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London - Dank Donny van de Beek steht Ajax Amsterdam mit einem Bein im Finale der Champions League. Die Tottenham Hotspur enttäuschen in allen Belangen.

Die jungen Wilden von Ajax Amsterdam dürfen nach einer erneuten taktischen Meisterleistung weiter vom ganz großen Coup träumen. Der Favoritenschreck gewann das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei Tottenham Hotspur verdient mit 1:0 (1:0) und hat damit im Rückspiel am Mittwoch kommender Woche in der Johan-Cruyff-Arena alle Trümpfe in der Hand.

Donny van de Beek (15.) traf in London für die Gäste, die im laufenden Wettbewerb bereits im Achtelfinale Titelverteidiger Real Madrid und im Viertelfinale Juventus Turin ausgeschaltet hatten.

"Am Ende des Tages geht es darum, den Sieg einzufahren, das haben wir getan", sagte Kapitän Matthijs de Ligt, der mit 19 Jahren und 261 Tagen der jüngste Kapitän aller Zeiten in einem Champions-League-Achtelfinale war. "Es ist ein großartiges Ergebnis. Wir wollen einfach spielen, so sind wir groß geworden. Dann sehen wir schon, was dabei rauskommt."

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Ten Hag "nicht hundertprozentig zufrieden"

Ajax ist damit nach dem FC Bayern (2013) und Real Madrid (2018) erst der dritte Klub, der im Achtel-, Viertel- und Halbfinale einer Saison jeweils einen Auswärtssieg landete. Beide Vorgänger der Niederländer holten am Ende der Saison auch den berühmten Henkelpott.

"Auswärts zu gewinnen ist super, aber es war mehr drin. Wir sind nicht hundertprozentig zufrieden, aber so eine Leistung auswärts abzurufen ist schon sehr gut", erklärte Ajax-Coach Erik ten Hag bei Sky. "Wir mussten viel gegen den Ball arbeiten, das haben wir sehr gut gemacht."

Vor 60.000 Zuschauern im nagelneuen Tottenham-Stadion agierten die Gäste, die zuletzt 1995 den begehrten Titel in der Königsklasse gewonnen hatten, von Beginn an mutig und selbstbewusst und ließen Tottenham kaum zur Entfaltung kommen. 

Van de Beek veredelt Ziyechs Traumpass

Nach einer Viertelstunde nutzte dann der angeblich von Borussia Dortmund umworbene Mittelfeldspieler van de Beek ein gutes Zuspiel von Hakim Ziyech zur Führung. (Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen)

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Wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung des Torschützen bemühte der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zunächst den Videobeweis, ehe er zum Mittelkreis zeigte und Ajax über das dritte Champions-League-Tor von van de Beek jubeln konnte.

"Wir wollen nicht mit so einer Leistung aus dem Halbfinale herausgehen. Die ersten 20 Minuten waren gar nichts", sagte Christian Eriksen. Der Torschütze schwärmte hingegen: "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur angreifen, sondern auch verteidigen können", sagte van de Beek. "Nächste Woche müssen wir es aber noch besser machen. Nach den ersten 20 Minuten haben wir zu schnell den langen Ball gespielt."

Sorge um Tottenhams Vertonghen

Tottenham traf der Gegentreffer ins Mark, erst in der 26. Minute verbuchte die Mannschaft von Teammanager Mauricio Pochettino durch den Spanier Llorente eine halbwegs vernünftige Chance. Ajax war aber weiter spielbestimmend und sorgte vor dem Tor von Weltmeister Hugo Lloris immer wieder für Gefahr.

Pech hatte Tottenham, das ohnehin schon auf seine besten Torschützen Harry Kane (verletzt) und Heung-Min Son (gesperrt) verzichten musste, dass Abwehr-Ass Jan Vertonghen verletzungsbedingt in der 39. Minute durch Moussa Sissoko ersetzt werden musste. Der ehemalige Ajax-Profi musste nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit seinem Teamkollegen Toby Alderweireld blutüberströmt mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vorzeitig in die Kabine.

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Neres scheitert am Pfosten

Dennoch konnten die Spurs in der Schlussphase der ersten Hälfte etwas mehr Druck entwickeln. Mit dem knappen Rückstand war Tottenham zur Pause aber gut bedient. (SERVICE: Spielplan der Champions League)

Im zweiten Abschnitt wurden die Gastgeber, die im Achtelfinale Borussia Dortmund das Nachsehen gegeben hatten, von Minute zu Minute dominanter. Klare Tormöglichkeiten konnten sich die Spurs aber nicht erspielen, vor dem Ajax-Strafraum blieb vieles Stückwerk. Für Amsterdam traf David Neres in der 78. Minute noch den Pfosten.  

Pochettino meinte nach dem Spiel: "Ajax hat einen viel besseren Zugang zum Spiel gefunden. Im zweiten Durchgang haben wir eine richtig gute Reaktion gezeigt. Insgesamt wäre ein Unentschieden verdient gewesen. Wir müssen nun mit Mentalität nach Amsterdam fahren und dort gewinnen."

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