnsinn. Jeder weiß das, und trotzdem wird es toleriert. Das macht die Sache schon ein bisschen schwierig."

über die vielen Pfiffe gegen sein Team: "Jeder weiß, was sie machen wollen, vor allem, was Neymar machen will – und dann bekommen sie 50 Freistöße. Ich glaube, zwei- oder dreimal in Serie waren wir das fairste Team in England. Und heute Abend sehen wir wie Metzger aus."

über das Spiel seines Teams: "Wenn wir herausragend spielen, will ich gewinnen. Wenn wir so spielen wie heute, will ich gerne einen Punkt. Ich finde, der wäre drin gewesen. Der Druck am Anfang war intensiv. Das wussten wir aber, dass es so kommen wird. Dann wollten wir es mehr kontrollieren. Wir haben es kontrolliert, aber das kannst du nicht die ganze Zeit. Sie bekommen einen Ball und rennen wie zwei Formel-1-Autos an dir vorbei. Das ist schon auch ein bisschen schwierig und macht es ungemütlich."

"Bereit zu leiden!" Tuchel schwärmt von PSG-Team

Thomas Tuchel (Trainer Paris Saint-Germain): "Mit wie viel Herz, mit viel Qualität und wie viel Energie wir dagegen gehalten haben, mit welcher Mentalität… Da bricht es aus mir einfach raus, weil ich es mir dann wünsche, dass wir dafür belohnt werden in solch einem wichtigen Spiel. Das dann auch zu behalten, den direkten Vergleich zu gewinnen, das Match heute zu gewinnen... Deshalb sind wir sehr erleichtert und sehr, sehr glücklich über die Art und Weise."

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